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Döbeln Die Nussschalen fliegen auf dem Obermarkt: Förderverein gewinnt Stadtwette
Region Döbeln Die Nussschalen fliegen auf dem Obermarkt: Förderverein gewinnt Stadtwette
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13:48 07.12.2015
Konzentration, Handkraft und Schnelligkeit: Das Team des Fördervereins zur Sanierung der Stadtkirche knackte am schnellsten 120 Haselnüsse. Quelle: Gerhard Dörner
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Waldheim

Jede Menge Nussschalen zerstörten die Vereinsleute am Sonnabend auf dem Waldheimer Weihnachtsmarkt. Und hunderte Augenpaare verfolgten den Gaudi auf der Bühne, der sich Stadtwette nannte. Das Team des Fördervereins zur Sanierung der Stadtkirche war gegen die gemischte Mannschaft des Gewerbevereins angetreten. Ziel: Abwechselnd 120 Haselnüsse zu knacken, wobei jede Nussknackerin und jeder Nussknacker 15 der hartschaligen Früchte zu öffnen hatte. Und zwar so, dass deren Inneres nicht zu Schaden kam. Dann das verteilten die Frauen vom Stadtkirchen-Verein nachher unter den Weihnachtsmarktgästen. Weil knapp 240 Nüsse wahrscheinlich nicht gereicht hätten, war der Verein in Vorleistung gegangen. Historisch gekleidete Nuss-Mägde verteilten die Ware in kleinen Papiertütchen. Ob die Insassen der JVA diese gefaltet haben, ist nicht bekannt.

Auf Nüsse hämmern, und das schnell: Die diesjährige Stadtwette auf dem Waldheimer Weihnachtsmarkt war voll der Bringer.

„Hier kommt es auf Handkraft, Konzentrationsvermögen und Schnelligkeit an“, leitete Commerzienrätin Gloria von Auerbach den spaßigen Wettbewerb ein. In der Kleidung aus der Jahrhundertwende steckte Kathrin Schneider, die Vorsitzende des Fördervereins. Ihr Kontrahent, der Gewerbevereinschef Roman Petters in der Rolle des Stadtbaumeisters, trug die Kleidung seiner Zunft, wobei der Kopf des Maurermeisters in einem Zylinder steckte.

Die Vorstellung des Knackwerkzeuges gestaltete sich als gelungene Überraschung. Denn nicht der vorher präsentierte Holz-Bergmann aus den Schnitzstuben des Erzgebirges kam zum Einsatz, ein zangenartiges Gerät neuerer Bauart genausowenig, sondern schlichte Schlosserhämmer. „Nüsse und Knackwerkzeug stellen natürlich wir“, gab sich die Commerzienrätin gönnerhaft und der Stadtbaumeister erwiderte trocken: „Und genau das ist der Fehler.“ Es sollte nicht die einzige spaßige Frotzelei zwischen den beiden bleiben. Damit kein Team bei dem Wettkampf schummelte, wachte Notar Andreas Preißler über den Ablauf und außerdem warfen die Waldheimer Stadtgendarmen wache Blicke auf die Wettknacker.

Zwar siegte am Ende das Team des Fördervereins. Aber Roman Petters Mannschaft hatte mehr Lacher auf ihrer Seite. Nicht nur, weil sie einen Käfig mit Tauben auf die Bühne schleppte, was entfernt an den Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ erinnerte. Sondern auch eine urige Knack-Maschine, bei der grobe Holzklötze die Schale der Nüsse zertrümmern. Und das Innere gleich mit, weshalb die Vorführung außerhalb der Wertung lief. Vom Prinzip her funktionierte das Gerät so, wie eine verkleinerte Version eines mit Wasserkraft angetriebenen Schmiedehammers, bloß eben ohne Wasserrad.

Historisch waren am historischen Waldheimer Weihnachtsmarkt zwei Dinge: Erstens war es die letzte Stadtwette, die der Förderverein zur Sanierung der Stadtkirche bestritt und zweitens die Anzahl der Märkte über die Jahre. Es war nämlich das 20. Adventsspektakel dieser Art. Ausgerechnet die Lokalzeitung der Waldheimer Partnerstadt Landsberg am Lech äußerte damals Zweifel, dass es den Waldheimern gelingen wird, einen historischen Weihnachtsmarkt erfolgreich auf die Beine zu stellen. „Sie sehen, dass es uns gelungen ist“, sagte Waldheims stellvertretender Bürgermeister Albrecht Hänel, der den diesjährigen Markt eröffnete. Recht hat der Mann.

So hatten die Familien Bergmann und Böhme wieder ihre Höfe geöffnet und kulturell war auch einiges los. So sangen am Sonntag in der Stadtkirche die Kinder- und Jugendlichen des Gewandhauschores Leipzig. Die Schüler der Theater AG der Waldheimer Grundschule spielten das Märchen „Frau Holle“, der Chor der Oberschule gab ein Konzert im Rathaussaal. Und die Stadtwette machte schließlich die Waldheimer Weihnacht perfekt

Von Dirk Wurzel

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