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Döbeln Döbeln: Justizmann steht selbst vor Gericht
Region Döbeln Döbeln: Justizmann steht selbst vor Gericht
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20:35 13.01.2012
Döbeln

(diw). Er kam, sah, klaute und der Ladendetektiv erwischte ihn. Wert des Diebesgutes: 25 Euro. Die Quittung von Richter Janko Ehrlich am Amtsgericht: 1200 Euro Geldstrafe, aufgeteilt auf 30 Tagessätze zu 40 Euro. Deren Höhe hatte sich der Angeklagte anhand seines Verdienstes schon ausgerechnet und mit 30 Euro beziffert. Juristische Vorkenntnisse sind vorhanden, handelt es sich bei diesem schließlich um einen Mitarbeiter des Justizvollzugsdienstes.

Nötig hatte der die Geschichte nicht, die ihn auf die Anklagebank brachte. Er ging im Kaufland einkaufen an jenem 3. September 2011, dem Tag des Verhängnisses. Ein sogenannter Transmitter war ein Ziel der Shopping-Tour. So ein Gerät sendet elektronisch gespeicherte Musikdaten an ein herkömmliches Radio. Wer gerade keinen Computer dabei hat, nimmt ein solches Übertragungsutensil, um Musik vom MP-3-Spieler laut zu hören. Dazu braucht es aber auch ein Speichermedium und ein solches fand der Ladendetektiv beim Angeklagten. Ohne Quittung, die dessen Bezahlung belegt. Dieses Gerät kostet eigentlich 25 Euro. Alle Verpackungen seien geöffnet gewesen und er habe sich da selbst was zusammengestellt und schließlich beim Bezahlen etwas vergessen, versuchte sich der Mann herauszureden.

Der hauseigene Ermittler beobachtete ein ganz anderes Verhalten: "Er ist mehrfach die Gänge hin und hergelaufen, bis er glaubte sich unbeobachtet zu fühlen." Für ihn sah es so aus, als würde der Mann etwas mitnehmen und nicht bezahlen. "Solche Vorkommnisse soll es geben, das Leute aus Schusseligkeit das Bezahlen vergessen", sagte Staatsanwalt Markus Schori in seinem Plädoyer. Aber in diesem Fall sei das anders: "Es ist ein typisches Delikt, dass manche Männer etwas stehlen, obwohl sie es eigentlich nicht nötig hätten."

Richter Janko Ehrlich folgte dem mit einem Seitenhieb auf die nicht ganz stringente Verteidigunsstrategie des Ladendiebs: "Das war ein bewusster Vorgang. Sie haben ja auch im Vorfeld beantragt, das Verfahren wegen geringer Schuld einzustellen", sagte er und verurteilte den Mann zu der Geldstrafe. Mit dieser gilt er aber landläufig nicht als das, was für seine "Schützlinge" zutrifft: das Adjektiv vorbestraft. Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen tauchen nicht im Führungszeugnis auf.

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