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Döbeln Diakonie Döbeln bietet Abhilfe vom Rauchen
Region Döbeln Diakonie Döbeln bietet Abhilfe vom Rauchen
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21:08 09.08.2012
Johannes Bayer

"Mit dem Rauchen aufhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft", hatte schon Mark Twain in seiner zynisch-analytischen Art bemerkt. Es steckt viel Wahres in diesem Spruch. Denn "nach jeder Zigarette beendet man das Rauchen wieder", erklärt Johannes Bayer nachdem er das Zitat eingeworfen hat. Der Suchtberater in der Döbelner Diakonie führt ein erstes Gespräch mit Thomas Claus über das Programm Rauchfrei. "Für mich ist das nicht so leicht, die Zigarette hat eine Funktion", sagt der Döbelner. Früher auf langen Nachtfahrten mit dem Lastwagen, um gegen die innere Uhr zu arbeiten. Oder in Stresssituationen, wenn der Griff zur Packung fast automatisch erfolgt.

Thomas Claus ist ein groß gewachsener, kräftiger Mann um die 50. Er raucht seit über 30 Jahren. Mehrfach hat er probiert, den Glimmstengel liegen zu lassen. Aber er ist immer wieder rückfällig geworden. "80 Prozent derjenigen die aufhören, machen es über die Schlusspunkt-Methode", sagt Bayer. Für alle, die es nicht so schaffen, gibt es das Zwei-Säulen-Programm Rauchfrei. Zweimal im Jahr kommt in Döbeln eine Gruppe zusammen. "Meist im Frühjahr und im Herbst." Üblich ist in Deutschland dabei eine Erfolgsquote von 40 Prozent unter den Teilnehmern. Bayer hat in Döbeln eine Quote von 50 bis 60 Prozent. Das seit 40 Jahren bewährte und ständig erneuerte Programm fußt auf den Säulen Vorbereitung und Stabilisierung.

Beides zusammen bedeutet Veränderung: Gewohnheiten, Sucht, Ersatz - umdenken gegen das Rauchen. "Bei vielen ist die Frage: Was verliere ich?", sagt Bayer. Doch beim Aufhören sollte viel mehr die Frage vorherrschen: Was ist der Gewinn. Mit kurzfristig zu erwartenden Belohnungen.

"Ich hab ein Eigenheim verraucht", meint Claus. Ihm sei alles bewusst. Der finanzielle Aufwand. Der gesundheitliche Schaden. Es stinkt. "Meine Partnerin gibt mir keinen Kuss, wenn ich eine geraucht habe." Doch irgendwie gehört die Zigarette zu seinem Belohnungssystem. "Würde ein Nichtraucher bei einer Zigarette das Gleiche empfinden wie Sie?", fragt der Suchtberater. "Vermutlich nicht", lautet die Antwort. Es ist die klassische Konditionierung: Mit der Zigarette wird aus Gewohnheit ein positives Gefühl verbunden. Eigentlich eine Art Fehlverknüpfung der Gehirnzellen. Aber die Rezeptoren im Kopf springen auf die Hormonausschüttung an. Mit dem ganzen Ablauf des Rauchens stellt sich ein positives Gefühl ein.

Zum Aufhören und Ändern dieser Gewohnheit müsse umstrukturiert werden. Eine Frau, die früher in der Beratung war, hatte den Ablauf: Aufstehen, Kaffee, Frühstück und dann Zeitung und Zigarette. Mittlerweile ist ihr Rhythmus: Aufstehen, Duschen, Obstteller, Frühstück, Kaffee und dann Zeitung. "Der zubereitete Obstteller bleibt die ganze Zeit auf dem Tisch stehen", erklärt Bayer, "auch als Ersatz." Gerade bei Frauen herrsche die Angst vor einer Gewichtszunahme, wenn das Rauchen aufgegeben werden soll.

"Die, die möglichst viel verändern, haben die größten Chancen", sagt Bayer. "Ich habe es mir zur Regel gemacht, nie mehr als eine Zigarre gleichzeitig zu rauchen", sagte Mark Twain. Nicht ganz treffend, aber er hat es auch schon hundertmal geschafft. Für die Teilnehmer am Döbelner Rauchfrei-Kurs, geht es schließlich darum: Einmal richtig aufhören.

Kursleiter Döbeln: Johannes Bayer

Telefon: 0341/71 26 24

E-Mail: rauchfrei-doebeln@web.de

Teilnehmergebühr: 95 Euro

(Diese werden teilweise von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Je nachdem, wo der Teilnehmer versichert ist, werden bis zu 75 Euro übernommen.)

Das Rauchfrei-Programm ist von der ITF-Gesundheitsförderung Gesellschaft erstellt worden mit Unterstützung der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Das Rauchfrei-Programm wird in Gesundheitseinrichtungen in ganz Deutschland durch speziell ausgebildete und erfahrene Kursleiter, wie Johannes Bayer, durchgeführt.

Matthias Pöls

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