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Döbeln: Elektriker im Rekordeinsatz

Döbeln: Elektriker im Rekordeinsatz

Die gesamte Döbelner Innenstadt hat wieder Strom. Bereits am Freitagabend hatten die Döbelner Stadtwerke 99,9 Prozent der Kunden wieder am Netz. Da, wo bis dahin noch nicht wieder das Licht anging, stand entweder die Hausverteilung noch unter Wasser oder konnte der Vermieter oder Hausverwalter die Hauselektrik noch nicht als funktionsfähig anmelden.

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Fast rund um die Uhr waren in den Tagen nach der Flut Elekromonteur Gerd Peschke und seine Kollegen von den Döbelner Stadtwerken sowie ein gutes Dutzend Elektrohandwerksbetriebe unterwegs, damit die Innenstadt innerhalb weniger Tage wieder mit Strom versorgt werden konnte.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln. "Unsere Mitarbeiter haben schon am Sonntag, als das Wasser noch stand, damit begonnen, Zähler, Sicherungen, Regler, Messtechnik und vieles mehr zu bestellen. Grundlage waren dabei unsere Aufzeichnungen von 2002", schildert Stadtwerkegeschäftsführer Reinhard Zerge. Ein riesiges Lob hat er für die 60 Mitarbeiter des Strombereiches in seinem Unternehmen. Die waren teilweise rund um die Uhr im Einsatz, um das Herz der Stadt wieder mit Strom zu versorgen. Ebenso waren ein gutes Dutzend Elektrohandwerksbetriebe der Region mit etwa 60 Elektrikern und weiteren Helfern im Einsatz, um die Elektrik jedes einzelnen Hauses zu prüfen und zu reparieren, damit es wieder zugeschaltet werden konnte. "Es war wie ein Wettlauf. Wer frühzeitig sein Haus trocken und schlammfrei hatte, war um so schneller wieder am Netz. Probleme gab es nur mit ganz wenigen Hausverwaltungen, die nicht so schnell hinterher kamen. In den Klostergärten stand zudem noch ein Stromverteiler auf einer Wiese im Wasser. So konnten die Häuser Richard-Wagner-Straße 1 und 2 erst Sonnabend versorgt werden.

Die Stadtwerke selbst bekamen wie schon 2002 sofortige Unterstützung von den Stadtwerken Meerane. Deren riesiger Notstromer versorgte Raiffeisenbank und Sparkasse. Das Aggregat der Stadtwerke Zwickau sorgte am Theater für Strom. Ein weiteres hatten die Stadtwerke Freiberg gestellt. Über die Kontakte der Firma EST stand ein riesiger Notstromer aus Bad Lausick vorm Rathaus, der auch die Fluthelferparty am Sonnabend mit Strom versorgte. Die Stadtwerke Unna rollten am Mittwoch mit einer Lkw-Ladung Technik und Material an. Auch das half beim vorgelegten Eilzugtempo. Probleme bereiten momentan noch ein bei Technitz freigespültes Erdkabel sowie zwei unterspülte Freileitungsmasten in Masten und an der Roßweiner Siedlung. Alle Gasleitungen der Stadtwerke sind nach dem Hochwasser 2002 entsprechend sicher unterm Flussbett verlegt. Hier gab es keine Versorgungsunterbrechung und kaum Schäden. Alle anderen Schäden und die Kosten versuchen die Stadtwerke nun gerade zu ermitteln.

Im Stadtbad zeichnet sich schon jetzt ab, dass wie 2002 etwa zwei bis 2,5 Millionen Euro Schaden entstanden ist. Dank der 70 freiwilligen Helfer sowie der Feuerwehren Ostrau und Rittmitz waren Stadtbad und Freibad Freitagabend sauber. Die Heidenheimer Wehr füllte das Freibadbecken schon wieder, um so die Fliesen zu schützen. Die Freibadsaison ist aber aufgrund der Schäden an der Technik des Bades höchstwahrscheinlich nicht zu retten. Für genaue Angaben sei es aber noch zu früh, so Reinhard Zerge von den Stadtwerken.

 

 

Die Stadtwerke Döbeln helfen ihren vom Hochwasser betroffenen Kunden in Döbeln und in den darüber hinaus betroffenen Gebieten beim Trocknen ihrer Häuser mit einer pauschalen Heizprämie für den verbrauchten Strom für Trocknungsgeräte bis zu einer Höhe von 50 Euro. Es gibt gesonderte Anträge für Hauslichtzähler, betroffene Mieter, Eigenheimbesitzer und Gewerbebetriebe. Nach Vorlage der Hochwasserbescheinigung (ausgestellt von Stadt oder Gemeinde) erfolgt die Verrechnung mit der Jahresrechnung 2013. Die Nachweise können bei Mitarbeiterin Frau Friese, abgegeben beziehungsweise per Post, per Telefax an 03431/72 11 11 oder per E-Mail an d.friese@sw-doebeln.de gesendet werden. Weitere Infos unter Telefon: 03431/72 12 40.

Thomas Sparrer

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