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Döbeln Döbeln: Eierbechersammlung im Stadtmuseum
Region Döbeln Döbeln: Eierbechersammlung im Stadtmuseum
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00:28 14.03.2018
Christiane Hasenwinkel zeigt im Stadtmuseum von Döbeln einen Teil ihrer Eierbechersammlung. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

„Ich war gerade bei Dracula“, Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU), war „noch ganz aus dem Tritt“ als er ins Rathaus zurückgeeilt kam. Kurzum bewarb er das Musical der Theaterbühne, das ab April in der Stadt aufgeführt wird. Zuvor habe er dort für die bis zum 9. Mai im Rathausturm zu sehende Sonderausstellung Reklame gemacht: „Mundpropaganda wirkt immer noch am besten.“

Hobby passend zum Osterfest

Nun also die Ausstellungseröffnung von „Aus der Eierbecherei“, die das Stadtmuseum der Sammelleidenschaft von Christiane Hasenwinkel verdankt. Natürlich griff Museumschefin Kathrin Fuchs, den Bezug von Hase und Ei, die frühlingshaften Temperaturen und das nahende Osterfest in ihrer Rede auf: „Schön, dass sie ihr Hobby pflegen und mit der Öffentlichkeit teilen“, sagte sie, bevor sie mit Thomas Hasenwinkel ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen musste.

Loriot und sein weich gekochtes Ei

Die beiden lasen szenisch den Loriot-Sketch „Das Frühstücksei“, in dem ein zu hartgekochtes Ei eine Ehe auf die Nervenprobe stellt. Ganz anders das Bild, das die Gäste in den Museumsräumen erwartete: Gleich am Eingang stand ein liebevoll eingedeckter Frühstückstisch, so wie er sonst bei den Hasenwinkels steht. Christiane Hasenwinkel erklärt: „Ich hatte schon mal eine Ausstellung, da gab es Kinder, die anschließend zu ihren Eltern gesagt haben, sie wollen auch einmal an so einem schön gedeckten Tisch frühstücken.“

Teil der Tischkultur

Der Eierbecher lässt sich bei ihrer Schau also auch als Teil einer Tischkultur wiederentdecken. Dazu zeigt die 62-Jährige 2251 Eierbecher ihrer mehr als 3000 Exponate umfassenden Sammlung. Zu sehen sind Becher aus unterschiedlichen Materialien wie aus Holz gedrechselt, aus Keramik der Manufakturen Mitteldeutschlands oder die Plaste-Eierbecher der DDR, aber auch Mitbringsel aus anderen Ländern oder Epochen.

Plastik-Ostglucken mit dabei

So lernt der Besucher, dass es im 18 Jahrhundert üblich war, Eier querliegend zu öffnen, um mit länglichen Brotstiften das weiche Innere heraus zu löffeln. Aber auch die Gegenwart spiegelt sich in den kleinen Bechern wieder: So verrät Thomas Hasenwinkel, dass sich unter den vertrauten Ostglucken aus Plastik, die im oberen Stockwerk zu sehen sind, zwei Plagiate verstecken.

Chinesen kopieren alles

„Die Chinesen kopieren einfach alles“, sagt er über die Hähne, die in ihrer Schwanzform und Farbgebung leicht abweichen. „Die Eiertransportbehälter hatten wir auch!“, staunt eine Frau und auch Harro Faßbinder aus Döbeln zeigt sich beeindruckt von der Formen- und Farbenreichtum der Stücke.

Meissener in zweiter Wahl

Weniger Wert legt Christiane Hasenwinkel auf ausgesucht kostbare Stücke. Meissener Porzellan findet sich zwar auch, doch sie gibt zu: „Zweite Wahl. Aber das macht ja nichts.“ Ihr Lieblingsstück verrät sie der DAZ dann noch: Der Becher 0124 der Sammlung stammt aus den Rosenthaler Porzellanwerken und wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Werk Sophienthal produziert.

Erbstück im Tausch gegen Rabattmarken

Das Alter allein macht ihn noch nicht besonders. Denn es ist ein Familienerbstück und zugleich Hasenwinkels erster Becher. Er stammt von ihrer Urgroßmutter aus Roßwein, die ihn im Tausch gegen Rabattmarken erwarb. Neben dem Eierbecher ist Hasenwinkel nur eine Brotschale des Kaffeeservices erhalten geblieben.

Von Manuel Niemann

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