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Die „Treuefrau von Kriebstein“ erzählt

25. Burgfest mit mehr als 5000 Gästen Die „Treuefrau von Kriebstein“ erzählt

Elftes Ritterspektakel, 25. Burgfest, Rekorddauer von vier Tagen und all das mitten im meteorologischen Hoch Peter – auf Burg Kriebstein trafen zwischen Donnerstag und Sonntag einige Superlative aufeinander. Und das mit Erfolg: Mehr als 5000 Besucher zählte das Fest an allen Tagen.

Hunderte Zuschauer bestaunen die Ritterkämpfe im Burghof.

Quelle: Sven Bartsch

Kriebstein. Elftes Ritterspektakel, 25. Burgfest, Rekorddauer von vier Tagen und all das mitten im meteorologischen Hoch Peter – auf Burg Kriebstein trafen zwischen Donnerstag und gestern einige Superlative aufeinander. Und das mit Erfolg: Mehr als 5000 Besucher zählte das Fest an allen Tagen. Künftig könnte es häufiger am langen Himmelfahrtswochenende steigen, wenn die Erfolgsgeschichte so weitergeht. Eine ihrer tragenden Figuren ist Paula Herold, die schon seit dem ersten Burgfest 1992 dabei ist und schon so einiges erlebt hat.

Schon am Einlass haben Linda-Maria Bischoff und Liza Wieberich vom Veranstalter Coex aus Cottbus alle Hände voll zu tun, alle Besucher mit Eintrittskarten und Handstempeln zu versehen. „Wir haben ja noch Stempelfarbe dabei“, scherzt Linda-Maria beim Blick auf die stetig den steilen Kriebsteiner Berg hinuntersteigenden Besucherströme am Sonnabendnachmittag. Die Straße hinauf zur Burg ist gesäumt mit Autos, deren Fahrer allesamt zum Haushalt der Gemeinde Kriebstein beitragen.

Wer es bis zum Burgtor geschafft hat wird von Reinmar dem Riesen begrüßt. „Trete hindurch, das ist der Weg des Glückes und der Fruchtbarkeit“, fordert er Besucher auf, zwischen seinen (Stelzen-)Beinen hindurchzugehen, was ohne größere Mühe möglich ist. Später ist er auf der Bühne im Burghof zu sehen – mit Beinen im Normalmaß, dafür mit tollen Jonglage-Tricks Geschichten, die vor allem die Kinder zum Staunen bringen.

Dabei ist das Metier des geschichtenerzählens seit 25 Jahren eigentlich fest an Paula Herold alias Brunhild Bertholdin von Hirschbach vergeben. Sie wurde von der Burgleitung nach einem Auftritt auf Schloss Burgk in Thüringen 1991 für das Kriebsteiner Burgfest 1992 engagiert. Ein Startschuss mit einem Knall. „Damals kamen 9000 Besucher an zwei Tagen und wir konnten noch Ritterkämpfe hoch zu Ross im Burghof veranstalten“, erinnert sie sich.

Der Hof war damals noch nicht so schick gepflastert wie heute und die Stände, die heutzutage nur noch Platz für ritterliche Fußkämpfe lassen, standen passend zu den Ausstellungsteilen der Burg im Museum. „Das ist heute schon aus sicherheitstechnischen Gründen gar nicht mehr denkbar“, sagt Paula Herold.

Sie hat es als Geschichtenerzählerin geschafft, auch im 25. Jahr noch ein neues Thema für das Burgfest zu finden. Das ist in diesem Jahr die „Treuefrau von Kriebstein“. „Das ist eine Sage die auch im originalen Rittersaal im Museum sichtbar ist. Ritter Staupitz hatte die Burg Kriebstein von Friedrich dem Streitbaren erobert, der sie wiederum zurückeroberte und nur der Frau von Staupitz erlaubte, die Burg zu verlassen. Dazu sollte sie alles mitnehmen dürfen, was sie tragen konnte. Also packte sie ihren Mann in einen Sack und buckelte ihn vor das Burgtor. Als sie ihn draußen herausließ, gab es großes Lachen auf der Burg und sie durfte ihren Mann mitnehmen“, erzählt sie lebhaft.

Inzwischen ist Paula Herold selbst so etwas wie die Treuefrau von Kriebstein und überhaupt richtig in die Familie der Burgfestspiele hineingewachsen. Man trifft sich übers Jahr immer wieder, schon am kommenden Woche bei einem Ritterturnier zu Pferde auf Burg Wesenstein. In Kriebstein sind es die Schwarzen Ritter aus Böhmen, die schon dritter und vierter Generation technisch anspruchsvoll dem Fußkampf mit Schwertern und Äxten nachgehen. Das Fleapit-Theater (dt. Schmierentheater) aus Deutschland und Wales sorgt für Stimmung auf der Bühne, ebenso wie die in der Szene bekannte Musikgruppe Fidelius. Das Jugendtheater Senkblei, in dem auch Paula Herolds Tochter Freija mitspielt, lockte mit dem „Froschkönig“ vor allem Familien in den neuen Rittersaal.

Ein Gewinn ist das Burgfest auch für das hauseigene Museum. „Es werden Gäste hergelockt, die sonst nicht herkommen und manchmal kommen sie auch wieder, wenn hier weniger los ist“, freute sich Museumsmitarbeiterin Gisela Knoll. Und manchmal finden sich sogar alte Studienfreunde aus Mittweida, die sich jährlich treffen, nichts ahnend mitten auf dem Fest wieder. „Ich war zuletzt zu DDR-Zeiten hier. Die Burg hat sich deutlich herausgeputzt“, sagte Jörg Berg, der mit Diana Schröter aus dem Magdeburger Raum gekommen war. Ein Burgfest, das verbindet – am besten auch die nächsten 25 Jahre.

Von Sebastian Fink

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