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Döbeln „Die Dankbarkeit der Leute treibt uns an“
Region Döbeln „Die Dankbarkeit der Leute treibt uns an“
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18:41 26.12.2016
An den Feiertagen im Einsatz: Roswitha Perlick, Roswitha Altenburger, Jessica Lietzow, Andrea Rausch, Kerstin Nguyen, Katrin Schneider, Anja Köhler und Bärbel Krause (v.l.n.r.) von der DrK-Sozialstation in Döbeln. Die feierte in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
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Döbeln

An den Weihnachtsfeiertagen arbeiten zu müssen, dass ist für diese acht Frauen von der Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes in Döbeln-Nord das normalste auf der Welt. Der Dienstplan steht seit langem. Den Ehemännern und Lebensgefährten haben die engagierten Schwestern und Schwesternhelferinnen für die Feiertage auch klare Pläne gemacht. Den Weihnachtsbraten vorgekocht oder beim kochenden Ehemann in Auftrag gegeben. „Meine Kolleginnen und ich richten uns mit den Dienstplänen ein. Bei nur acht Leuten in unserer kleinen Sozialstation ist jede an den Weihnachtsfeiertagen mal dran“, sagt Leiterin Andrea Rausch. Es muss gerecht zugehen bei der Planung. Dann stimmt der Teamgeist.

Vier Frühtouren und zwei Spätdiensttouren gibt es an jedem der Weihnachtsfeiertage. Anja Köhler (33), Mutter eines vierjährigen Kindes, hat am Heiligabend und am ersten Feiertag die Frühtour erwischt. Früh um 6 Uhr steigt sie ins Auto. 26 Patienten wird sie bis etwa 12.30 Uhr besucht haben. Verbände wechseln, Insulin spritzen, Medikamente reichen, künstliche Ernährung organisieren, Blutzucker messen, Kompressionsstrümpfe anziehen. Dazwischen gibt es ein Schwätzchen. „Viel Zeit bleibt nicht, aber die Patienten freuen sich auf uns und wenn ich unterwegs bin, macht mir die Arbeit mit den Patienten auch wirklich Spaß“, sagt die junge Frau.

Parallel sind weitere Kollegen unterwegs. Die Schwestern kümmern sich vorwiegend ums Medizinische. Schwesternhelferinnen wie Kerstin Nguyen machen den Patienten die Mahlzeiten, waschen sie und helfen im Haushalt. Sie ist am Heiligabend nachmittags zur besten Kaffeetrinkenszeit losgefahren. Bis etwa 19 Uhr wird ihr Dienst dauern.

Es sind sehr viele über 90-Jährige Menschen, die sie in den Wohngebieten Döbeln-Nord und Ost, aber auch in Döbeln-Masten und in Tronitz betreuen. Viele sind geistig noch topfit und zu netten Gesprächen aufgelegt. „Eine richtige Weihnachts-Depression erleben wir bei den wenigsten“, schildern die Schwestern. Ein jüngerer Mann ist unter den Patienten, den sie zusammen mit Palliativschwestern pflegen. Sein Schicksal bewegt die Schwestern sehr.

„Früher wurden viele unsere Patienten zu Weihnachten zu den Kindern geholt. Das ist weniger geworden“, hat Andrea Rausch beobachtet. Das liegt weniger an den Kindern, als daran, dass es vielen betagten Patienten einfach zuviel wird. Sie wollten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, statt Weihnachtstrubel zu erleben. Auf die Schwestern vom DRK freuen sich die Patienten an sieben Tagen in der Woche: auf ein paar liebe Worte, auf ein paar Neuigkeiten. Mit einem kleinen Präsent, mit Kaffee oder Pralinen werden die Schwestern oft bedacht. „Am meisten freuen wir uns aber über die Dankbarkeit der Patienten“, sagt die Leiterin. Ihre Kolleginnen nicken. Auch an Weihnachten sind sie gern unterwegs und das Fest der Familie müsse man sich dann halt gut organisieren. Bei Katrin Schneider ist der Braten vorgekocht und eingefroren. Ihr Mann taut ihn auf und macht die Klöße. Anja Köhler geht zum Festtagsessen zu den Eltern und Roswitha Perlick isst am ersten Feiertag etwas später und tafelt dafür am zweiten Feiertag richtig.

Die DRK-Sozialstation an der Vyskover Straße in Döbeln-Nord gibt es seit fünf Jahren in Döbeln. Die Außenstelle der DRK-Sozialstation Waldheim soll im kommenden Jahr eigenständig werden, nachdem sie in Döbeln bestens angenommen wurde. Neben der Pflege gibt es jeden Donnerstag, 13 bis 16 Uhr, in Döbeln-Nord einen Seniorentreff und jeden zweiten Dienstag einen Treff bei der WG-Fortschritt in Ost. Zudem trainieren Gymnastikgruppen und eine Tanzgruppe in der DRK-Sozialstation oder in den Räumen der Stadtwerke in Döbeln-Nord.

Von Thoma Sparrer

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