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Döbeln Döbeln: Heimspiele sind jetzt erstmal passé
Region Döbeln Döbeln: Heimspiele sind jetzt erstmal passé
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23:55 11.06.2013
Vereinschef Michael Urbanitz war einer der ersten, die nach dem Wasser auf den Tennisanlagen in den Klosterwiesen dem Schlamm zu Leibe gerückt sind. Jetzt heißt es für die Vereinsmitglieder des Döbelner TC: Den Sand von den fünf geschädigten Plätzen holen und hoffen, dass irgendwoher Gelder für den Wiederaufbau fließen. Quelle: Wolfgang Sens

Diesmal nicht in Mitleidenschaft gezogen ist das Vereinsheim - das ist zwar ein kleiner Trost, macht die Lage für den Sportverein momentan aber auch nicht besser. Am Montagabend traf sich die Vereinsführung mit Michael Thürer vom Sportamt der Stadt Döbeln und dem Präsidenten des Sächsischen Tennisverbandes Rainer Dausend, um zu diskutieren, wie es jetzt weitergehen kann. Und von welchen Stellen möglicherweise finanzielle Unterstützung zum Wiederaufbau erwartet werden kann.

Fünf Plätze hatte der Döbelner Tennisclub, der das Gelände per Erbpachtvertrag vom Eigentümer Stadt Döbeln gemietet hat, zur Verfügung. Nach dem Hochwasser 2002 war alles frisch saniert und wieder aufgebaut worden. Jetzt sind erneut alle fünf Plätze pfutsch. Sofort nachdem das Wasser den Rückzug angetreten hatte, begannen die Mitglieder mit den Aufräumarbeiten. Allen voran Vereinschef Michael Urbanitz und Marcel Spindler, die dem Schlamm per Radlader zu Leibe rückten. Jetzt muss der Sand von den Plätzen geholt werden und man hofft, dass wenigstens die darunter liegende Vulkanschicht keinen Schaden genommen hat. "Würden wir den vom Muldeschlamm durchsetzten Sand nicht erneuern, laufen wir Gefahr, dass zukünftig das Wasser auf den Plätzen stehen bleibt", erklärt Frank Giersig, stellvertretender Vereinschef, warum es nicht reicht, einfach nur sauberzumachen.

Zirka 40 000 Euro kostet ein einziger Platz, wenn er mit allen seinen Schichten von unten angefangen neu aufgebaut werden muss: Drainage, Splitt, Vulkanschicht, Sand und Verschleißschicht. Wenn der Sand von den Mitgliedern runtergenommen ist, hofft der Verein, dass der Platzbauer schnell Zeit hat und die Diagnose nicht dramatischer wird als bis jetzt angenommen. Drei der fünf Plätze wolle man zunächst wieder aufbauen.

Für Rainer Dausend, den Präsidenten des Sächsischen Tennisverbandes, ist die Situation der Döbelner dramatisch. Er will sich beim Verband für den TC einsetzen, um parallel zu den Bemühungen der Stadt Döbeln bei Landes- und Kreissportbund möglicherweise finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau der Anlage zu erwirken. Dafür muss jetzt so schnell wie möglich eine Schadensaufstellung an die entsprechenden Stellen gelangen. "Und dann werden wir nicht umhin kommen, auch Eigenmittel aufzutreiben", so Michael Thürer.

Heimspiele kann der Verein in dieser Saison natürlich nicht austragen, Trainieren auch nicht. Der 1. TC Waldheim hat Solidarität bekundet und den Döbelnern angeboten, auf seiner Anlage auf dem Pfaffenberg dienstags und donnerstags zu trainieren. Die Oldies des Döbelner Vereins, die Herren60, haben ihre Mannschaft aus dem aktuellen Spielbetrieb zurückgezogen, alle anderen vier werden die Saison auf fremden Plätzen zu Ende spielen.

Zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren sind die Tennisplätze in Döbeln überschwemmt worden, ein variabler Schutz beispielsweise mit Sandsäcken ist nicht möglich. Da drängt sich die Frage auf, ob man nicht einen Wiederaufbau an anderer Stelle ins Auge fasst? Die Waldheimer haben nach dem Hochwasser 2002 die Konsequenz gezogen, haben ihre Plätze auf dem Pfaffenberg neu errichtet. Michael Thürer: "Sollte vom Verein das Signal kommen, wird man sich natürlich mit diesem Gedanken auseinandersetzen." Doch noch ist das nicht der Fall. "Mit einer Mauer von einem Meter, oder 1,50 wäre das hier nicht wieder passiert", ist sich Michael Urbanitz sicher. Abgesehen davon: Bei den Döbelner Tennisplätzen handele es sich um eine traditionelle Anlage, 1905 gebaut, schon immer an dieser Stelle. "Das zeigt, dass es früher solche Überflutungen hier nicht gegeben hat - sonst wären die Plätze längst nicht mehr da wo sie jetzt sind." M.Engelmann

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