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Die Jobsuche der etwas anderen Art

„Speeddating“ im Döbelner Volkshaus: Die Jobsuche der etwas anderen Art

Das Döbelner Stadtoberhaupt und die Arbeitsagentur wollen Arbeitssuchende und Firmen in der Stadt zusammenbringen. Dazu soll es Ende März im Volkshaus eine Art Speeddating zum gegenseitigen Kennenlernen geben.

Döbelns Stadtoberhaupt und die Arbeitsagentur wollen Döbelner Arbeitssuchende und Döbelner Firmen zusammenbringen.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln. Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (63, CDU) wird Anfang März Döbelner Arbeitssuchende und Döbelner Unternehmer an einen Tisch bringen. Unterstützt wird er dabei vom Udo Gibson (38), Teamleiter des Arbeitgeberservice bei der Arbeitsagentur Mittelsachsen. Gemeinsam greifen die beiden Männer damit eine Idee von Jens Burow, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Freiberg, auf. In Penig, Burgstädt, Hartha und Hartmannsdorf gab es bereits solche Jobanbahnungsrunden mit den örtlichen Bürgermeistern.

In der vorletzten Märzwoche soll der erste Stammtisch im Döbelner Volkshaus künftige Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenbringen. „Ich telefoniere schon eine ganze Weile herum. Ich habe ganz gezielt Firmen in unserer Stadt angesprochen. Das ist unser Part bei dieser Veranstaltung“, schildert das Stadtoberhaupt. 90 Prozent der vom Döbelner Oberbürgermeister direkt angesprochenen Unternehmen haben zugesagt und werden im März im Volkshaus mit Personalchef, Mitarbeitern oder Chef am Tisch sitzen, um mit möglichen künftigen Arbeitnehmern ins Gespräch zu kommen. „Weitere interessierte Betriebe, die wir vielleicht bisher noch nicht angesprochen haben, können sich gerne direkt in meinem Büro unter 03431/579232 im Rathaus melden“, so Egerer.

Man müsse sich das ein wenig wie Speeddating vorstellen. Nur dass man nicht Singles, sondern Arbeitssuchende und Arbeitgeber zusammenbringt, beschreibt Egerer die Aktion. „Die Arbeitsagentur und das Jobcenter sprechen für ihren Teil arbeitswillige Leute an. Es geht genau um diese Leute und nicht um Arbeitslose, denen ein Stempel als Nachweis ihrer Bemühungen reicht“, so das Stadtoberhaupt.

„Die von uns für die Aktion angesprochenen Arbeitssuchenden haben eine Kurzbewerbung dabei und suchen an verschiedenen Tischen den Kontakt zu den Firmenvertretern und können so im Gespräch ihre Vorstellungen austauschen und mögliche Beschäftigungsmöglichkeiten ausloten“, sagt Udo Gibson von der Arbeitsagentur. Neben den vom Jobcenter und der Arbeitsagentur angesprochenen Besuchern können aber auch andere interessierte Arbeitssuchende oder Auspendler, die sich für eine Beschäftigung in Döbeln interessieren, die Veranstaltung im Volkshaus besuchen. „Unsere bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Es hat schon einige Vorteile gebracht, wenn sich potenzielle Arbeitnehmer und Arbeitgeber so unkompliziert persönlich begegnen. Für viele regionale Arbeitgeber sind diese kompakten Personalgespräche sehr effektiv“, schildert Udo Gibson erste Erfahrungen.

„Ich gehe davon aus, dass die Firmen und Betriebe, welche an diesem Tag mitmachen, auch einen Personalbedarf haben. Es wäre doch schön, wenn man auf diesem, kurzem Wege beide Seiten in unserer Stadt zusammenbringen kann“, so der Bürgermeister. Schwerpunkt in der Runde sind ausschließlich im Stadt- und Gemeindegebiet ansässige Firmen, Handwerker und Händler. Arbeitnehmerüberlassung und Zeitarbeitsfirmen bleiben diesmal außen vor.

Insgesamt gibt es in Döbeln laut dem aktuellen Gewerberegister derzeit 70 Industriebetriebe sowie 370 Handwerksfirmen, 680 Handelsunternehmen und 1280 sonstige Unternehmen, Firmen und Selbstständige. Zu letzterem zählen alle Freiberufler, wie Anwälte, Versicherungsvertreter bis hin zur Tupper-Tante. Ältere Statistiken weisen für Döbeln insgesamt mehr als 12 000 Arbeitsplätze aus. Damit hat die Stadt statistisch mehr Arbeitsplätze als arbeitsfähige Einwohner. Allerdings pendeln auch rund 6000 Menschen von außerhalb in Döbeln zur Arbeit ein. Mehr als 3000 Döbelner pendeln zur Arbeit aus.

Von Thomas Sparrer

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