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Döbeln Döbeln: Ausraster wegen Drogen im Bierglas
Region Döbeln Döbeln: Ausraster wegen Drogen im Bierglas
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19:04 05.03.2012

Der Tatort lag gar nicht weit vom Ort des juristischen Nachspiels: Auf der Brücke unterhalb des Gerichtsgebäudes, welche die Rosa-Luxemburg-Straße über die Mulde führt, benahm sich Tobias L. an jenem Julimorgen sprichwörtlich wie ein Irrer. Er soll ein Pärchen angepöbelt und die Frau mit einem Schlag verletzt haben, die daraufhin die Polizei rief. Als diese eintraf, beschimpfte er die Beamten ganz übel, setzte sich gegen die Festnahme zur Wehr, drohte von der Brücke zu springen. Es brauchte Verstärkung, um den Mann zu bändigen. Ein Beamter bekam bei der ganzen Rangelei einen Fußtritt ab und erlitt Prellungen.

Der Angeklagte hat für sein Verhalten eine durchaus glaubhafte Erklärung. "Ich kenne mich. Wenn ich betrunken bin, weiß ich normalerweise, was ich tue. Das war damals nicht so. Ich weiß von dem Vorfall nichts mehr", so der 33jährige Angeklagte. Er geht davon aus, dass ihm zuvor jemand in der Disko "Staupitzbad" Rauschgift ins Getränk getan hat, dessen Wirkung, vom Alkohol verstärkt, ihn dann so austicken ließ. Dies stützt die Aussage des Polizeihauptmeisters Joachim W., der während der Festnahme und auf der Wache mit L. zu tun hatte. "Mal konnte man ganz normal mit ihm reden und im nächsten Augenblick war er wieder aggressiv. Er zeigte ein sehr sprunghaftes Verhalten", so der Beamte. Er hatte vor diesem Vorfall schon oft mit L. zu tun gehabt und fand ein solches Verhalten ungewöhnlich.

Das sah auch Richter Janko Ehrlich so, wenngleich es für den eindeutigen Nachweis der Schuldunfähigkeit eines Gutachtens bedurft hätte, das in diesem Fall nicht vorlag. "Ich kann sie mit Bauchschmerzen zu einer Bewährungsstrafe verurteilen", sagte der Richter auf L.´s Strafregister, in dem 13 Eintragungen stehen. Viele wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung - mithin also einschlägige Vorstrafen. Das Gefängnis kennt der Angeklagte auch von innen. Was der Richter Tobias L. aber hoch anrechnete, ist seine Entschuldigung in Schönschrift. Darin bat L. vor allem die Polizisten um Verzeihung, auch wenn er sich an die Tat nicht erinnern konnte.

In seiner zweijährigen Bewährungszeit muss L. 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und außerdem 500 Euro an den getretenen Polizisten bezahlen. Wie Tobias L. angab, stellt er sich seinen Problemen in einer Langzeitherapie, will den Hang zum Alkohol in den Griff bekommen.

*Name geändert Dirk Wurzel

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