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Döbeln Dirk Morgenstern widerspricht den Gegnern
Region Döbeln Dirk Morgenstern widerspricht den Gegnern
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16:12 07.11.2017
Der Protest geht weiter, der B-Plan soll trotzdem in den Stadtrat. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Auf den DAZ-Beitrag „Aus Ochsengrund wird Eichbergblick - Skeptiker noch immer gegen Baugebiet“ vom 4. November reagiert Dirk Morgenstern. Der CDU-Stadtrat und Geschäftsführer der Mildensteiner Baugilde schreibt: „Aufgrund der in der Kernstadt Leisnigs fehlenden attraktiven Baugrundstücke unterstützt die Stadt Leisnig seit Langem Bauwillige bei ihrer Grundstückssuche.

Diebstahl und Vandalismus spitzten sich zu

Dadurch wurde die Obstland AG angesprochen, sich zum Beispiel vom ehemaligen Asylantenheim als baulicher Schandfleck zu trennen und das Grundstück einer zukunftsweisenden Wohnbebauung zu öffnen.“ Diebstahl und Vandalismus hätten sich zugespitzt, Anlieger beschwerten sich. Die Obstland AG habe 2014 die Gebäude abreißen lassen. Die Flächen seien umgehend vergriffen gewesen. Die ersten beiden Bauherren hätten bereits fünf bis sieben Jahre erfolglos in Leisnig nach einem geeigneten Grundstück gesucht, so Morgenstern.

Nachfrage nach anderweitigem Bauland gering

„Meine Frau fragte mich nach Lesen des Artikels: Wenn wir es schaffen, unsere eigenen drei Kinder zum Bleiben in unserer Heimatstadt zu überzeugen, wo sollen die dann hin bauen, wenn nichts dafür vorgesehen wird?“ Dass nichts vorgesehen ist, stimmt so nicht. Die Gegner des Baugebietes argumentieren, es könne an Stellen wie in Minkwitz-Siedlung gebaut werden. In Leisnig sei die Nachfrage nach Bauland zudem gering, weshalb die Vermarktung der Grundstücke am Breiten Rain still stehe.

Niemand anders beschwert sich, nur die Anlieger

Aus Morgensterns steht dem Baugebiet Eichbergblick auch deshalb nichts entgegen, da sich ausschließlich Einwohner aus einer einzigen Straße der Kernstadt dagegen aussprechen. „Einwohner aus den anderen 96 Straßen und Plätzen der Kernstadt haben im Rahmen des Verfahrens keine Einwände erhoben.“ Protestiert hatten Anwohner aus zwei Anliegerstraßen, die ihre Wohnqualität eingeschränkt sehen. Es gibt eine umfangreiche Unterschriftenliste.

Begrünungsstreifen als Privatmaßnahme zwingend

Zum Begrünungsstreifen schreibt Morgenstern: „Dem Wunsch einiger Anwohner der Liebknechtstraße nach der südlichen Verlegung der Erschließungsstraße innerhalb des Wohnstandortes haben wir soweit als dies möglich war entsprochen. Nur zehn Prozent der Straßenlänge grenzt noch an Nachbarn der Liebknecht-Straße.“ Im direkten Grenzbereich der Wohngrundstücke Liebknechtstraße zu den Wohngrundstücken Eichbergblick sei auf rund 800 Quadratmetern eine Gehölzpflanzung zwingend vorgesehen,„als privat gewidmete Maßnahme“.

Keine Grenzverbindung zu den Nachbarn

Im B-Plan heißt es, das müsse spätestens ein Jahr nach Baubeginn der Erschließungsstraße fertig gestellt sein. Ob „privat gewidmet“ bedeutet, die künftigen Eichbergblick-Bewohner müssen das realisieren oder der Grundstückseigentümer Obstland AG, steht nicht dort. Zur fehlenden nachbarrechtlichen Zustimmung schreibt Morgenstern, das Grundstück des im Bau befindlichem Eigenheimes habe keine Grenzverbindung mit Grundstücken von Anwohnern der Karl-Liebknecht-Straße.

Gegner berichten von nicht eingehaltenen Absprachen

Deshalb musste das Landratsamt Mittelsachsen sie bei der Baugenehmigung nicht anschreiben. Die Zufahrt für das Grundstück rage auch nicht ins neue B-Plan-Gebiet hinein. Die Baugebietsgegner berichten von Absprachen, die jedoch nicht eingehalten wurden. In der 18 Uhr beginnenden öffentlichen Ratssitzung am 8. November sollen die Räte auf Vorschlag der Verwaltung den Planentwurf billigen.

Von Steffi Robak

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