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Döbeln Diebe stehlen in Ostrau teure Technik vor laufenden Kameras
Region Döbeln Diebe stehlen in Ostrau teure Technik vor laufenden Kameras
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15:03 14.02.2018
Das Überwachungsvideo zeigt, wie in der Nacht zum vergangenen Mittwoch zwei unbekannte Täter über das Ostrauer Betriebsgelände schleichen. Quelle: Fotos (2): Dreifilm Leipzig
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Ostrau

Keine Entwarnung für Landwirte und Landtechnik-Händler in der Region. Teure Bedienelemente wie GPS-Sender und Bordcomputer aus Landmaschinen bleiben im Visier von abgebrühten Verbrechern.

In den zurückliegenden Jahren gab es etliche solcher Diebstähle im Raum Döbeln. Die Firma Porst Landtechnik aus Ostrau hat es in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal erwischt. In der Nacht zum vorigen Mittwoch drangen die unbekannten Diebe in drei Traktoren ein und stahlen daraus Displays im Wert von insgesamt 22.000 Euro.

Thomas Dittrich, Technischer Leiter der Firma Porst Landtechnik in Ostrau, schaut an einem Traktor nach, ob das Navigationssystem noch da ist. Quelle: dreifilm leipzig

Überwachungskameras auf dem Firmengelände schreckten die Ganoven nicht ab. Nachts um 2 Uhr schlugen die Bewegungsmelder auf dem Gelände an. Wie die Videoaufnahmen zeigen, schlichen zwei dunkel gekleidete Personen von Maschine zu Maschine. Gezielt suchten sie sich nacheinander drei Traktoren aus. Ein Täter stand Schmiere, der andere baute in den Fahrerkabinen die Monitore aus. Diese dienen den Landwirten zur zentimetergenauen Bodenbearbeitung. „Die Männer sind sehr professionell vorgegangen. Sie haben nichts zerstört, so dass die Technik an anderer Stelle wieder verwendet werden kann“, erklärt Thomas Dittrich, Technischer Leiter des betroffenen Betriebes.

Aufnahmen aus Überwachungskameras

Der 40-Jährige wurde nachts durch den Wachschutz über den Einbruch informiert. Sofort fuhr er zur Firma. Dittrich: „Auf der Anfahrt ist mir unweit von unserem Gelände ein parkendes Auto samt Fahrer aufgefallen.“ Vermutlich handelte es sich um einen Komplizen der zwei Diebe und das Fluchtfahrzeug.

Da die Ganoven offenbar merkten, dass man ihnen auf der Spur ist, deponierten sie ihre teure Beute in Betonfassungen, die auf einem nahegelegenen Feld aufgestellt sind. Glück im Unglück: Ein Landwirt entdeckte die wertvollen Displays am nächsten Tag zufällig bei Baumschnittarbeiten. Ob die sensiblen Geräte die frostigen Temperaturen überstanden haben, ist noch unklar. Die Polizei hat sie zunächst für die Spurensicherung mitgenommen.

Die Beamten erhoffen sich bei ihren Ermittlungen auch Erkenntnisse von den Aufnahmen der Überwachungskameras, auch wenn darauf keine Gesichter der Täter erkennbar sind. „Es ist möglich, dass Personen anhand ihres spezifischen Bewegungsbildes identifiziert werden können“, sagt Jana Kindt, Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.

Beute landet wohl im Ausland

Für Betroffene wie Thomas Dittrich wäre ein Fahndungserfolg wichtig: „So kann es nicht weitergehen!“ Aus Sicht der Landmaschinenhändler gehen die Diebstähle auf das Konto organisierter Verbrecher. „Sehr wahrscheinlich landet die Beute im Ausland. Man ist machtlos. Wir können ja nicht jede Nacht unsere Maschinen persönlich schützen. Die Täter sind uns immer einen Schritt voraus“, sagt Dittrich.

Die unzähligen Raubzüge haben bei den Betrieben Spuren hinterlassen. Im August 2014 hatten Kriminelle bei Porst Landtechnik zwei Traktoren gestohlen. Damals war ein Schaden von fast 400.000 Euro entstanden.

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Von Katja Pallokat & Olaf Büchel

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