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Döbeln Detektiv kriegt Hieb mit Schlagring – Ex-Chef der Ostrauer Jugendbande bleibt in Haft
Region Döbeln Detektiv kriegt Hieb mit Schlagring – Ex-Chef der Ostrauer Jugendbande bleibt in Haft
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Ein 24-Jähriger ging in Döbeln mit einem Schlagring auf einen Ladendetektiv los. Der hatte ihn beim Diebstahl einer Flasche teuren Wodkas im Döbelner Kaufland erwischt. Quelle: dpa
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Döbeln/Ostrau/Chemnitz

Ladendetektive leben bisweilen gefährlich. Das zeigte am Mittwoch ein Prozess im Amtsgericht Chemnitz. Der ehemalige Chef der Ostrauer Jugendbande soll am 15. Dezember 2016 gegen 15 Uhr einen 54-jährigen Ladendetektiv im Döbelner Kaufland mit einem Schlagring geschlagen haben, legte Staatsanwältin Geske dem 24-Jährigen zur Last. Eine Narbe auf der Stirn des Mannes zeugt von diesem Angriff, bei dem er eine Platzwunde erlitt. Neben gefährlicher Körperverletzung lautete die Anklage auch auf Diebstahl mit Waffen und Waffenvergehen. Denn Schlagringe sind verboten. Man darf sie weder besitzen noch mit sich herumschleppen.

Acht Tage lang wach

„Ich hatte keine Kohle mehr. Ein Kumpel wollte mir den Wodka abkaufen“, sagte der Angeklagte, der die Taten einräumte. Er fingerte keinen billigen Fusel aus dem Regal und steckte ihn sich unter die Jacke, sondern klaute die recht teure französische Sorte „Grey Goose“ mit 40 Prozent für rund 40 Euro. Auch die Schlagring-Attacke gab der junge Mann zu. Da hatte er den Edel-Schnaps bereits wieder herausgegeben. „Ich hatte es mit der Angst gekriegt, weil ich doch auf Bewährung draußen war.“ Acht Tage am Stück sei er wach gewesen, habe täglich zwei bis drei Gramm Crystal gezogen.

Dabei hatte alles so gut angefangen, als er im Juni 2016 vorzeitig und auf Bewährung aus der Jugendhaft freikam. In Regis-Breitingen hatte er eine Lehre zum Fachlageristen abgeschlossen, hatte nach der Haftentlassung sogar einen Job gefunden, ging arbeiten und hatte eine eigene Wohnung. Dann entließ ihn der Betrieb in der Probezeit. „Er ist vollständig im Drogensumpf versackt“, sagte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Uwe Hoffmann aus Chemnitz. Wie sein Mandant sagte, habe er in der Haft angefangen, illegale Drogen zu nehmen. Zuvor habe er Alkohol getrunken, „Komasaufen“ betrieben.

Prozesse gehen weiter

Vor der Schlagring-Attacke im Kaufland sei er auf Krawall gebürstet gewesen, sagte ein Angestellter des Marktes im Prozess als Zeuge aus. „Auf die Frage nach seinen Papieren ist er von null auf 180 gegangen, war sehr aggressiv und hat uns angebrüllt.“ Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Cornelia Schönfelder sprach den 24-Jährigen schließlich des Diebstahls mit Waffen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und eines Waffenvergehens schuldig und verurteilte ihn zu acht Monaten Haft ohne Bewährung. „Zu ihren Lasten haben wir die Vorstrafen und die schnelle Rückfallgeschwindigkeit gewertet. Die Facette, dass Sie acht Tage nicht geschlafen haben, fand sich nicht in der Akte. Dadurch war aber Ihre Steuerungsfähigkeit eingeschränkt“, sagte die Vorsitzende, als sie das Urteil des Gerichtes begründete, das wegen verminderter Schuldfähigkeit eine mildere Straf verhängte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Über 40 000 Euro Schaden verursachte die Ostrauer Jugendbande vor vier, fünf Jahren mit illegalen Staplerrennen, Einbrüchen und Sachbeschädigungen. Ihr Kopf sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er steht im Verdacht, in Döbeln eine räuberische Erpressung begangen zu haben. Der Gerichtstermin am Mittwoch war für den Ex-Jugendbandenboss nicht der letzte.

Von Dirk Wurzel

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