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Die Formel-1-Fahrer des Reitsports

Die Formel-1-Fahrer des Reitsports

So schenkte der Roßweiner Bürgermeister dem Verein ein Glück bringendes Hufeisen und stellte den Kuhkopf fürs 25-Jährige in Aussicht. Zwei Jahrzehnte ist es her, dass Vereinschef Uwe Lindner und seine Mitstreiter den Grundstein für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte legten - mitten im Ort, am Standort eines ehemaligen Kuhstalls.

Am Pfingstwochenende wurde gefeiert.

 

"Es braucht Menschen, die nicht nur reden, sondern Verantwortung übernehmen", zog Matthias Damm symbolisch den Hut vor der Leistung der Vereinsmitglieder. Im Tandem mit Parteifreund Manfred Graetz gratulierte der Anwärter für den Posten des Mittelsächsischen Landrates persönlich. "Manfred Graetz hat damals seine schützende Hand über die Reitanlage gehalten", sagt Uwe Lindner. Mit der Hilfe von elf ABM-Kräften und Fördermitteln des Landessportbundes Sachsen und des ehemaligen Landkreises Döbeln war vor 15 Jahren die neue Reithalle entstanden. Graetz, damals Landrat, reichte dieses Lob an den damaligen Chef des Kreissportbundes, Dieter Heindl, weiter: "Wenn er gesagt hat, das sei es wert, dann habe ich ihm vertraut." Beide einte der Glaube daran, dass das "Kostümreiten" Sport ist und im sportbegeisterten Altkreis eine exotische Bereicherung sei.

 

Denn mit klassischem Spring- und Dressurreiten haben die Westernreiter nichts gemein. Die Cowboys und -girls sind die Coolen, Wilden, die zu lauter Musik und angefeuert von den Zuschauern Vollgas geben, bei Vollbremsungen Staub aufwirbeln und schwindelerregende Pirouetten drehen. Die Formel-1-Fahrer des Reitsports. "Das Pferd darf das alles nicht interessieren", sagt Uwe Lindner.

 

Anlässlich des Vereinsjubiläums hatte der Vereinschef am Pfingst-Wochenende einen besonderen Turnierpunkt im Gleisberger Programm: die NRHA Regio Bronze Trophy in den Klassen "Non Pro" - für Freizeitreiter - und "Open", originär für diejenige, die mit Westernreiten ihr Geld verdienen, aber auch offen für Freizeitreiter, die sich trauen. "Im Reining ist eine Bronze Trophy der höchste Preis", erklärt Henry Sander. Neben Uwe Lindner sitzt der Lübbener der NRHA Regionalgruppe Ost vor und moderierte am Pfingstsonnabend die Trophy. Die NRHA ist der deutsche Dachverband des Reining-Sports und nach den USA der zweitgrößte Reiningverband der Welt. In der Regionalgruppe Ost sind alle jungen Bundesländer organisiert. Eine Bronze Trophy ist immer mit einer Geldprämie verknüpft, doch die, so Sander, sei für die teilnehmenden Reiter zweitrangig. Jeder wolle die schwere Trophäe. Als Sponsor konnten die Gleisberger ein Leipziger Unternehmen gewinnen und das war kein Zufall: Die Tochter des Firmeninhabers, Maria Theresia Till, erlebte in Gleisberg ihre ersten Turnierstarts. Mittlerweile hat die 18-Jährige mehrere Titel in ihrer Sammlung, unter anderem den Deutschen Meistertitel. Wo sie herkommt, habe Familie Till jedoch nicht vergessen, und darum die Preisgelder gestiftet.

 

Maria Theresia Till ließ es sich nicht nehmen, mit ihrem Pferd Duallywood Andaure selbst Teil der Trophy zu sein. Ärgste Konkurrentin: Eva Löbel auf Smart Charls of Tivio, die bereits in der Vorwoche die Non pro-Klasse der NRHA Spreewald Bronze Trophy für sich entschieden hatte. Zu Helene Fischers "Atemlos" legte Löbel eine bravouröse Show auf den Boden, musste sich der Siegerin Maria Theresia Till jedoch mit einem Score von 71 Punkten geschlagen geben. Beide Damen griffen schließlich in der Open-Klasse noch einmal an. Beinah hätte die 18-jährige Till die Sensation geschafft, doch Thorsten Schwindt auf Chalenge Olena erkämpfte sich mit 69 Punkten einen Zähler mehr. "Nach zehn Jahren war es das erste Mal, dass ich wieder geshowt habe", war der Amateur ganz perplex über seine erste gewonnene Bronze Trophy. In der Non Pro-Klasse war er extra nicht angetreten, um den eigenen Reihen keine Konkurrenz zu machen. Freundin Susan Hahn auf Roan Eldorado Snaper hatte nach der Bronze Trophy der Freizeitreiter gegriffen und erfolgreich Platz Drei belegt.

Krieger, Antje

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