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Döbeln: Früh um Sechs klicken die Handschellen

Döbeln: Früh um Sechs klicken die Handschellen

Der mutmaßliche Döbeln-Mörder ist gefasst. Gut drei Monate nach den tödlichen Schüssen auf den Döbelner Imbissbetreiber und Autohändler Jamal Al Mortada hat die Polizei gestern einen 32-jährigen Iraker vorläufig festgenommen.

Döbeln.

 

 

 

 

Gestern morgen gegen sechs Uhr fahren Beamte der Polizeidirektion Westsachsen und des Sondereinsatzkommandos Sachsen in zwei Polizeibussen im Wohngebiet in Döbeln-Ost II vor. Dann geht alles ganz schnell. Die Polizisten brechen zwei Türen auf und nehmen den völlig überraschten Tatverdächtigen fest.

Insgesamt werden Beamte der Sonderkommission Aladin an diesem Morgen vier Häuser in Döbeln durchsuchen. Unter anderem sind die Polizisten am Autohandel Daniel in Großbauchlitz dabei, jedes abgestellte Fahrzeug zu öffnen, Fahrzeugdaten abzugleichen und nach Spuren zu suchen. Der Autohandel gehörte dem Mordopfer.

Die Spekulationen vom November, die von Bandenmilieu, Automafia bis hin zu Drogenkriminalität reichten, bestätigen sich nicht. Bereits Ende Februar hatte die DAZ von einer möglichen Beziehungstat berichtet. Gestern Nachmittag bestätigen das auch die Ermittlungsbehörden. Täter und Opfer hätten sich näher gekannt, teilen Staatsanwaltschaft Chemnitz und Polizeidirektion Westsachsen in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) zeigt sich am Nachmittag im Gespräch mit der DAZ erleichtert. "Dieser Ermittlungserfolg ist viel wert. Es war eine schlimme Tat. Gut wäre es, wenn das nun zum Abschluss kommt. Es hat die Bürger unserer Stadt ziemlich bewegt", so Egerer.

In den letzten Wochen hatte die Polizei mit einem neuen, blauen Fahndungsplakat um erneute Mithilfe gebeten. Die Plakate im Stadtgebiet waren in deutscher, türkischer und arabischer Sprache verfasst. Für Hinweise waren bis zu 10 000 Euro Belohnung ausgesetzt. Ob das Geld zur Auszahlung kommt, war von der Staatsanwaltschaft gestern nicht zu erfahren.

 

 

 

 

 

 

Döbeln (bm). Am 1. November 2011 war Jamal Al Mortada in seiner Pizzeria in der Döbelner Rudolf-Breitscheid-Straße erschossen worden. Die Tat glich einer Hinrichtung: Der 41-jährige Libanese wurde mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe getötet. Die Polizei bildete eine 50-köpfige Sonderkommission - die Soko Aladin. Diese war allerdings zuletzt bis auf ein gutes Dutzend Beamte geschrumpft worden.

Gut eine Woche nach dem Mord hatte die Polizei eine Pistole in der Mulde gefunden. Ballistische Untersuchungen ergaben später, dass es sich dabei um die Tatwaffe handelt. Erste Vermutungen, nach denen der Fall mit der rechtsextremen Mordserie der Zwickauer Terrorzelle zu tun hat, bestätigten sich nicht. Wie diese Zeitung bereits Ende Januar berichtet hatte, handelte es sich um eine Beziehungstat.

Kurz nach dem Mord hatte die Polizei ein erstes Phantombild veröffentlicht. Zudem wurden im Rahmen einer groß angelegten Aktion rund 400 Bürger der Stadt befragt. Bei der Spurensuche kam außerdem ein Fährtenhund zum Einsatz. Mitte Januar hatte die Polizeidirektion Westsachsen bei einer Tatortrekonstruktion Zeugenaussagen auf ihre Plausibilität hin überprüft und die Sichtverhältnisse am Tatort im Pizza-Laden sowie davor überprüft. Während der Rekonstruktion feuerte die Polizei auch Schüsse ab und fing die Geräusche in der näheren Umgebung mit einem Mikrofon ein. Wenige Tage später waren Beamte im Stadtgebiet erneut mit einem Suchhund unterwegs.

Ende Februar ermittelte die Polizei mit einem weiteren Phantombild nach dem Täter und setzte eine Belohnung von 10 000 Euro aus.

 

 

Thomas Sparrer/Björn Meine

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