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Döbeln Döbeln: Die einen bolzen, die anderen sind genervt
Region Döbeln Döbeln: Die einen bolzen, die anderen sind genervt
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21:23 23.07.2013
Stein des Anstoßes: Rasen- neben Wäscheplatz in Döbeln-Nord.

Es gibt viele Kinder in dieser Ecke des Plattenbaugebietes. Darunter etliche Jungs im Fußball-Alter. Die Wiese neben dem Wäscheplatz kommt da gut gelegen. Ein gemeinschaftlicher Kick vor der Haustür, was kann es Schöneres geben?

Seit ein paar Tagen ist allerdings Schluss mit lustig. Zumindest fordert das die Hausverwaltung des Vermieters, der Wohnungsgenossenschaft Pro Leipzig, in unmissverständlichen Worten mittels Aushang. "Aus aktuellem Anlass..." sei hinter beziehungsweise vor den genannten Blocks "das Fußballspielen zu unterlassen".

Mieterin Stefanie Romstedt, selbst Mutter von zwei Kindern, stuft den Aushang als "kinderfeindlich" ein. "Wo sollen sie den spielen? Der Sandkasten nebenan (er gehört zum Vermieter TAG/Anm. d. Red) ist ein großes Hunde- und Katzenklo. Auch eine größere Wiese in der Nähe ist von Hunden vollgekackt. Es gibt noch einen Spielplatz. Aber der ist weiter weg und liegt in der prallen Sonne." Steffi Gasch aus dem gleichen Haus, deren elfjähriger Sohn Noah Benjamin zu den Kickern gehört, pflichtet bei: "Wir können den Kindern doch nicht alles verbieten. Die Sport- und Bolzplätze sind einfach zu weit weg." Noah Benjamin wurmt das Fußball-Verbot sehr. Deshalb sei es auch schon gebrochen worden. Ohne jemanden zu stören, wird versichert.

Das ist nämlich das Problem, wie Ina Weickardt von der Hausverwaltung erklärt. Sie hat die Aushänge gemacht: "Kinderfeindlich? Das ist totaler Quatsch. Aber abgesehen von der teilweise extremen Lautstärke kann es nicht sein, dass Fußbälle an Hausfassaden und Balkone wummern oder in frisch gewaschener Wäsche landen." Sie habe eine geballte Beschwerde mit Unterschriftenliste von rund 20 Mietparteien erhalten, die wollen, dass etwas gegen diese Störungen unternommen wird. "Wir müssen als Vermieter die Belange aller, auch der älteren Bewohner berücksichtigen. In Döbeln-Nord zu vermieten, ist ohnehin nicht gerade einfach. Wenn dann noch die Leute mit Beschwerden, Forderungen auf Mietminderung oder gar Kündigungen kommen, haben wir das Problem."

Das Problem haben aber auch die Kinder, gerade jetzt in den Ferien. "Eigentlich passen sie auf, dass der Ball nicht in die Wäsche fliegt. Und dass es abends mal bis 22 Uhr gegangen ist, ist die Ausnahme", versichert Stefanie Romstedt.

Prinzipiell habe sie nichts gegen das Fußballspielen, wenn es gesittet abläuft und "die Eltern mit darauf achten, dass sich ihre Kinder zusammenreißen", sagt die Hausverwalterin. Ina Weickardt: "Ich schau mir das noch eine Woche lang an. Wenn es klappt, verschwinden die Aushänge wieder." Olaf Büchel

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