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Döbeln: Ein rhapsodisches Juwel als Zugabe

Döbeln: Ein rhapsodisches Juwel als Zugabe

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass Matthias Eisenberg zusammen mit "Classic Brass" in Döbeln gastierte. Schon damals war die Nikolaikirche gut besucht, doch 2014 strömten die Döbelner sogar in Massen an die Abendkasse, um den namhaften Orgelvirtuosen und das Blechbläserquintett zu erleben: Gutes spricht sich glücklicherweise eben doch herum.

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Das Blechbläserquintett Classic Brass, das am Sonnabend gemeinsam mit dem Orgelvirtuosen Matthias Eisenberg in der Döbelner Nicolaikirche musizierte.

Quelle: Sven Bartsch

Alle sechs Gäste sind am Ort schon alte Bekannte: Eisenberg prüfte die spätromantische Eule-Orgel schon einige Male auf Herz und Nieren, das von Jürgen Gröblehner gegründete Ensemble spielte in den vier Jahren seines Bestehens nun bereits zum dritten Mal in Döbeln. Da weiß man als Zuhörer schon zuvor, was man erleben wird: gute musikalische Unterhaltung, gepaart mit bravouröser Technik.

 

Beim einstigen Gewandhausorganisten sind es neben der vitalen Lesart bekannter Werke (hier spielte er Bachs Präludien und Fugen in g-Moll und F-Dur) vor allem die Improvisationen, mit denen er sein Publikum begeistert. Und als Zugabe lieferte Eisenberg dann endlich auch mal wieder eine umfangreiche Kostprobe dieses Könnens, nachdem er im Vorjahr "nur" fünf Minuten zu "Kein schöner Land" gespielt hatte. Diesmal aber - inspiriert von den noch in voller Pracht stehenden Weihnachtsbäumen im Altarraum - war erst nach mehr als 15 Minuten zu "Herbei, o ihr Gläubigen" Schluss.

 

Eine Viertelstunde, die der Organist zu einem regelrechten rhapsodischen Juwel formte. Ausgehend von einem energisch in die Höhe strebenden Thema schälte sich (für Eisenbergs Improvisationen ist dies durchaus ungewöhnlich!) das Thema von Anfang an klar und deutlich heraus, wurde dafür aber um so kunstvoller bearbeitet: mal leise, mal mit gewagtem Rhythmus, mal in überraschenden Klangkombinationen, zum Schluss natürlich durch sich immer weiter steigernde Virtuosität. Dafür liebt das Publikum den Organisten, und dafür bleibt man auch gern länger in der Kirche.

 

Zumal auch die Bläser jeden Cent des Eintrittsgeldes Wert waren: Prachtvoll tönte das vielfarbige Arrangement von Marc Antoine Charpentiers "Te Deum"-Präludium, das jedem der fünf Blechbläser ein Solo einräumte. Solisten sind sie natürlich allesamt, der Sachse Gröblehner und seine jungen Mitstreiter aus Ungarn und Serbien, mit denen er nun tagaus, tagein unter dem Label "Classic Brass" durchs Land tourt.

 

Sympathisch, dass die Eigenart des Ensembles auch weiterhin gefördert wird: Die Show der Fünf bezieht sich nach wie vor ausschließlich auf den künstlerischen Aspekt, was diesmal sogar schon am Konzerttitel (Soli Deo Gloria - Allein Gott die Ehre) erkennbar war. Witzige Einlagen an der Grenze zu Blödeleien überlassen sie lieber ihren Kollegen. Gut so, denn nichts wäre langweiliger, als eine Handvoll Brass-Ensembles, die alle nur dasselbe spielen. Hagen Kunze

Hagen Kunze

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