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Döbeln Döbeln: Bürokratie-Gebühr ist gestrichen
Region Döbeln Döbeln: Bürokratie-Gebühr ist gestrichen
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23:00 05.11.2012
Die Abschaffung der Praxisgebühr freut auch Schwester Gerlinde und Allgemeinmediziner Hartmut Frisch aus Döbeln. Zum Quartalsbeginn wird es den Zahlungsbeleg künftig nicht mehr geben. Quelle: Sven Bartsch

"Für uns ist es natürlich weniger Arbeitsaufwand. Gerade zu Anfang des Quartals sind wir zu 90 Prozent der Zeit damit beschäftigt, die Praxisgebühr zu kassieren und das Geld zur Bank zu bringen", sagt Nicole Berlin, Schwester in der

er Praxis für Allgemeinmedizin von Dr. Clemens Otto. Doch sie hat auch Bedenken. "Wenn man die Gebühr weglässt, befürchte ich, dass bald die Kassenbeiträge wieder erhöht werden und das wäre schlecht für unsere Patienten und schließlich ist man ja auch selbst Patient."

"Wir hatten erst heute früh Patienten da, die sagten, dass sie sich freuen, das Geld für die Praxisgebühr zu sparen", sagte gestern Kathrin Schneider, die in der gleichnamigen

er Arztpraxis mit im Vorzimmer sitzt. Auch sie sei froh, wenn der "enorme bürokratische Aufwand" wegfalle, die Gebühr zum Quartalsbeginn einzufordern. "Wir sind eine sehr gut frequentierte Praxis. Das Einkassieren der Praxisgebühr ist total nervig", so Schneider.

"Wenn die Praxisgebühr wegfallen sollte, ist das schon eine Erleichterung für uns", stimmte auch Birgit Lommatzsch aus dem Medizinischen Versorgungszentrum

zu. Gerade am Quartalsanfang sei es immer wieder müßig gewesen, die Praxisgebühr einzusammeln. Denn an guten Tagen kämen gut und gern an die 100 Patienten in die Praxis. Die jetzt freigewordene Zeit stehe dann wieder für die Patienten zur Verfügung - oder für den anderen Papierkram. "Wir haben trotzdem noch jede Menge davon, den wir erledigen müssen", so Lommatzsch.

Dr. Heike Strobel, Ärztin für Allgemeinmedizin in

st gleicher Ansicht. "Wir sind froh, dass dieses Übel wegfällt. Das hat uns außer Aufwand und Ärger nichts gebracht. Wir hoffen, dass es dann zu den Quartalsanfängen wieder entspannter zugeht, weil sich die Leute dann nicht mehr all ihre Überweisungen auf einmal holen müssen."

In der Praxis von Elgine Tur de la Cruz in

war die Praxisgebühr gestern sofort Thema noch vor Sprechstundenbeginn, und zwar zwischen den Mitarbeiterinnen, der Sprechstundenhilfe und der Ärztin. "Das Kassieren und Schreiben von Quittungen beziehungsweise der Aufwand ist nur die eine Seite der Medaille. Schwierig wird es, wenn jemand in einem Notfall zu uns kommt, der einen anderen Hausarzt hat. Dann beginnen manchmal die Diskussionen, warum der Patient erneut bezahlen muss, trotz vorliegender Quittung der beim Hausarzt für dieses Quartal bereits entrichteten Gebühr." Fällt die Praxisgebühr weg, stehe die Zeit statt für den Papierkram wieder für die Patienten zur Verfügung.

"Es wird Zeit, dass die Praxisgebühr wegfällt", sagt auch der Döbelner Allgemeinmediziner Hartmut Frisch. Das Ziel, die Zahl der Arztbesuche zu verringern, sei damit nie erreicht worden. "Im Gegenteil: Am Quartalsanfang bescherte uns die Praxisgebühr ein übervolles Sprechzimmer wegen der vielen Überweisungen. Der Wegfall entlastet unser Team am Quartalsbeginn künftig deutlich und gibt uns wieder mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Patienten. Und dass die Patienten ein paar Euro sparen, kann auch nur gut sein."

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