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Einbruch bei Sachsenobst in Döbeln ist jetzt Gerichtsfall

Einstieg übers Dach Einbruch bei Sachsenobst in Döbeln ist jetzt Gerichtsfall

Vor etwa einem Jahr suchten Einbrecher die Sachsenobst-Kelterei im Döbelner Ortsteil Neugreußnig heim. Mit einem 27-jährigen Deutschen glaubt die Staatsanwaltschaft Chemnitz einen der Täter gefunden zu haben. Sie hat ihn des besonders schweren Diebstahls am Amtsgericht Döbeln angeklagt.

Ein 27-jähriger Döbelner steht wegen eines spektakulären Einbruchs in die Sachsenobst-Kelterei in Döbeln-Neugreußnig vor Gericht. Dabei waren die Täter übers Dach eingestiegen. War der junge Mann daran beteiligt? Der bestreitet das.
 

Quelle: dpa

Döbeln.  Auf recht spektakuläre Weise drangen Einbrecher am 25. Juli vergangenen Jahres in die Büroräume der Sachsenobst-Kelterei in Neugreußnig ein: Sie deckten das Dach teilweise ab, rissen die Dachverkleidung auf, traten schließlich Türen ein, um so an ihre Beute zu gelangen. Die Diebe stahlen 2100 Euro Bargeld, einen Fernseher und einen Laptop. Der Stehlschaden beträgt insgesamt rund 3200 Euro. Wesentlich teuerer kommt mit etwa 3600 Euro der angerichtete Sachschaden.

Schläge in der Mittagspause

Das alles steht im Anklagesatz der Staatsanwaltschaft Chemnitz, den Staatsanwältin Angelika Rickert jüngst im Amtsgericht Döbeln präsentierte. Die Anklagebehörde ist überzeugt, mit einem 27-jährigen Döbelner einen der Einbrecher ermittelt zu haben und hat ihn des Diebstahls im besonders schweren Fall angeklagt. So verhandelt nun Strafrichterin Christa Weik. Staatsanwältin Rickert legt dem 27-Jährigen auch noch zur Last, am 11. Januar einen 17-jährigen Berufsschüler auf der Rudolf-Breitscheid-Straße in Döbeln geschlagen zu haben. Diese Körperverletzung räumt der Angeklagte im Grunde ein. „Ich hatte mich mit meiner Freundin gestritten. Da haben mich die Leute beleidigt“, sagte der Deutsche zu diesem Tatvorwurf. Der Geschädigte sagte, dass er mit seinen Schulkameraden unterwegs war, um sich was zum Mittagessen zu holen. An der Sparkasse seien sie auf das streitende Paar aufmerksam geworden und hätten Schreie „in unsere Richtung“ gehört. „Ich sagte, wir wollen keinen Stress und er soll weitergehen“, sagte der Berufsschüler, ein angehender Kfz-Mechatroniker. Da sei der Angeklagte über die Straße gerannt und habe ihn geschlagen. „Er war sehr aggressiv“, sagte er Zeuge. Der 27-Jährige bat ihn um Entschuldigung. Er habe einen ganz schlechten Tag gehabt.

Früher Crystal, jetzt Marihuana

Drogen waren wohl auch im Spiel. Zum Zeitpunkt des Kelterei-Einbruchs hat der Angeklagte laut eignen Angaben ein Drogenproblem gehabt. „Damals nahm ich Crystal, jetzt rauche ich nur noch Marihuana“, sagte er. Den Einbruch in die Kelterei stritt er allerdings ab. Er kenne die Firma, habe sich dort um Ferienarbeit beworben. „Eingestiegen bin ich da definitiv nicht“, sagte er. Ein Zeuge berichtete, dass er zwei Tage vor der Straftat eine Gruppe Jugendlicher im Bereich der Wehranlage gesehen habe. „Die haben mich vollgepöbelt“, sagte der 45-Jährige, der den Angeklagten kennt. Zwei rothaarige Mädchen und einen kräftigen Kerl habe er beobachtet. „Das war nicht der Angeklagte“, sagte der Zeuge. Seine Aussage lieferte nichts, was den 27-Jährigen belastet.

Fingerabdrücke passen zum Angeklagten

Interessant wurde es, als Richterin Weik die Ergebnisse der Kriminaltechniker der Kripo aus der Ermittlungsakte vortrug und so in die öffentliche Hauptverhandlung einführte. Demnach fanden die Beamten eine ganze Menge an Spuren. An einer Tür entdeckten sie Fingerabdrücke des Angeklagten. Die Polizei geht zudem von zwei Tätern aus. „Diese Spur ist definitiv von Ihnen“, hielt Richterin Weik dem Angeklagten vor. Der erklärte das mit dem Besuch in dem Betrieb, als er sich um den Ferienjob beworben hatte. „Die eine Spur ist schon ein bisschen wenig. Da hätten auch welche sichergestellt werden müssen, die beim Hochklettern hinterlassen wurden“, zog Rechtsanwalt Sven Kuhne – ihn hatte Gericht zum Pflichtverteidiger des Angeklagten bestellt – den Beweiswert dieses Indizes in Zweifel.

Beute durch die Mulde geschleppt?

Wie die Täter, wer auch immer diese tatsächlich sind, das Diebesgut abtransportiert haben, konnte der 45-Jährige Zeuge erklären: Entweder unter dem Tor durch oder über die Freiberger Mulde. Denn vom Fluss aus ist das Sachsenobst-Gelände frei zugänglich.

Auch um den Wert der Beute zu beziffern, muss das Gericht weitere Zeugen hören. Richterin Weik setzt den Prozess darum an einem anderen Tag fort.

Von Dirk Wurzel

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