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„Die Strecke ist mein Baby“ – Küpper plant Comeback in Waldheim

Kleinbahn „Die Strecke ist mein Baby“ – Küpper plant Comeback in Waldheim

Hans Rolf Küpper hat wieder etwas von sich hören lassen. Er möchte gerne das Bahngelände in Unterrauschenthal kaufen. Dem Verein der Waldheimer Eisenbahnfreunde würde er ein Nießbrauchsrecht einräumen.

Hans Rolf Küpper (l.) kann nicht von der Kleinbahn lassen. Er hat der Stadt jetzt ein Kaufangebot für das Bahngelände unterbreitet.

Quelle: Archiv/Jürgen Kulschewski

Waldheim. Hans Rolf Küpper kann nicht von Waldheim lassen. Er hat der Stadt jetzt angeboten, das Eisenbahngelände in Unterrauschenthal abzukaufen. 5000 Euro will er für die zwei, insgesamt etwa 6000 Quadratmeter großen Grundstücke zahlen. Durch die Insolvenz der IG Kleinbahn Waldheim-Kriebstein war die Stadt an das Land und die Strecke gekommen und hat es den Waldheimer Eisenbahnfreunden zur Nutzung überlassen.

Andreas Lässig, Vorsitzender des Vereins der Waldheimer Eisenbahnfreunde, hat Hans Rolf Küppers Vorschlag mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen. Er sieht darin lediglich einen weiteren Störversuch. Vor knapp drei Jahren bekam der Verein Post von der Thü.Sa.A. GmbH (Thüsa). Hans Rolf Küpper gehört diese Firma, wie er im Gespräch mit der DAZ berichtet. Nach dem Schreiben sei die Thüsa Eigentümerin des Flurstücks, das zum Bahngelände gehört und das Hans Rolf Küpper jetzt kaufen will. Die Thüsa forderte den Verein auf, eine Liste mit Erwerbsnachweisen für angebliches Vereinseigentum, das auf dem Betriebsgelände der Küpper-Firma lagern würde, bei einer Döbelner Anwaltskanzlei einzureichen. Nach Prüfung des Anspruchs könne der Verein diese Dinge abholen, wenn jemand von der Thüsa dabei ist. Die Firma untersagte in dem Brief nämlich, das Betriebsgelände zu betreten. Andreas Lässig nannte in seinem Antwortschreiben die Fakten: Die Stadt Waldheim hat die Eisenbahnstrecke von der insolventen IG lastfrei gekauft und es besteht ein rechtsgültiger Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Verein. Bemerkenswert an dieser Geschichte ist: Dem Thüsa-Schreiben liegt eine Flurstückskarte bei. Dort ist das angebliche Landeigentum der Thüsa als Erbbaupacht gekennzeichnet. Juristisch gesehen würde es sich also um Besitz und nicht um Eigentum handeln. Andreas Lässig forderte die Thüsa außerdem auf, ihm den Notar-Vertrag zu zeigen.

Ein Zug zum Vereinsfest

Er sollte als Vereinsvorsitzender in der Folge keine Post mehr von der Firma und Hans Rolf Küpper bekommen. Dafür aber die Stadt Waldheim, der neulich das Kaufangebot ins Rathaus flatterte. Warum hat es Hans Rolf Küpper unterbreitet? „Ich habe diese Strecke einmal gebaut, sie ist mein Baby. Ich habe für Waldheim etwas Originäres machen wollen“, sagt er auf Nachfrage der DAZ. Der Verein würde ein Nießbrauchrecht für das Bahngelände bekommen. „Ich wäre der Ansprechpartner für den Zugverkehr. Die Thüsa könnte als Betriebsführerin die Strecke betreiben“, sagt Hans Rolf Küpper. Ihm seien jetzt Teile aus der Insolvenzmasse der IG zugesprochen worden, darunter rollendes Material. Dazu war vom Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Tobias Hohmann von der Kanzlei Flöther und Wissiger, am Donnerstag keine Auskunft zu bekommen.

Über Küppers Kaufangebot soll der Waldheimer Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung abstimmen. Die Empfehlung der Verwaltung ist klar: Kein Deal mit Küpper. „Aufgrund der langjährigen und immer noch andauernden Auseinandersetzungen mit Herrn Küpper ist durch die Stadt Waldheim von dem Angebot kein Gebrauch zu machen“, heißt es in der Beschlussvorlage, die im Ratsinformationssystem im Internet veröffentlicht ist. „Wie sagen wir in Köln: Wer nit will, der hat“, sagt Hans Rolf Küpper dazu. Auch ohne ihn fährt wieder ein Zug durch Unterrauschenthal. Und zwar am 6. und 7. Mai, wenn die Waldheimer Eisenbahnfreunde ihr Vereinsfest feiern.

Von Dirk Wurzel

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