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Döbeln Rutschen aus Döbeln sind ein Exportschlager
Region Döbeln Rutschen aus Döbeln sind ein Exportschlager
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16:22 05.10.2018
Landrat Matthias Damm (2.v.l.) lässt sich von Thomas Büchel (l.) und René Clausnitzer (m.) die Rutsche für Istanbul zeigen. In seinem Gefolge waren auch der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser und Döbelnes Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

Rutschen aus Döbeln sind einer der größten Exportschlager. In alle Welt liefert das Döbelner Unternehmen Atlantics die geschweißten Edelstahlröhren. Doch in der Region Döbeln selbst ist das Unternehmen weniger bekannt.

Selbst Mittelsachsens Landrat Matthias Damm staunte nicht schlecht, als er im Sonnenlandpark Lichtenau bei der Einweihung der neuen Riesenrutsche davon erfuhr, dass dieser größte Rutschenturm in Deutschland das Prestige-Objekt des Döbelner Herstellers ist. Bei der Einweihung des 30 Meter hohen Turmes vereinbarte er gleich einen Termin für einen Betriebsbesuch an der Dresdner Straße in Döbeln.

Rutschenteile liegen für den Abtransport bereit. Quelle: Sven Bartsch

„Zu den bislang sechs Rutschen des Turmes kommen noch dieses Jahr drei weitere. Ebenso wird der Turm noch aufwendig beleuchtet, so dass er neben dem beleuchteten Riesenrad des Sonnenlandparkes schon von der Autobahn zu sehen ist“, sagt René Clausnitzer. Der 49-Jährige ist gemeinsam mit Thomas Büchel (38) geschäftsführender Gesellschafter der Atlantics GmbH in Döbeln. 42 Mitarbeiter bauen in den acht Werkhallen in Döbeln-Ost auf dem Betriebsgelände neben dem Dänischen Bettenlager Rutschem, die in 50 Länder der Welt exportiert werden.

Freizeitparks, Flughäfen, Bäder und große Einkaufszentren sind die Hauptkunden für die Rutschen aus Döbeln. Neben dem Einsatz als Spielgeräte sind sie aber auch als Evakuierungsrutschen im Brandschutz oder als Gepäck- und Warenrutschen in der Logistikbranche gefragt.

Diese zwölf Meter Rutsche wird im November in einem Einkaufszentrum in Istanbul aufgebaut. Quelle: Sven Bartsch

Gerade liegt eine zwölf Meter hohe Rutsche für ein Einkaufszentrum in Istanbul bereit für den Abtransport zum Kunden. Zwei Leitmonteure des Döbelner Betriebes fliegen im November zum Aufbau des Rutschenturmes nach Istanbul. Ein in der Werkhalle stehendes Flugzeug geht als besonderes Spielzeug in eine Einkaufsmall in Minnesota. Ein nächstes Großprojekt steht noch dieses Jahr für Kunden in Dubai an. Für die Expo 2020 in Dubai bauen die Döbelner schon jetzt für das Besucherzentrum eine besondere Rutsche. Für einen großen Outdoorspielplatz in Singapore sind weitere drei Rutschen gedacht.

Blick in den stählernen Spielzeug-Jet für Minnesota . Quelle: Sven Bartsch

„Das Geschäft brummt. Wir müssen sogar ein wenig auf die Bremse treten und längere Lieferzeiten kalkulieren.“, sagt René Clausnitzer. Denn das Unternehmen braucht weitere Mitarbeiter im Bereich Metallbau und Konstruktion. Die sind schwer zu finden. Momentan ist das das größte Problem des Betriebes. Landrat Matthias Damm gab deshalb Tipps zu regionalen Ausbildungsmessen und Kontakte zur Nestbauzentrale, die Rückkehrer aus den alten Bundesländern in die mittelsächsische Heimat anwerben will.

Diese bereits ausgebildeten Rückkehrer will jetzt auch Atlantics ansprechen. Denn beim Thema Ausbildung war man gerade gescheitert. Denn es gelang nicht einen geeigneten Lehrling einzustellen. Bei vorherigen Jahrgängen fehlte es den wenigen Interessenten an den geringsten Schlüsselqualifikationen. Einen Einstellungstest mit ein paar Fragen zum Allgemeinwissen bestand nicht einer der Bewerber. „Das ist beängstigend“, so Clausnitzer.

Von Thomas Sparrer

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