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Doch keine Chinesen nach Roßwein

Doch keine Chinesen nach Roßwein

Roßwein. Bürgermeister Veit Lindner macht sich Gedanken um die künftige Nutzung der Studentenwohnheime, die die Stadt nun in ihrem Besitz hat. "Die Studenten benötigen jetzt schon nicht alle Wohnungen.

Heimerer-Schüler nehmen sie auch in Anspruch. Das wollen wir weiterhin anbieten", sagt er.

Gleich ein Drittel der Kapazität könnte mit den aus China zum Studium angereisten Studenten gefüllt werden. Die ersten 19 von ihnen kommen in den nächsten Wochen zum Deutschkurs an den Stammsitz der Fachhochschule nach Mittweida. Nach dem ursprünglichen Konzept, sollten sie danach im Herbst das Studium in Roßwein aufnehmen. Ob das angesichts der vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) beschlossenen Standortschließung in Roßwein so kommt, ist fraglich.

"Es ist sehr ruhig um das Thema geworden", sagt Lindner. "Ich will nicht pessimistisch erscheinen, aber ich habe den Verdacht, dass die Hochschule die Studenten an Roßwein vorbei direkt nach Mittweida umleiten könnte."

Ein Gedanke, der nicht unberechtigt ist, wie Hochschulrektor Professor Lothar Otto bestätigt: "Ob wir die Chinesen nach Roßwein schicken, steht generell in Frage, denn auch in die Unterrichtsräume dort muss für deren Bedürfnisse investiert werden. Das Ministerium hat aber klar festgestellt, dass es einen Studienstandort Roßwein nach 2015 nicht mehr geben soll."

Heißt im Klartext: Schaffen es Hochschule und die Stadt nicht, das SMWK umzustimmen, wird in Roßwein nicht investiert und können die Chinesen dort nicht studieren. "In diesem Fall würden sie ihr Studium bei uns in Mittweida aufnehmen", stellt Otto klar. Dabei wären jährlich 50 neue chinesische Studenten ab 2013 ein wichtige Standbein für die Außenstelle Roßwein.

Ein weiteres könnten ausgediente Berufssoldaten der Bundeswehr sein (die DAZ berichtete). Auch hier gibt es neue Erkenntnisse. "Die Bundeswehr ist interessiert, möchte aber keine eigenen Klassen an der Hochschule. Sie wollen den Soldaten die freie Wahl lassen, sich in bestehende Klassen zu integrieren", berichtet Otto.

Diese Klassen müsste es dann allerdings erst einmal geben. Geld vom SMK für die Umsetzung wird nicht fließen. "Die Hochschule kann die Bewirtschaftung und die Bauten nicht auf eigene Kosten übernehmen. Wenn sich die Bundeswehr bewegt, dann ließe sich die Aufnahme von Soldaten realisieren", sagt Otto. Dies könnte bei der Umstimmung des SWMK helfen. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", macht der Rektor Mut.

Veit Lindner setzt auf die Initiative der Mittweidaer. "Die Hochschule muss aktiver werden, um den Standort zu retten. Die Soldaten sind eine Chance dazu." Sollten die Wohnheime aber irgendwann keine Studenten mehr beherbergen, ist Lindner vorbereitet. "Aufgrund ihrer Bauweise, sind die Gebäude sehr leicht auf altersgerechtes Wohnen umzurüsten. Dort wird es Interessenten geben", ist das Stadtoberhaupt sicher.

 

 

 

-Standpunkt, Seite 13

Sebastian Fink

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