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Döbeln „Die JVA Waldheim prüft sehr genau“
Region Döbeln „Die JVA Waldheim prüft sehr genau“
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Im offenen Strafvollzug der JVA Waldheim sitzen Gefangene, die Arbeit haben. Dass diese die Haftlockerungen nutzen, um weitere Straftaten – etwa Drogenhandel – zu begehen, versuchen die JVA-Mitarbeiter auszuschließen, wenn sie darüber entscheiden, wer für den offenen Vollzug geeignet ist. In den allermeisten Fällen gelingt das. Quelle: Sven Bartsch
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Waldheim

Für einige Reaktionen hat unser Bericht über einen Drogendealer gesorgt, der seine illegalen Geschäfte als Häftling des offenen Vollzuges der JVA Waldheim betrieben hatte. Auf der Facebookseite der Döbelner Allgemeinen Zeitung kommentieren Nutzer den Vorfall sarkastisch, als sei dies nichts ungewöhnliches. An anderer Stelle auf Facebook wird argumentiert, dass Drogendealer nicht in den offenen Vollzug gehören. Die Döbelner Allgemeine Zeitung hat mit Astrid Riegler über den offenen Vollzug gesprochen. Sie ist Amtsinspektorin im Justizdienst und Vollzugsabteilungsleiterin für den offenen Vollzug der JVA Waldheim. Dieser bietet 18 Haftplätze, von denen derzeit 17 belegt sind. Der vom Amtsgericht Chemnitz verurteilte Drogendealer sitzt nicht mehr in der JVA Waldheim. Zu seinem Prozess Ende September reiste er aus der JVA Dresden an.

Astrid Riegler, Leiterin des offenen Vollzuges der JVA Waldheim. Quelle: Sven Bartsch

Frau Amtsinspektorin, können Sie berichten, wie der Tagesablauf im offenen Vollzug abläuft?

Im offenen Vollzug können und müssen die Gefangenen ihren Tagesablauf weitestgehend eigenständig strukturieren, weil sie sich nur so auf ein Leben nach der Haft vorbereiten können. Derzeit gehen alle im offenen Vollzug untergebrachten Gefangenen einer Arbeit nach. Vier Gefangenen sind im Garten- und Landschaftsbaukommando der Anstalt tätig. Ein Gefangener ist als Haus- und Verwaltungsreiniger und ein Gefangener als Verkäufer in der Besuchsabteilung tätig. Elf Gefangene gehen als sogenannte „Freigänger“ einem Arbeitsrechtsverhältnis bei zivilen Arbeitgebern nach. Die Gefangenen begeben sich selbstständig zu ihrem Arbeitsplatz und kommen zum Feierabend in die JVA zurück. Sie gehen dann im Gebäude des offenen Vollzuges ihrer Freizeit nach. Zweimal wöchentlich erhalten die Gefangenen sogenannten „Stadtausgang“. In dieser Zeit können sie Einkäufe für ihre Versorgung tätigen.

Wie wird verhindert, dass Gefangene Drogen und andere unerlaubte Dinge einschmuggeln?

Bei jeder Rückkehr in das Gebäude des offenen Vollzuges werden die Gefangenen und ihre mitgeführten Behältnisse kontrolliert. Regelmäßig werden Alkohol- und Drogentests durchgeführt.Allerdings kann ein Einbringen von unerlaubten Gegenständen im offenen Vollzug – genauso wie im geschlossenen Vollzug – nicht mit 100prozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden.

Welche Voraussetzungen müssen Gefangene erfüllen, um in den Genuss dieser Art des Strafvollzuges zu kommen?

Gefangene, die offenen Vollzug untergebracht werden, müssen lockerungsgeeignet sein und den besonderen Anforderungen des offenen Vollzuges genügen (Paragraf 15 Sächsisches Strafvollzugsgesetz). Dies heißt beispielsweise, dass sie keine Suchtprobleme haben dürfen, dass die kriminogenen Faktoren, die zu den Straftaten geführt haben, bearbeitet sein müssen. Außerdem dürfen gegen die Gefangenen keine offenen Strafverfahren mehr vorliegen.

Ist es vorstellbar, dass die JVA künftig genauer schaut, wer im offenen Vollzug untergebracht wird, und dass wegen Drogenvergehen oder Drogenverbrechen verurteilte Straftäter es künftig schwerer haben werden, in den offenen Vollzug zu kommen?

Die JVA Waldheim prüft stets sehr genau, ob es verantwortet werden kann, einen Gefangenen im offenen Vollzug unterzubringen. Dies wird auch in Zukunft so sein. Da es sich bei dem aufgezeigten Fall um einen Einzelfall handelt, ist nicht vorgesehen, die derzeitige Praxis zu ändern.

Von Dirk Wurzel

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