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Döbeln Döbeln: In Sachen Flutschutz muss nachgebessert werden
Region Döbeln Döbeln: In Sachen Flutschutz muss nachgebessert werden
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20:10 20.02.2012
Sabrina Behnke und Thomas Richter aus Döbeln beobachten, wie Treibeis in der Nähe des Hauses Wappenhensch aus der Mulde gebaggert wird. Quelle: Frank Pfeifer

Es zeigte sich, dass für solche Fälle die bestehenden Gesetze nicht optimal sind und dass in Sachen Flutschutz nachgebessert werden muss.

"Wir haben am Sonntag das Schlossbergwehr gezogen", sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, als er sich gestern von der Lage ein Bild machte. "Das Gestänge war zwar eingefroren, aber der Bauhof hat es frei gekriegt." Noch sei so etwas möglich. Aber das neue Wehr, das im Zuge der Verbesserung des Flutschutzes errichtet werden soll, werde sich nur noch automatisch von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) aus regeln lassen. "Wir als Stadt müssen es auch steuern können", forderte Egerer. "Ansonsten kann es passieren, dass in solchen Fällen Gebiete absaufen." Konkret wurde am Sonntag durch das Wehr Wasser über die Flutmulde abgeleitet.

Auf eine Fernsteuerung will sich niemand so richtig verlassen nach den Erfahrungen des Wochenendes. Wie gestern berichtet, fühlten sich Anrainerkommunen von der LTV alleingelassen. Egerer erneuerte die Kritik: "Wir haben dort niemanden erreichen können."

Auf die Gesetzeslage verwies indessen Britta Andreas, Sprecherin der Talsperrenverwaltung. "Die Kommunen sind verpflichtet, auf ihrem Gebiet Eisgefahren abzuwehren", sagte sie. Sie hätten die erforderlichen Einsatzkräfte und technischen Mittel dafür bereitzuhalten. "Wir haben 700 Mitarbeiter für ein riesiges Aufgabenfeld. Um überall gleichzeitig sein zu können, müssten wir noch viel mehr sein."

Dass die Stadt zuständig ist, weiß im Grunde auch Egerer. Trotzdem winkte er gestern ab. "Die Kommunen kommen an ihre Grenzen", erklärte er. "Wenn wir keine Unterstützung kriegen, sehen wir alt aus. Wir können das Technische Hilfswerk nicht aktivieren. Dazu ist nur das Landratsamt befugt."

So musste Döbeln die Feuerwehr und seinen Bauhof einsetzen. Drei Bagger vom Unternehmen LFT und einer von der Firma Weißflog wurden hinzugezogen. So konnte begonnen werden, in Bauchlitz eine Schneise ins Treibeis zu schlagen. An der Wappenhenschstraße wurde zwar auch noch gebaggert. Dort floss das Wasser aber bereits wieder gut ab.

-Standpunkt, Seite 11

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