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Döbeln Detektivarbeit für Kretzschmar-Ausstellung

Döbeln Detektivarbeit für Kretzschmar-Ausstellung

Das verschollene Plakat für das Döbelner Heimatfest vom 20. bis 22. Juni 1914 verschafft dem Döbelner Stadtmuseum gerade kriminalistische Detektivarbeit.

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Wer kann Hinweise zu diesem Plakat von Bernhard Kretzschmar geben?

Döbeln. Von Thomas Sparrer

 Entworfen hat es der in Döbeln geborene Künstler Bernhard Kretzschmar. Ihm ist im September im Döbelner Stadtmuseum eine große Ausstellung gewidmet.

 "Stadtkanal und Pferdebahn - Meisterwerke des Döbelner Malers Professor Bernhard Kretzschmar zwischen Gründerzeit, Expressionismus und neuer Sachlichkeit" wird die Schau auf zwei Etagen des Stadtmuseums und in der Galerie-Etage des Rathauses überschrieben sein. Die letzte große Personalausstellung mit etwa 200 von Bernhard Kretzschmars Bildern gab es 1927 in Döbeln. "Es wird einfach Zeit, diesen international bedeutenden Künstler wieder ins Blickfeld zu rücken. Besonders gilt es, Kretzschmar als Vertreter der neuen Sachlichkeit neu zu entdecken. Viele Museen haben sich diese lange überfällige Aufgabe vorgenommen. Döbeln packt es an", sagt die Dresdner Kunsthistorikerin Dr. Anke Fröhlich. Sie wurde als Kuratorin für die Ausstellung gewonnen.

 Gemeinsam mit Kathrin Fuchs vom Stadtmuseum und mit viel Unterstützung aus dem Stadtarchiv wird gerade die sehr aufwendige Ausstellung vorbereitet. Auch ein hochwertiger Ausstellungskatalog ist bereits in Arbeit. Bei den aufwendigen Recherchen zu Kretzschmars Leben und Werk ist Anke Fröhlich in einem Katalog der Galerie Arkade in Berlin aus dem Jahre 1981 auf das als farbige Lithografie gestaltete Heimatfestplakat von Bernhard Kretzschmar gestoßen. "Es würde sehr gut in unsere Ausstellung passen", ist Anke Fröhlich überzeugt. Das Problem: Das originale 93 mal 61 Zentimeter große farbige Plakat ist nirgends aufzutreiben. Die Kuratorin hat zwischenzeitlich in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden, im Kupferstichkabinett sowie in größeren Kretzschmar-Sammlungen in Essen, Wien, Zürich und Berlin nachgefragt. Gestern bekam das Stadtmuseum einen Tipp, dass der Nachlass der 1981 von der DDR aufgelösten Arkade-Galerie vielleicht in der Leipziger  Galerie für Zeitgenössische Kunst gelandet ist. "Vielleicht gibt es aber auch noch im Raum Döbeln jemanden, der ein solches Originalplakat des Heimatfestes 1914 auf seinem Dachboden hat", hofft Kathrin Fuchs vom Stadtmuseum. "Wir würden es gern für die Ausstellung leihen oder zumindest ein Foto des Originals haben wollen", so die Mitarbeiterin des Stadtmuseums. Ebenso gesucht ist noch ein Originalplakat der Döbelner Kretzschmar-Ausstellung von 1927. Wer zu beiden Plakaten Hinweise hat, kann sich unter der Telefonnummer 03431/579138 oder per E-Mail stadtmuseum@doebeln.de an die Macher der Ausstellung wenden.

 Die vom 12. September bis 30. November geplante Ausstellung soll überregionale Ausstrahlung erzielen und direkt an die Ausstellung von 1927 anknüpfen. Der damals 38 Jahre alte Kretschzmar war da schon eine Berühmtheit. Das auch in diesem Jahr zu sehende Pferdebahngemälde war damals gerade von einer Ausstellung in Tokio zurückgekehrt und zu einem japanischen Postkartenmotiv geworden. Andere Werke wurden damals in einer Ausstellung zur neuen Sachlichkeit in Amsterdam ausgestellt. In Dresden, wo Kretzschmar die größte Zeit seines Lebens wirkte und als Professor an der Hochschule für Bildende Künste lehrte, finden sich seine Bilder in der Galerie Neue Meister.

 Die Stadt Döbeln hatte nach der Ausstellung 1927 acht Werke des Künstlers gekauft. Für die Ausstellung im September haben Kuratorin Anke Fröhlich und Kathrin Fuchs bereits 26 Bilder, darunter Leihgaben zahlreicher Galerien und aus privatem Besitz, ausgewählt. Dazu werden Studien, Skizzen sowie Plakate, Fotos und Kretzschmars Notgeldentwürfe zu sehen sein. Zudem sollen Filmdokumente des Dresdner Filmemachers Ernst Kirsch in der Ausstellung Bernhard Kretzschmar lebendig werden lassen.

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