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Döbeln: Dieser Arbeitgeber wird fehlen

Döbeln: Dieser Arbeitgeber wird fehlen

Der Wegfall von 250 Arbeitsplätzen ist das Hauptproblem der angekündigten Schließung des Döbelner Autoliv-Werkes. Die Auswirkungen für die Region sind aber viel weitreichender.

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Region Döbeln. Dank Gewerbesteuereinnahmen zwischen sechs und acht Millionen Euro im Jahr steht die Stadt Döbeln finanziell recht gut da. Etwa 600 000 Euro werden nach der Schließung von Autoliv fehlen.

Für die Roßweiner Werkstätten, die zur Diakonie Döbeln gehören, ist Autoliv ein sehr wichtiger Kooperationspartner. Die Werkstätten fertigen für den Automobilzulieferer verschiedene Teile. Es handelt sich dabei um einfache Arbeiten, die von den betreuten Mitarbeitern ausgeführt werden können. "Die angeforderten Stückzahlen sind zwar bereits in diesem Jahr zurückgegangen. Trotzdem war die Nachricht, dass Autoliv schließen wird, ein Schock für uns, da das Unternehmen ein wesentlicher Kunde ist", erklärt Thomas Richter, Geschäftsführer der Diakonie Döbeln. Die Werkstätten würden mit 20 Prozent ihrer Kunden 80 Prozent des Gesamtumsatzes machen und Autoliv gehöre zu diesen 20 Prozent. "Den Wegfall der Autoliv-Aufträge zu kompensieren, wird nicht einfach. So viele Möglichkeiten in der Region gibt es nicht. Doch wir werden uns strecken, um weiterhin Beschäftigung für unsere Mitarbeiter zu haben", sagt Richter. Dieser hatte schon bei seinem Antritt als Geschäftsführer die Parole für die Werkstätten ausgegeben, sich noch breiter aufzustellen. Dass die Zusammenarbeit mit Autoliv wegfällt, bedauert der Diakoniechef auch deshalb, weil es sich um einen "kritischen und verlässlichen Partner" handelt. Richter: "Die Anforderungen sind hoch, die Ansagen klar und verbindlich, die Werkstätten sind mit dieser Herausforderung gewachsen."

Von drei auf anderthalb Stellen hat Michael Kießling das Personal in der Kantine von Autoliv nach der ersten Entlassungswelle reduziert. Die Spät- und Nachtschichtversorgung fiel weg. Aktuell werden täglich 60 bis 80 Mittagessen bei Autoliv ausgegeben. Das wird der 24-Mitarbeiter-Betrieb, der in Kriebethal täglich 1500 Essensportionen für Kitas, Altenheime und andere Betriebe kocht, irgendwie kompensieren können.

Die Stadtwerke Döbeln verlieren mit Autoliv einen Großkunden. "Das werden wir beim Stromeinkauf einplanen", sagt Geschäftsführer Reinhard Zerge. Viel schlimmer sei, dass mit dem Unternehmen und den Jobs auch die Gurtproduktion verschwindet, die Döbeln so lange geprägt hat. "Irgendwann haben wir alle Produktion nach Rumänien oder Bangladesh ausgelagert. Das kann doch nicht die Zukunft sein", so Zerge.

Den Mockritzer Betrieb der Logistikfirma Euro LTConsult, in dem etwa 25 Personen beschäftigt sind, wird die Werksschließung von Autoliv Döbeln nicht aus der Bahn werfen. "Wir sind mit dem Autoliv-Konzern größer im Geschäft. Die Situation in Döbeln wirkt sich nicht auf unsere Auftragslage oder Personalstärke aus", erklärt Meinolf Merschmann, Geschäftsführer des Mutterunternehmens HG Logistic in Paderborn. Der Standort Mockritz sei die Drehscheibe in Richtung Osten des international aufgestellten Logistikunternehmens und werde es auch bleiben. O. Büchel/Th. Sparrer

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