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Diese Königin der Instrumente kann singen

Japanerin an der Orgel Diese Königin der Instrumente kann singen

Am 4. August wagt sich eine zierliche Person an ein großes Instrument: Die Japanerin Keiko Inoue bringt die Königin der Instrumente in Polditz zum Singen. Und dieses „Singen“ meint sie und beschreibt es genau so. „Ich fühle es beim Spielen“, sagt die 57-Jährige. „Es ist eine Freude für jeden Organisten, ein solches Instrument zum Klingen zubringen.“ Sie erklärt, warum.

Keiko Inoue, Organistin aus Tokio, gibt eins ihrer diesjährigen Deutschland-Konzerte am Donnerstag an der Friedrich-Ladegast-Orgel in Polditz. Das Instrument gilt als das am originalgetreusten erhaltene Exemplar von der Hand dieses Orgelbauers.

Quelle: Steffi Robak

Polditz. Die Töne schwingen erstaunlich lange nach,“ beschreibt Keiko Inoue, was das Polditzer Instrument so besonders macht. Beheimatet in Tokio, gastiert Keiko Inoue jeden Sommer in Europa beziehungsweise Deutschland. In ganz Europa wird sie als Jury-Mitglied bei Orgel-Wettbewerben geschätzt, so in Moskau oder Kaliningrad. In diesem Jahr spielte sie bereits ein Konzert in Berlin, tritt heute in Polditz auf und wird noch in Rochlitz spielen.

Orgel mit sehr sensiblem Anschlag

In Polditz freut sie sich besonders, eine Ladegast-Orgel spielen zu können. Sie kennt bereits das Ladegast-Instrument in Chemnitz, stellte beim Einregistrieren in Polditz bereits eine markante Besonderheit fest: „Diese Orgel hat einen sehr sensiblen Anschlag. Man kann die Musik geradezu fühlen. Das ist für den Organisten ein wunderbares Erlebnis. Von der Polditzer Orgel kann man lernen, wie Musik aus der Zeit der Romantik klingen sollte. Dort steht ein absolutes Original. Diesen Klang möchte versuchen, auch an anderen Orgeln in etwa so nachzuvollziehen.“

Für das Konzert in der Kirche Altleisnig zu Polditz wählte Keiko Inoue deshalb auch Werke von Ladegasts Zeitgenossen, spielt Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy, ferner Max Reger. „Auch Barockmusik klingt auf der Polditzer Orgel besser als ich dachte", so die Organistin. Und Bach dürfe ohnehin bei keinem Orgelkonzert fehlen.

Experimente mit europäischen Romantikern

Eine Neuentdeckung vom Beginn des 20. Jahrhunderts , die erst jetzt beginnt, größere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sei die Musik von Percy Whitklock. Das Werk des 1946 im Alter von 43 Jahren verstorbenen Briten gewinnt derzeit im Zusammenhang mit der wachsenden Popularität romantischer und postromantischer Orgelmusik-Literatur an Bedeutung. Inoue: „Diese Musik möchte ich unbedingt in Polditz vorstellen, denn sie weist viele beachtenswerte Harmonien auf.“ Ein Experiment wagt sie mit dem Komponisten Felix Alexandre Guilmant, möchte auch Musik des französischen Romantikers zu Gehör bringen.

Die Friedrich-Ladegast-Orgel in der Kirche Altleisnig zu Polditz genießt bei Musikern von internationalem Rang hohes Ansehen. Da das 1868 eingeweihte Instrument viele Jahrzehnte unbeachtet blieb, konnte es nach der Wende in nahezu ungestörtem, historisch authentischem Bauzustand restauriert werden. Sie gilt damit als das am originalgetreuesten erhaltene Instrument von der Hand dieses Orgelbauers.

4. August, 19.30 Uhr, Letztes Konzert dieses Jahres in der Reihe „Orgelreigen“ in der Kirche Altleisnig zu Polditz, mit Keiko Inoue aus Tokio.

Von Steffi Robak

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