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Döbeln Döbeln: Fahrraddieb soll ins Gefängnis
Region Döbeln Döbeln: Fahrraddieb soll ins Gefängnis
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18:15 11.10.2018
Mit dem Bolzenschneider hatte ein 27-Jähriger das Schloss eines Fahrrades vorm Döbelner Stadtbad geknackt und den Drahtesel gestohlen. Auch deswegen soll der junge Mann nun ins Gefängnis, entschied das Gericht. Quelle: dpa
Döbeln

Ungewöhnlich unbarmherzig zeigte sich neulich Staatsanwältin Angelika Rickert im Amtsgericht Döbeln. Sie ist nicht dafür bekannt, harte Strafen zu beantragen, wenn ihr das nicht als notwendig erscheint. Aber: „Irgendwann ist der Ofen aus“, sagte die Juristin im Prozess gegen einen 27-jährigen Deutschen, dem Betrug und Diebstahl zur Last lag. Trotz Geständnis und einiger positiver Ansätze – der junge Mann hat eine Drogen-Entgiftung absolviert und wartet in einer speziellen Einrichtung auf die Langzeit-Therapie – wollte ihn Staatsanwältin Rickert eingesperrt wissen. „Da bin ich mal ganz unbarmherzig und beantrage eine kurze Freiheitsstrafe“, sagte sie. Grund waren die Vorstrafen. Vor allem wegen Betrugs hatte ihn Justitia zuletzt am Wickel. „Das ist einschlägig und zudem stand der Angeklagte unter Bewährung, als er die neuen Taten beging“, sagte die Staatsanwältin.

Angeklagter verrät Kumpel nicht

Betrug gehörte auch zu den Tatvorwürfen der aktuellen Anklage. So soll er am 4. April bei der Shell-Tanke in Masten elf Liter Sprit in einen Kanister gefüllt, aber die Spritrechnung über 16 Euro nicht bezahlt zu haben. Er habe angegeben, er sei mit dem Auto liegen geblieben und habe sein Portemonnaie im Fahrzeug liegen gelassen. So unterschrieb er ein Schuldanerkenntnis mit der Verpflichtung, die Summe nachträglich zu bezahlen. „Das stimmt. Ein Kumpel hatte keinen Sprit mehr, da habe ich das gemacht. Ich hatte damals Cyrstal genommen“, räumte der 27-Jährige ein, verpfiff seinen Kumpel aber nicht. Auch den Diebstahl einer Pedale für ein BMX-Rad, einer Trinkflasche sowie einer Sprühflasche mit WD-40-Öl im Toom einen Monat später gab er zu. Gesamtwert der Ware: 26 Euro. Warum klaut man denn so ein Zeug? „Ich wollte die Sachen zu Geld für Drogen machen.“ Am schwersten wog der Diebstahl eines Fahrrades vorm Stadtbad, den der Mann Mitte August 2018 beging. Wert des Rades: 470 Euro. Weil er das Schloss laut Geständnis mit einem Bolzenschneider durchtrennte, griff die Strafzumessungsregel „Diebstahl im besonders schweren Fall“, die sich auf die Höhe der Strafe auswirkt. Glücklicherweise ist das Rad wieder bei seinem Eigentümer.

Bewährung unbegründbar

„Irgendwann ist Schluss“, sagte Richterin Marion Zöllner, als sie das Urteil begründete. Sieben Monate Haft als Gesamtstrafe für Betrug, Diebstahl und Diebstahl im besonders schweren Fall. Mit gesenktem Kopf hörte der 27-Jährige der Richterin zu. „Hier stellte sich die Frage, Bewährung oder nicht? Ich wüsste nicht, wie eine Bewährung zu begründen ist“, sagte Richterin Zöllner. Sie sprach den Bewährungsbruch des Angeklagten an. Der fiel bisher mit Diebstählen, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, einem Drogendelikt und zuletzt mit Betrug auf. Um die Gesellschaft zu schützen, müsse man ihn einsperren, sagte die Richterin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Im Juni 2015 war der 27-Jährige selbst Opfer. Der Döbelner Großdealer Frank M. hatte ihn geschlagen, zeitweise in das Auto des 27-Jährigen gesperrt, dieses geraubt. Frank M. sitzt noch in der JVA Waldheim. Dass er seinem früheren Opfer dort begegnet, wenn es selbst einfahren muss, ist aber unwahrscheinlich.

Von Dirk Wurzel

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