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Döbeln Diebstahl in Döbeln: Verurteilter Libyer schwänzt Verhandlung in zweiter Instanz
Region Döbeln Diebstahl in Döbeln: Verurteilter Libyer schwänzt Verhandlung in zweiter Instanz
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10:01 30.03.2018
Das Landgericht Chemnitz wollte am Gründonnerstag eigentlich die Berufung eines Libyers verhandeln. Aber der kam nicht. Quelle: dpa
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Döbeln/Chemnitz

Manchmal geht es fix bei der sächsischen Justiz. Am 15. Januar hat Strafrichter Janko Ehrlich im Amtsgericht Döbeln einen Libyer wegen des dreisten Diebstahls eines Tablet-Computers zu 130 Tagessätzen á zehn Euro Geldstrafe verurteilt. Am Gründonnerstag wartete schon die 7. Kleine Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz auf den Mann. Diese wollte die Berufung verhandeln, die der Asylbewerber gegen das Döbelner Urteil eingelegt hatte.

Kammer verwirft Rechtsmittel

Aber Richter Frank Schmidt und seine ehrenamtlichen Richterkollegen warteten umsonst. Der Mann, dessen Nachname nach einem berühmten französischen Fußballer klingt, schwänzte seine Berufungsverhandlung. „Die Kammer hat daraufhin das Rechtsmittel verworfen“, teilt Marika Lang, Richterin am Landgericht und dessen Pressesprecherin, auf Nachfrage der Döbelner Allgeimeinen Zeitung mit. Das Döbelner Urteil ist der Rechtskraft nun ein Stück näher.

Zeugen sagen glaubhaft aus

Die Geldstrafe gab es in Döbeln, weil Richter Ehrlich folgenden Sachverhalt feststellte: Der 41-Jährige hatte am 8. Juli 2017 einer Mittfünzigerin aus Döbeln ihren Tablet-Computer aus der Wohnung gemaust. Dorthin gelangte er, weil er der Frau half, ihre Einkäufe in die Wohnung zu bringen. Wert der Beute: 100 Euro. Da die Frau das Tablet aber laut Mobilfunkvertrag mit monatlich fünf Euro abzahlt, dürfte dessen tatsächlicher Wert 220 Euro betragen, eine zweijährige Vertragslaufzeit vorausgesetzt. Der arabisch sprechende Mann hatte den Tatvorwurf bestritten. Aber die Zeugenaussage der Geschädigten und weiterer Zeugen waren detailliert und glaubhaft. Das sah am Ende auch Richter Ehrlich so. „Sie haben von Anfang die Absicht gehabt, in die Wohnung zu gelangen, um dort zu klauen. Sie haben die Gebrechlichkeit der Geschädigten ausgenutzt, aber nicht damit gerechnet, dass sie so taff ist und sich zur Wehr setzt“, sagte er damals.

Letzte Hoffnung OLG

Sollte er die Geldstrafe nicht zahlen, muss der Libyer für 130 Tage ins Gefängnis. Fraglich ist, ob es ihm gelingt, das Verfahren in den Stand vor der ausgefallenen Verhandlung einsetzen zu lassen. Dann könnte das Landgericht erneut verhandeln und möglicherweise günstiger für den Mann entscheiden. Seine letzte Hoffnung aber ist das Oberlandesgericht Dresden. Dort kann der dreiste Dieb Revision einlegen. Allerdings braucht er dafür einen Rechtsanwalt.

Von Dirk Wurzel

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