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Döbeln: In Schaufenstern am Obermarkt gähnt die Leere

Geschäftswelt Döbeln: In Schaufenstern am Obermarkt gähnt die Leere

An der Ostseite des Döbelner Obermarktes stehen zurzeit sechs Läden leer. Das ist etwa ein Drittel aller Geschäfte in diesem Bereich des Marktes und damit ziemlich viel. Die Lage ist auf den ersten Blick attraktiv. Die Gebäude, in denen sich die Geschäftsräume befinden, sind repräsentativ. Dennoch ist es nicht einfach, neue Mieter zu finden.

Wann zieht ein neuer Mieter ins Geschäft am Obermarkt 14?

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. An der Ostseite des Döbelner Obermarktes stehen zurzeit sechs Läden leer. Das ist etwa ein Drittel aller Geschäfte in diesem Bereich des Marktes und damit ziemlich viel. Dabei ist die Lage auf den ersten Blick attraktiv. Die Gebäude, in denen sich die Geschäftsräume befinden, sind repräsentativ. Dennoch ist es nicht einfach, neue Mieter zu finden.

Olga Scheck holt Bilder vor der Sonne weg

Die Künstlerin Olga Scheck hat ihre zur Schau gestellten Bilder wieder aus den Schaufenster des Alten Amtshauses geholt. Da tut sich was, könnte man meinen. Denn die Gemäldeschau war nur als Überbrückung gedacht. Die Hoffnung auf ein neues Geschäft am Obermarkt kann die TAG als Vermieter aber noch nicht erfüllen. „Es ist schwierig, die Gewerbeeinheiten im Alten Amtshaus an den Mann oder die Frau zu bringen. Ich hätte wirklich gedacht, dass uns das an dieser Stelle schneller gelingt“, sagt Susan Harnack vom Vermietungsbüro der TAG. Es handelt sich gleich um zwei Geschäfte im Erdgeschoss des Gebäudes. Sie sind saniert, hell und freundlich und früher Anziehungspunkte für modebewusste Döbelner. Neue Mieter wollten aber bislang nicht anbeißen. „Wir bekommen manchmal zu hören, dass in diesem Marktbereich ein wenig die Laufkundschaft fehlt“, sucht Harnack selbst nach einer schlüssigen Begründung. Olga Scheck hat ihre Bilder geholt, weil die Sonneneinstrahlung im Sommer den Farben nicht zuträglich ist. „Wenn der Laden noch eine Weile leer steht, würde ich die Schaufenster vielleicht im Herbst wieder nutzen“, sagt die Künstlerin.

Bäckerei Körner und Steinmetz weg

„Ein bisschen abgehangen sind wir hier hinten schon“, sagt Roland Faustmann von Jeans & Fashion, was man gerade bei Festivitäten in der Innenstadt spüren würde. Das Geschäft hat natürlich seine Stammkundschaft. Aber wenn es wieder mehr geöffnete Läden gäbe und somit mehr Menschen über den Östlichen Obermarkt bummelten, würde das auch Roland Faustmann freuen. „Wenn viele, lebendige Läden auf einem Fleck sind, dann zieht das auch mehr Leute an, wovon alle Geschäftsleute profitieren könnten“, sagt der Döbelner.

Leer stehen außerdem das ehemalige Fahrradgeschäft an der Sattelstraße/Ecke Obermarkt und der Laden am Obermarkt 16, wo eine Steinmetzfirma versuchte, ihre Arbeitsplatten besser zu vermarkten. Die Bäckerei Körner hat sich schon vor Monaten aus der Passage des Alten Reichshofes zurückgezogen und nun steht auch das schöne Geschäft des bisherigen Kunststübchen leer.

Zwischen leeren Fenstern blitzen Lichtblicke

„Wir wollen das wieder vermieten und sind zuversichtlich, Mieter zu finden“, sagt Dagmar Schmidt, Eigentümerin des Kunststübchen-Hauses. Bisher seien ihr die Räume noch nicht übergeben worden und Dagmar Schmidt will die ehemalige Ladeninhaberin auch nicht hetzen.

Die Bäckerei Körner hat in der Passage des Alten Reichshofes eine schwer zu füllende Lücke gelassen, ist sich Karola Kunze von der Döbelner Firma SD-Immobilien bewusst, die das Gebäude vermarktet. „Wir haben schon viel versucht, dort wieder jemanden zu finden. Aber es ist sehr schwierig“, sagt Karola Kunze. Die SD-Immobilien kümmert sich auch um das Eckhaus Sattelstraße/Obermarkt, wo bereits vor drei Jahren der Fahrradladen ausgezogen ist. „Kaum zu glauben, aber in diesem Geschäft läuft noch die Sanierung nach dem Hochwasser“, benennt Karmen Kunze den Grund, weshalb sich im Erdgeschoss des Eckhauses geschäftsmäßig noch nichts getan hat.

Es gibt aber auch Lichtblicke. So bemüht sich die noch junge Initiative Döbeln.jetzt dem Obermarkt wieder mehr Leben einzuhauchen – zum Beispiel mit kleinen Konzerten oder bald mit einem öffentlichen Picknick.

 

Von Olaf Büchel und Dirk Wurzel

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