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Döbeln: Hämmern, mauern, betonieren

Döbeln: Hämmern, mauern, betonieren

An prominenten und weniger prominenten Stellen in Döbeln sind derzeit die Bauarbeiter aktiv. So tritt zum Beispiel am neuen Schlossbergwehr eine natursteinähnliche Verkleidung zutage.

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Etwas eingeengt geht es derzeit am östlichen Obermarkt zu, seit der Investor die Bauarbeiten am ehemaligen "Café Ecke" hat beginnen lassen. Das kann für mindestens ein Jahr so bleiben.

Quelle: Sven Bartzsch

Auf der Marktstraße/Ecke Obermarkt sind Parkplätze und die Sitzgelegenheiten gesperrt, weil die Bauarbeiter Platz brauchen. Nicht auf den ersten Blick sichtbar: An der Schillerstraße baut eine Firma einen Parkplatz mit 38 Stellflächen. Die DAZ hat sich darum umgehört und Informationen über die Baustellen zusammengetragen.

 

Ruine am Obermarkt 22

 

Ein hässlicher Anblick war bis dato das ehemalige "Café Ecke" mit der Adresse Obermarkt 22. Vernagelte Fenster, bröckelnder Putz. Nach Sturmböen musste die Feuerwehr klirrende Fensterscheiben sichern. Jetzt tut sich was: Ein Investor hat die Ruine gekauft und die Bauarbeiten beginnen lassen. Nach DAZ-Informationen soll das alte Gebäude einem Neubau weichen. Das wirkt sich auf den öffentlichen Raum aus. Zum Beispiel auf die Parkplätze an der Marktstraße, von denen einige nicht mehr nutzbar sind. Und auch auf die Sitzgelegenheit an der Ecke mit den großen Steinen, auf der zurzeit nur noch die Bauarbeiter ihre Pausenbrote essen können. "Das kann bis zu einem Jahr so sein, bei diesem großen Bauvorhaben", sagt Jürgen Müller, Leiter des Döbelner Ordnungsamtes. Die Stadt musste per verkehrsrechtlicher Anordnung Teile des öffentlichen Verkehrsraums sperren, damit Platz für die Bauarbeiten ist.

 

Parkplatz Schillerstraße

 

Deutlich zu sehen ist hier schon der Zweck der Buddelei: Die Borde sind gesetzt, die frostbrechende Schicht aus Schotter ist aufgetragen. Hier kommen 38 Parkplätze hin. Es fehlen nur noch Asphalt und Pflaster. Das soll die Stellflächen bedecken. Um den Boden nicht vollständig zu versiegeln, lässt die Stadt Ökopflaster einbauen. Die Fahrwege werden asphaltiert. "Wir lassen den Platz wieder herrichten, nachdem ihn das Hochwasser stark beschädigt hatte. Statt einer sandgebundenen Schotterdecke wie bisher, haben wir uns für eine dauerhafte Straßendecke entschieden", erläutert Thomas Hanns, Baudezernent im Döbelner Rathaus. Das Vorhaben kostet rund 135 000 Euro, die wiederum aus dem Fond des Freistaates zur Beseitigung der Flutschäden stammen. Auch die angrenzende Hundewiese lässt die Stadt wieder in Ordnung bringen. "Mitte September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein", sagt Thomas Hanns. Eigentlich war Oktober geplant.

 

Schlossbergwehr

 

Einen Monat Bauverzug hat die Landestalsperrenverwaltung (LTV) bei ihrem 4,5 Millionen Euro teurem Großprojekt in Döbeln. Und es wird um etwa 100 000 Euro teurer werden. Schuld daran tragen weder Bauherrin noch ausführende Firmen, sondern das Wetter. "Hochwasserscheitel durch Starkregen haben uns zurückgeworfen", sagt Axel Bobbe, der den Betrieb Mulde und Obere Weiße Elster bei der LTV-Zweigstelle in Rötha leitet. Er ist sich sicher, dass die Baufirmen den Verzug wieder herausholen können. Was wie Naturstein aussieht, ist lediglich ein spezieller Beton, der eine hübschere Oberfläche hat. Eine solche Mauer mit richtigem Naturstein zu verblenden, wäre ein viel zu teures Unterfangen.

 

Zu sehen ist das Imitat an den seitlichen Stützmauern des Wehres von der Wappenhensch-Grünanlage aus. Diese Stützmauer besteht aus Bohrpfählen, die bis in den felsigen Untergrund reichen. Davor steht eine mit Stahlgeflechten armierte Stützwand, die bis auf den Felsen gegründet ist. Bohrpfähle und Stahlbetonmauer bilden statisch gesehen eine Einheit. "Wir müssen dort bei Hochwasser mit einem 60-Tonnen-Autokran drauffahren können, um Treibgut aus der Mulde zu fischen", erläutert Axel Bobbe.

Dirk Wurzel

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