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Die Mauer muss her - Döbelner Stadtbad braucht Flutschutz

Die Mauer muss her - Döbelner Stadtbad braucht Flutschutz

Döbeln.Den ultimativen Schutz kann es nicht geben. Insbesondere in Döbeln wissen fluterprobte Hausbesitzer, Unternehmer, Händler und Betreiber öffentlicher Einrichtungen, dass die absolute Sicherheit vor Hochwasser nicht kalkulierbar ist.

 

 

 

 

Der Betreiber, die Stadtwerke Döbeln, haben mit Planern, Architekten und Baufirmen in einem halben Jahr daran gearbeitet, das Bad für den möglichen nächsten Schadensfall zu rüsten. Alles steht und fällt aber mit der Hochwasserschutzmauer, für deren Weiterbau die Stadtverwaltung Döbeln momentan alle Hebel in Bewegung zu setzen versucht.

Stadtwerke-Chef Reinhard Zerge ist Realist. "Bei allem, was wir in dem vergangenen halben Jahr im Gebäude umgesetzt haben, wissen wir, dass es Maßnahmen sind, mit denen wir den Schaden maximal reduzieren, aber nicht verhindern können. Wir brauchen den technischen Hochwasserschutz im Verlauf der Mulde, sprich die Mauer", so Zerge. Das Stadtbad-Areal befindet sich in einem natürlichen Geländeeinschnitt und wird von drei Seiten durch Hänge begrenzt. Nur die Seite zur Mulde hin ist ungeschützt. "Im Hochwasserschutzkonzept des Freistaates ist vorgesehen, diese offene Flanke durch Mauern beziehungsweise einen Damm zu sichern. In Gesprächen mit den zuständigen Stellen des Freistaates streben wir gegenwärtig an, diese wichtigen ohnehin geplanten Maßnahmen vorzuziehen und damit die hochwertigen Anlagen im Stadtbad wirkungsvoll zu schützen", erklärte Stadtsprecher Thomas Mettcher zu laufenden Gesprächen mit der Landestalsperrenverwaltung.

Um einen schnellen Baufortschritt zu ermöglichen, sei es sogar denkbar eine Baustraße über die Liegewiese des Freibades bis zur Brücke an der Rosa-Luxemburg-Straße zu errichten. Zerge: "Dann könnte der Bereich der Schutzmauer zwischen Stadtwerke und Stadtbad von unserem Gelände aus gebaut werden." Diesen Schutz braucht insbesondere der Saunabereich, der am tiefsten gelegen ist und auch im Juni schon unter Wasser gestanden hatte, als der Mahlitzscher Pegelstand die Warnstufe 4 noch gar nicht erreicht hatte. "Baulich können wir hier nicht viel ausrichten. Noch bevor die Mulde über die Ufer tritt, haben wir in der Sauna und den anderen tief gelegenen Bereichen des Bades Probleme mit dem Oberflächenwasser", erklärte Zerge gestern. Dem soll mit zwei zusätzlichen Bauwerken - so genannten Hebewerken - begegnet werden. Zerge: "Es sollen unterirdisch zwei Sammelbecken mit Pumpen installiert werden. Dadurch können wir Regen- und Brauchwasser in größeren Mengen vor dem Eintritt ins Gebäude abfangen und wegleiten." Dafür und für den Aufbau des Technikgebäudes, in dem derzeit die Freibadtechnik untergebracht ist, sind Kosten von einer Million Euro veranschlagt, die "planerisch und finanziell noch nicht untersetzt sind", so der Stadtwerke-Chef.

3,2 Millionen Euro wurden seit Juni ins Stadtbad investiert. Das Gros davon ist für den Besucher nicht zu sehen. Sauna, Schwimmhalle und Umkleidebereiche sind wieder hergerichtet, das neue Lehrschwimmbecken in Betrieb genommen. 40 Prozent der Kosten sind für präventive Maßnahmen eingesetzt worden, die das Bad besser schützen. Hauptsächlich Steuerungs- und Pumptechnik sind jetzt sicherer untergebracht. "Wir haben überall wo es möglich war nach oben gebaut." Pumpen, Steuereinheiten, Elektronik sind auf Arbeitsbühnen gestellt worden. Hinter höher gezogenen Fliesenabschnitten wurden zusätzlich wasserdichte Planen verbaut. Zerge: "Ziel soll es sein, dass wir im Schadensfall den Betrieb schneller wieder aufnehmen und den materiellen Schaden an den Anlagen minimieren können." Zudem wurde eine Checkliste erstellt, die den Mitarbeitern im Ernstfall genaue Vorgaben zu dann geltenden Abläufen macht.

Bis zum Freitag werden die Mitarbeiter damit beschäftigt sein, das Bad eröffnungsfein zu machen. "Es ist alles mit heißer Nadel gestrickt, aber wir wollen für die Döbelner unbedingt wieder aufschließen."

Thomas Lieb

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