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Döbeln Die Bergstadt Leisnig ist die wahre Narrenhauptstadt
Region Döbeln Die Bergstadt Leisnig ist die wahre Narrenhauptstadt
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23:36 07.02.2016
Qualmen beim Umzug in Leisnig. Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Die Leisniger haben’s einfach drauf“, sagte Frank Walter aus Colditz. Seit Jahren verpasst der 45-Jährige keinen einzigen Karnevalsumzug in der Nachbarstadt. Und mit „die Leisniger“ meint er ganz klar die Mitglieder des Carnevalclubs Leisnig. Sie machen die Berg- zur Narrenstadt. Sie lassen es krachen. Singen besser als jeder Mainzer, lachen lauter, als jeder Dortmunder. Leisnig ist Mittelsachsens wahre Karnevals-Hochburg. „Und schaut euch den Elferrat an. Der sieht immer noch gut aus. Ich glaube, der schafft auch noch ein drittes Wochenende und könnte weiter durchfeiern“, ruft Hansjörg Oehmig in die Menge. Einer der Leisniger Obernarren, erklärt den tausenden Besuchern den Umzug. Macht seine Witze und muss sich vielleicht auch eine kleine Tränen verdrücken. Denn er muss einen seiner Busennarren in den Ruhestand verabschieden. Die Büttenredner-Instanz Wolfgang Rölle legt sein Amt nieder. „Nach 35 Jahren wird er zum letzten Mal in der Bütt stehen“, sagt Oehmig. Die Jungen sollen es nach Rölle richten. Hoffentlich!

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Umzug in Leisnig

Seine Reden waren und sind immer noch gefürchtet. Wer in Leisnig in war, der wurde in seiner Bütt verhackstückt. Wer nicht darin vorkam, musste sich Gedanken, ob er tatsächlich noch lebt. Rölle kritisiert messerscharf, verteilt aber auch mal Streicheinheiten. Wenn’s sein muss. Gestern jedenfalls bekam er ein extra lautes „Leisnig helau“ für seine Bütten-Verdienste zugeschrieen. Die Leisniger haben’s eben drauf. Und müssen nicht zum Umzug getragen werden. Wie vielleicht die Döbelner. Die bekommen nämlich ihren Faschingsumzug amtlich verordnet. Ein kleiner Seitenhieb an die einstige Kreis- und närrische Konkurrenzstadt muss sein. CCL-Präsident Jürgen Hermsdorf bohrt gern in alten Wunden. Ob’s schmerzt, ist fraglich. Denn zahlreiche Döbelner säumen auch die Leisniger Straßenränder und bejubeln die 29 geschmückten Wagen. Alle bekommen Applaus. Und die Besucher Bonbons und Pfannkuchen.

„Hoffentlich kriege ich noch ein paar mehr“, sagte Marvin. Der Sechsjährige steht am Rand und reckt sich nach den Süßigkeiten. Der kleine Cowboy steckt sich seine Taschen so voll er kann. Wenn sie überquellen, nimmt seine Mutter Anke die Süßigkeiten ab und stopft sie in einen Beutel. Immer wieder fliegt Nachschub von den Wagen heran. Manche Narren müssen sich regelrecht wegducken, wenn die Kammelen wie Bienenschwärme umherfliegen. Die Leisniger habe es eben drauf.

Und natürlich wird nach dem Umzug in der Zimmermann-Halle fleißig weiter gefeiert. Dort kommen die Kleinsten beim Kinderfasching auf ihre Kosten. Am Montagabend folgt ein weiterer Höhepunkt. Die Rosenmontagssitzung! Karten dafür sind immer heiß begehrt. Werden in Leisnig gehandelt wie warme Semmeln. Die Bergstadt ist eben doch die Narrenhauptstadt.

Von Heiko Stets

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