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Devise in Muldentalklause: Ganz oder gar nicht

Devise in Muldentalklause: Ganz oder gar nicht

Michael Horn lebt ein Leben für die Gastronomie. Sein Werdegang gleicht einer einzigen Erfolgsgeschichte. Vor 23 Jahren als Imbissbetreiber angefangen, arbeitete er sich Stück für Stück zur eigenen Gaststätte.

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Michael Horn ist der neue Pächter der Westewitzer Muldentalklause. Am Karfreitag öffnete sie wieder ihre Tore. Für den passionierten Gastronom beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Auch der Bootsverleih wird nun wieder geöffnet. Die Probefahrt auf der Mulde ließ sich der 51-Jährige nicht entgehen. Zweifel, ob das, was er tut, richtig ist, hatte er noch nie.

Quelle: Wolfgang Sens

Westewitz. "Wer nichts macht, macht keine Fehler", lautet die Devise, nach der er schon sein ganzes Leben lang existiert. Dabei gehört das Pläne-machen eigentlich nicht zu seinem Dasein. Nur eins wusste Michael Horn immer: Er will weiter. Stehen bleiben, sich zufrieden geben mit dem Erreichten, liegt nicht in seiner Natur. 1989 betreibt er einen kleinen Imbiss in Grimma. Er verkauft Hot Dogs - für damalige Verhältnisse eine Neuheit. "Ich wollte schon immer anders wirtschaften als andere", sagt er heute, rückblickend auf die Jahre als Gastronom. Er entwickelt seinen Imbiss weiter, nimmt Catering ins Programm. Nur wenige Zeit später übernimmt er die Bewirtschaftung der Grimmaer Muldentalhalle. "Das war schon was anderes als ein Imbiss." Er kocht, serviert, managt. Mit seiner damaligen Frau führt er die Gastronomie. 2004 dann die Scheidung. "Ich habe keinen Moment daran gezweifelt, alleine weiter zu machen." Und Michael Horn macht weiter. Nimmt zusätzlich noch einen Golfclub in Leipzig unter seine Fittiche. "Alles parallel. Das zehrte an den Nerven." Der 51-Jährige ist ein Perfektionist, würde sich selber aber nie so bezeichnen. Zeit zum Innehalten nahm er sich damals kaum. "Irgendwann kam der Cut. Ich machte einen Schnitt - gab in Leipzig und Grimma alles auf und eröffnete den Landgasthof in Pöhsig." Zwischendurch keine Pause. Im Gegenteil. Er erstellt Konzepte, setzt seine Vorstellungen um und bewirtschaftet das über 1000 Quadratmeter große Objekt für die nächsten drei Jahre. In der Zeit entwickelt sich der Landgasthof zu einer Institution, wird über die Grenzen der Region bekannt. Gestern eröffnete er sein neues berufliches Zuhause: die Muldentalklause in Westewitz. Mit seiner neuen Familie will er bald her ziehen, die Gaststätte vor Ort führen. Ganz oder gar nicht.

Michael Horn ist schon immer Chef. Das liegt ihm. Im besten Fall macht er alles in Eigenregie. "Ich kann auch delegieren, aber am liebsten mache ich alles selber." Die Angst zu scheitern, kennt er nicht. Oder er verdrängt sie. "Man kann auch den Kopf in den Sand stecken, wenn etwas nicht läuft. Aber was ist die Alternative?" Sich mit all den negativen Dingen zu beschäftigen, die einem in der Geschäftswelt und vor allem in der Gastronomie unterkommen, ist in seinen Augen Zeitverschwendung.

Seinen Ruhepol hat er in seiner Tochter Paula gefunden. Sechs Monate ist sie gerade einmal in seinem Leben. "Manchmal stelle ich mich für ein paar Minuten an ihren Kinderwagen und wiege sie hin und her. Das ist meine Art und Weise kurz Ruhe zu haben." Das wirkt im ersten Moment befremdlich - der zielstrebige Mann, der ununterbrochen nach Perfektion strebt. Aber Michael Horn hat gelernt, seine eigenen Grenzen zu definieren. Er könnte mehr, er will meistens auch mehr. Und trotzdem fährt er einen Gang zurück. Seiner Freundin Constanze Winzek zuliebe, in der er das Verständnis gefunden hat, das es braucht, um ein Leben als Gastronom zu führen. Und sich selbst zuliebe.

Ausgleich zum Beruf, zu seiner Berufung, findet er beim Fußball. Oder beim Line-Dance. Vor einigen Jahren habe ich eine Western-Party in meiner Gaststätte veranstaltet. Dort bin ich das erste Mal mit Line-Dance in Berührung gekommen", erinnert er sich und zum ersten Mal rückt die Gastronomie ein Stück abseits. Er hat sich anstecken lassen, war augenblicklich begeistert. Leidenschaftlich - ein Wort, dass Michael Horn wohl am besten beschreibt. Er hat diese unerschütterliche Passion. Für sein Schaffen. Für seine Überzeugungen. Die großen und kleinen Herausforderungen, mit denen er sich tagtäglich auseinander setzen muss, braucht er wie die Luft zum Atmen. Simplizität sucht er gar nicht. Das wäre ihm vermutlich zu wenig. Stephanie Jankowski

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