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Döbeln Dieb beklaut Dieb in Geringswalde: Neun Monate Haft
Region Döbeln Dieb beklaut Dieb in Geringswalde: Neun Monate Haft
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Ein Diebstahl unter Kleinkriminellen beschäftigte am Dienstag das Amtsgericht Döbeln. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Geringswalde/Döbeln

Was bitte schön sind Otoskope? Diese Frage stellte sich am Dienstag in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln. Ein 49-jähriger Geringswalder soll die Teile einem anderen Geringswalder aus der Wohnung geklaut haben. Dieser 28-Jährige ist vor Gericht auch kein Unbekannter. In der vergangenen Woche verurteilte ihn Strafrichter Janko Ehrlich unter anderem wegen des Einbruchs in ein Windrad des Windparks Striegistal zu fast zweieinhalb Jahren Haft.

In der Wohnung Revue gemacht

Dieb beklaut Dieb in Geringswalde. Und was sind nun Otoskope? Geräte, mit denen der Hals, -Nasen -und Ohrenarzt seinen Patienten ins Hörorgan schaut. Zwei Stück dieser Diagnoseteile soll der 49-Jährige mitgenommen haben, dazu Fahrradlampen und anderen Kram. Die Beute hatte einen Wert von etwa 350 Euro. Dazu verwüstete er die Wohnung. Eingestiegen sei er durchs Küchenfenster, das angelehnt gewesen sei. Der Angeklagte räumte nun die Tatvorwürfe ein. „Ich weiß auch nicht mehr, was ich mit den Otoskopen wollte“, sagte er im Prozess bei Strafrichterin Christa Weik. Zudem gab er zu, zu der Mutter des Bestohlenen gesagt zu haben: „Sagen Sie ihrem Sohn einen schönen Gruß, ich habe in seiner Wohnung Revue gemacht.“ Als Grund für den Einbruch gab er an, sich sein Hartz-IV zurückholen zu wollen. Das habe ihm der 28-Jährige aus seiner Wohnung geklaut. Seine Freundin habe das Geld versteckt. Und vielleicht auch gemopst. „Und da steigen sie bei dem Herrn X. (Name geändert) ein, anstatt Ihre Lebensgefährtin zur Rede zu stellen?“, sagte dazu Richterin Weik.

Auf den Einbruch war ein Nachbar aufmerksam geworden. Er sah den Schein einer Taschenlampe in der Wohnung und dann den Angeklagten, wie er vor der Wohnung stand und mit zwei Frauen diskutierte, von denen eine die Mutter des Bestohlenen war. „Ich dachte erst, dass der Herr X. die Mücke macht, weil gegen ihn ein Haftbefehl vorlag“, sagte der Zeuge.

Staatsanwalt will Dieb brummen sehen

Herr X., der Windradeinbrecher, ist achtmal vorbestraft – hauptsächlich wegen Diebstahls und Drogenvergehen – und sitzt gerade in der JVA Zeithain. Der 49-jährige Geringswalder hat knapp viermal soviele Vorstrafen, darunter viele einschlägige. Vor allem deswegen wollte ihn Staatsanwalt Thomas Zahm eingesperrt wissen. „Mit Bewährung tue ich mich schwer. Der Angeklagte begeht Straftaten am laufenden Band und sollte die acht Monate abbrummen“, sagte der Anklagevertreter. Er beantragte, den 49-jährigen wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls schuldig zu sprechen und eine Gesamtstrafe zu verhängen, in der eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu zehn Euro wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis mit aufgeht. Zu der hatte das Amtsgericht den Geringswalder verurteilt, weil er im August 2016 mit einem Motorroller schwarz durch Geringswalde getuckert war. Für acht Monate sollte der 49-Jährige nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in den Bau wandern.

Mit wehender Fahne ins Amtsgericht

Richterin Weik legte noch eine Schippe drauf, verurteilte den Mann wegen Wohnungseinbruchsdiebstahls und verhängte neun Monate Haft als Gesamtstrafe. Da ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis mit drin. Das hat für den 49-Jährigen zwei Vorteile, sollte das Urteil so rechtskräftig werden. Erstens: Er muss die Geldstrafe nicht mehr abstottern oder absitzen. Und zweitens: Der Angeklagte bleibt ein freier Mann. Denn Richterin Weik gab Bewährung. „Sie haben bereits gezeigt, dass Sie eine Bewährung durchstehen“, sagte die Richterin, weshalb sie den Angeklagten nicht hinter Gitter schickte. Zwei Jahre darf sich der Geringswalder nichts zu Schulden lassen, wenn er nicht doch noch gesiebte Luft atmen will. „Ich habe Sie für die Dauer der Bewährungszeit einem Bewährungshelfer unterstellt, weil bei Ihnen einige Dinge zu klären sind – vor allem das Problem mit dem Alkohol“, sagte Richterin Weik. Sie hatte festgestellt, dass der Mann eine Fahne mit den Verhandlungssaal gebracht hatte.

Von Dirk Wurzel

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