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Döbeln: "Das gemeinsame Ziel macht die Mannschaft stark"

Döbeln: "Das gemeinsame Ziel macht die Mannschaft stark"

Glaubt man DSC-Präsident Heiner Hellfritzsch, dann hat es so etwas noch nie in der Geschichte des Vereins gegeben: Die erste Männermannschaft ist nicht nur Herbstmeister, sondern kann auch eine Halbserien-Bilanz vorweisen, die ihresgleichen sucht.

Döbeln.

 

Vom ersten Tag der Saison an sind die Bezirksligafußballer aus der Muldestadt Spitzenreiter, führen die Fair-Play-Tabelle an, haben die meisten Tore in der Liga geschossen und mit elf die wenigsten Gegentreffer kassiert. Und mit Martin Schwibs stellt der DSC auch noch den Ersten der Torschützenliste. Die DAZ sprach auf dem Stadtsofa mit Trainer Steffen Eichhorn über die Entwicklung seiner Mannschaft und über Zukunftspläne.

Frage: Es läuft gerade überdurchschnittlich gut für ihre Mannschaft. Wie akut ist die Gefahr eines Einbruchs?

Steffen Eichhorn: Es gibt tatsächlich viele, die befürchten, dass die Jungs Größe bekommen und abheben. Ich denke nicht, dass das der Fall ist. Im Gegenteil: Sie wollen tatsächlich so weitermachen wie bisher. Keiner will unsere Position aufs Spiel setzen. Und sind wir doch mal ehrlich: Erreicht ist noch gar nichts. 13 Spiele liegen noch vor uns, Herbstmeister zu sein, hat keine Bedeutung.

Warum läuft es so viel besser als vergangene Saison für Döbeln - ist die Mannschaft besser oder sind alle anderen in der Liga einfach schlechter?

Das würde ich nicht sagen. Das Niveau in der Bezirksliga hat sich, seitdem ich als Trainer in Döbeln arbeite, stetig verbessert. Was es in dieser Saison nicht gibt, ist eine überdurchschnittliche Mannschaft, die die Liga extrem dominiert - wie wir es in den vergangenen beiden Jahren mit RB Leipzig II hatten. Jetzt ist alles deutlich ausgeglichener.

Das heißt, Ihre Mannschaft ist schlichtweg besser geworden?

Ja, die Entwicklung ist auf jeden Fall erkennbar. Die Mannschaft spielt im Kern seit langem zusammen, schon bevor ich als Trainer nach Döbeln gekommen bin. Zwar hatten wir im vergangenen Jahr viele Abgänge - sechs Spieler sind gegangen. Doch die drei, die dazu gekommen sind - Glaffig, Hußner und Natzschka - füllen die Mannschaft nicht nur quantitativ auf, die erweisen sich als echte Verstärkung. Und sie passen auch als Typen gut ins Team.

Was dem Team allerdings immer noch fehlt, ist eine richtige Führungsfigur. Gibt es jemanden, dem sie diese Rolle zutrauen?

Sebastian Heyna, der seit zwei Jahren bei uns spielt. Er hat aus meiner Sicht den größten Entwicklungssprung innerhalb der Mannschaft gemacht. Sowohl als Spieler, als auch als Persönlichkeit. Ihm traue ich das zu. Er ist ja auch unser Kapitän und wird von den Spielern akzeptiert.

Mit seinen 24 Jahren gehört er zur großen Gruppe der "mittelalten" Spieler. Wie alt sind die jüngsten in der Mannschaft?

Roy Lißner und Florian Firley mit ihren 19 Jahren. Unser Ältester ist mit 31 Jahren Stephan Leimner.

In welcher Form ist die Mannschaft seit vergangener Saison besser geworden?

Das Wesentliche ist, dass wir im Abwehrverhalten stabiler geworden sind. Tore schießen war noch nie unser Problem. Aber nur elf Gegentore in einer Halbserie - das ist schon eine ordentliche Quote.

Wie groß ist jetzt der Druck, der vor der Rückrunde auf der Mannschaft liegt?

Es wäre völliger Quatsch, jetzt Druck aufzubauen, wir spielen 7. Liga! Die Jungs sollen Spaß am Fußballspielen haben. Entscheidend für unser Abschneiden in dieser Saison aber ist, dass wir gut in die Rückrunde starten. Die ersten beiden Spiele gegen Mügeln und Lok Leipzig müssen wir gewinnen. Auch die Rückrunde wird kein Selbstläufer - so souverän sind wir beileibe nicht. Und es ist entscheidend, dass wir im Wesentlichen verletzungsfrei bleiben.

Wie sieht es denn aktuell mit dem Verletztenstand aus?

Toni Bunzel wird nach seinem Kieferbruch wahrscheinlich Mitte Januar wieder mit leichtem Training anfangen können. Und Christian Partzsch fällt wieder wegen seiner Fußverletzung aus. Was wir zudem noch haben, ist ein akutes Torhüterproblem. Torsten Jentzsch ist immer noch nicht einsetzbar, dafür steht Rene Müller im Tor. Das ist eine super Sache, dafür sind wir sehr dankbar, denn mit seinen 42 Jahren muss er sich das eigentlich nicht mehr antun. Zumal es für ihn auch nicht ganz ohne Druck abläuft, er will schließlich unsere gute Bilanz auch nicht trüben.

Im Januar ist eine Zusammenkunft mit dem Vorstand geplant, bei der es um den möglichen Aufstieg in die Landesliga geht. Wie reell ist ein solcher für Sie?

Absolut reell. Im Sommer-Trainingslager im Juli dieses Jahres haben wir bei der Saisonauswertung mit der Mannschaft ein klares Ziel formuliert: 1. Platz eins bis zwei, 2. Aufstieg. Der Vorstand wusste darüber Bescheid. Allerdings haben wir nach außen hin den Ball flach gehalten.

Eine solche interne Mannschaftszielstellung hatte es vorher nicht gegeben?

Nicht in dieser direkten Form. Und ich denke auch, dass das gefehlt hat. Jetzt ist das Ziel klar formuliert, jetzt läuft es. Wir haben dazu Dirk Nowitzki zitiert, der gesagt hat: "Das ist es, was die Mannschaft stark macht, das gemeinsame Ziel."

Könnte die Mannschaft in ihrer aktuellen Verfassung denn in der Landesliga bestehen?

Wir müssten auf jeden Fall quantitativ zulegen. Zwei, drei Spieler brauchen wir noch. Mit 17 einsatzfähigen Spielern haben wir aktuell so wenig wie nie. Normalerweise bestreitet man eine Saison auch in der Bezirksliga mit 24 bis 27 Leuten.

Wo liegen aktuell die Defizite in der Mannschaft?

Die vom Trainer ausgegebene Taktik ist nur umsetzbar, wenn die spielerischen Fertigkeiten vorhanden sind. Dazu müssen die Spieler verinnerlichen, dass sie das machen, was sie können. Wir müssen den Weg zum einfachen Fußball finden und die Spieler müssen begreifen, dass sie keine Zauberer sind.

Sie sind jetzt das dritte Jahr Trainer dieser Mannschaft. Können Sie sich eine Veränderung vorstellen?

Momentan habe ich keinen Grund, darüber nachzudenken.

Interview: Manuela Engelmann

lokalsport

Weihnachten 2011

Seite 22

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