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Döbeln Der schwarze Block im Kreistag wächst
Region Döbeln Der schwarze Block im Kreistag wächst
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23:04 26.05.2014
Mittelsachsen

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Von Thomas Lieb

Bei entsprechenden Fraktionsbildungen kann sie sogar die absolute Mehrheit erreichen. Die Grünen haben ihre Präsenz in der zweiten Legislaturperiode des Kreistages verdoppelt, sitzen jetzt mit vier Abgeordneten im Gremium. Grünen-Kreisvorsitzender Wolfram Günther: "Offenbar haben unsere Themen wie moderne Mobilität, Landwirtschaftspolitik, Breitbandausbau und der Erhalt der Kulturlandschaft ebenso gefruchtet wie auch unser breites Personalangebot. Mit der Verdoppelung der Sitze im Kreistag haben wir die Möglichkeit, stärker noch Bürgeranliegen in die Kreispolitik einzuspeisen", so Günther zum Abschneiden.

Das für die Sozialdemokraten Glück im Unglück bedeuten kann, wenn die Grünen erneut zu einer gemeinsamen Fraktion mit den Sozis bereit sind - dann würde die SPD-Grünen-Fraktion stärker sein, als in der vorangegangenen Wahlperiode. Die SPD verliert einen Abgeordnetenplatz. Es hat den SPD-Kreischef höchstselbst erwischt. Henning Homann hat sein Mandat verloren. An die Wahlordnung und Dieter Greysinger. "Es ist schon irrational, wenn man die zehntmeisten Stimmen in der SPD holt, aber durch die Wahlarithmetik bei Kommunalwahlen von den Kandidaten, die nach Stimmen auf Platz 12, 21 und 28 landeten, noch überholt wird." Was sich durch das sensationelle Abschneiden des einzigen SPD-Bürgermeisters in Mittelsachsen, Dieter Greysinger, in Hainichen erklärt. Der hatte durch sein fulminantes Ergebnis (75 Prozent aller Stimmen für die SPD in seinem Wahlkreis) zwei Kandidaten mitgezogen. Was Homann das Fell kostete. Er trägt's mit Fassung: "Mein Einzelergebnis war gut. Ich bin in Döbeln aus dem Stand in den Stadtrat gekommen - politisch habe ich also nicht alles falsch gemacht. Ich konzentriere mich jetzt auf die Landtagswahl", so Homann, der Ende August auf die Verlängerung seines Wahlauftrages in Dresden hofft.

Personelle Überraschungen gab es auch bei den Linken. Die müssen spätestens bis 6. August zur konstituierenden Sitzung des neuen Kreistages einen neuen Fraktionschef gefunden haben. Jens Stahlmann wird es jedenfalls nicht mehr sein. Auch er schaffte den Wiedereinzug nicht. Dafür rückt der Linken-Bundestagskandidat aus Döbeln, Lothar Schmidt, jetzt nach Freiberg. Seine Partei verlor bei den Kommunalwahlen zum Kreistag die meisten Stimmen - drei Sitze sind futsch. Die beiden Personalien Homann und Stahlmann nannte auch der Kreischef, Volker Uhlig (CDU) "eine faustdicke Überraschung", die so nicht erwartbar gewesen sei.

Premiere für eine Partei, die in den Wahlkreises des Altkreises Döbeln gar nicht erst kandidierte, auf Anhieb aber trotzdem vier Stühle im Berufsschulzentrum "Julius Weisbach" buchte, wo der mittelsächsische Kreistag für gewöhnlich tagt: Die "Alternative für Deutschland" (AfD). Nicht nur in der Region Döbeln sind die EU-Kritiker eher unbekannt. Auch Landrat Uhlig "hat bislang keine politischen Erfahrungen mit der AfD gesammelt." Er habe mit dem Einzug der nunmehr neunten politischen Formation im Kreistag gerechnet. "Wenn auch nicht mit so vielen Mandaten", so Uhlig."

Der Landrat machte sich gestern weniger Gedanken über die Anderen, als den Erfolg seiner Partei zu genießen. "Wir haben insgesamt Stabilität erreicht und das Ergebnis ist natürlich auch Spiegel des eigenen Handelns und Tuns."

©Kommentar

Grafik: Patrick Moye

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