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Döbeln Döbeln: Keglerheim für Freizeitsport verschlossen
Region Döbeln Döbeln: Keglerheim für Freizeitsport verschlossen
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23:12 12.01.2012

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Erbarth schildert: Wir sind zwölf Ehepaare aus der Engen Gasse. Schon zu DDR-Zeiten haben wir regelmäßig im Keglerheim gekegelt." Seit September des Vorjahres bleibe das jedoch den Freizeitsportlern durch den Besitzer des Keglerheimes verwehrt. Dessen Begründung sei, dass die Sporteinrichtung nicht mehr gastronomisch bewirtschaftet werde.

Heiko Schmieder aus Döbeln ist der Besitzer des Keglerheimes. Er hat die Immobilie bereits vor Jahren von der damaligen Döbelner Wohnungsgesellschaft (DWVG) gekauft. Schmieder bestätigte auf Anfrage der DAZ, dass es seit Juli 2011 keinen Gaststättenbetreiber mehr im Keglerheim gibt. "Ich würde den Kegelfreunden die Einrichtung gern zur Verfügung stellen. Aber die Gaststätte ist geschlossen und wie soll ich ohne Kasse die Nutzung der Kegelbahnen durch die Freizeitsportler abrechnen? Das funktioniert mit den Nebenkosten nicht. Und mit dem Finanzamt möchte ich es auch nicht zu tun bekommen", erklärt Schmieder. Für die "Kegelfreunde Enge Gasse" klingt das Ganze ein bisschen wie ein konstruierter Vorwand. "Dem Kegelsportverein 90 Döbeln gestattet Herr Schmieder das Kegeln ohne Gastronomie. Weshalb uns nicht?", sagt Wilfried Erbarth. Tatsächlich besteht zwischen Heiko Schmieder und dem Kegelsportverein 90 Döbeln ein Mietvertrag für das Keglerheim. Der im Wettkampfbetrieb spielende KSV 90 darf also an den Klostergärten die Kugel schieben, wie Schmieder selbst erklärt. Doch gerade deswegen sei die Nutzung durch andere schwierig. Der Keglerheimbesitzer nennt ein Beispiel: "Weil es keinen Gastwirt mehr gibt, macht der KSV selbst sauber. Das würde er dann für die anderen mitmachen, da bekäme ich Probleme mit dem KSV."

Für die "Kegelfreunde Enge Gasse" steht außer Frage, für die Nutzung der Bahnen ein Entgelt zu entrichten. Und Schmieder hat nach eigenen Worten auch schon darüber nachgedacht, dass die Freizeitsportler diesen Obolus direkt an den KSV zahlen. Das müsse er aber erst mit seinem Steuerberater abklären. "Wir suchen nach einer Lösung", versichert Schmieder. Und weiter: "Wenn ich einen neuen Gaststättenbetreiber finden würde, wäre das Problem sofort geklärt." Bisher sei die Suche nach einem geeigneten Gastronomen jedoch erfolglos gewesen. Schmieder räumt aber ebenfalls ein, dass er die Sportstätte samt Gaststätte auch veräußern würde, wenn sich ein potenter Käufer fände.

Für Werner Scholz von den "Kegelfreunden Enge Gasse" ist es unverständlich, dass die Bahnen an den Klostergärten nur dem KSV vorbehalten sind."Ich bin seit 40 Jahren Geschäftsmann und ich bin sicher: Wenn man das mit dem Keglerheim richtig angehen würde, wäre das Ding knackevoll." Ungerecht findet Scholz, dass der KSV finanziell von der Stadt unterstützt wird und zudem das Nutzungsprivileg für die Döbelner Bahnen hat, während die anderen weder das eine noch das andere haben. "Die anderen", das sind übrigens nicht nur die Kegler aus der Engen Gasse. Drei weitere Sportgruppen würden laut Scholz gern das Keglerheim nutzen. Heiko Schmieder weiß davon.

Vielleicht findet sich ja doch ein Weg, hoffen die Kegelfreunde. "Freundlicherweise dürfen wir seit Oktober 2011 auf den Kegelbahnen des SV Einheit Lüttewitz kegeln", so Wilfried Erbarth. "Der Nachteil: Zehn Kilometer hin, zehn Kilometer zurück."

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