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Döbeln Döbeln: Den Termin macht meist die Frau
Region Döbeln Döbeln: Den Termin macht meist die Frau
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19:20 20.01.2013
"Herr Doktor, ist es etwas Schlimmes?" Ehe ein Mann zum Arzt geht, ist es oft schon allerhöchste Zeit. Quelle: Steffi Robak

"Männer gehen mit körperlichen Symptomen von Krankheiten nachlässig um." Das stellt der Urologe Ullrich Matz in seiner Döbelner Praxis nahezu täglich fest. Männer achten generell spät auf etwaige Warnsignale. Zumeist seien es auch die Frauen, die in der Praxis die Termine für die Früherkennungsuntersuchungen ihrer Männer vereinbaren. "Und das ist ja auch in Ordnung so."

Drei Schwerpunkte flankieren das Thema Gesundheit, wenn es um Männerangelegenheiten geht. Für den ersten, die Krebsfrüherkennung, müsse tatsächlich noch stärker sensibilisiert werden. Hier könne bei zeitiger Erkennung tatsächlich geholfen und Lebensqualität erhalten werden. "Doch es gibt Dinge, die sind eben vorbestimmt, relativ unabhängig von einer gesunden Lebensweise. Dazu gehört die Potenzminderung, die oft im Kontext mit anderen organischen Erkrankungen auftritt." Hier spielen die üblichen Verdächtigen wie Übergewicht, Diabetes mellitus oder Bluthochdruck eine Rolle, die genauso zuständig sind für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem seien hormonelle Aspekte zu beachten. "Es ist überhaupt nicht unnormal, wenn in höherem Alter der Testosteronspiegel sinkt." Ullrich Matz spricht in dem Zusammenhang vom Klimakterium des Mannes. "Warum sollte das bei Männern anders sein als bei Frauen?"

Die typisch männliche Unachtsamkeit gegenüber der eigenen gesundheitlichen Konstitution schlägt sich in ernüchternden Zahlen nieder: Männer sterben laut Statistik durchschnittlich sechs bis sieben Jahre früher als Frauen. Für Ärzte ist das kein Zufall. "Schon in der Grundschule muss begonnen werden, der männlichen Übersterblichkeit entgegenzuwirken", sagt der Leitende Arzt der Urologie in der Hamburger Asklepios Klinik St. Georg, Dr. Claus Brunken. "Hier können die Grundsteine für gesunde Ernährung und zum Beispiel richtige Kommunikation in Konfliktsituationen gesetzt werden. "

Sechsmal häufiger als Frauen erleiden Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren nach den Worten von Dr. Brunken einen Herzinfarkt;. Die Suizidrate ist zwei- bis sechsmal höher. "Auf zwei krebskranke Frauen kommen drei krebskranke Männer und auch bei den Suchterkrankungen sind Männer häufiger betroffen", betont Dr. Brunken. Zahlreiche Faktoren sind nach seinen Worten ausschlaggebend für die Erkrankungshäufigkeit der Männer. Dazu zählten unter anderem Umwelt- und verhaltensbezogene Risiken. Männer hätten Berufe mit höherem Gefahrenpotenzial und neigten darüber hinaus zu riskantem Verhalten - ob im Straßenverkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit oder auch beim Konsum von Drogen.

Von der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit zitiert Dr. Brunken zehn "Tipps für ein gesundes Männerleben": Geht zur Vorsorge, hört auf zu rauchen, trinkt mehr Wasser, schlaft gut, ernährt euch bunt, nehmt Erektionsprobleme ernst, macht mehr Schritte, habt Sex, treibt Sport, kümmert euch um eure Partnerschaft.

Immer wieder wird der neue Begriff "Männergesundheit" ins Spiel gebracht. Er soll darauf abzielen: Hier muss auf spezielle Männerbelange auch ein spezielles Augenmerk gelegt werden. Der Döbelner Fachmann Ullrich Matz steht dem Begriff "Männergesundheit" allerdings spürbar reserviert gegenüber. So fürsorglich das Wort klingen mag, komme es gelegentlich auch als Marketinghebel zum Einsatz in der Gesundheitsbranche, die ja durchaus auch finanzielle Aspekte hat. Vor allem die so genannten Selbstzahler unter den potenziellen Patienten seien eine angesteuerte Zielgruppe.

Ullrich Matz: "Sich der Krebsfrüherkennung zu unterziehen, ist letztlich unabhängig vom Geschlecht. Man muss sich nur tatsächlich damit befassen. Und dort haben die Männer eben gegenüber den Frauen einigen Nachholebedarf." Steffi Robak

Steffi Robak

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