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Döbeln: Kein Sieg, aber ein teuflisch guter Abend

Döbeln: Kein Sieg, aber ein teuflisch guter Abend

"Wer uns schlägt, hat es verdient, Pokalsieger zu werden..." UHC-Kapitän Martin Sauermann nahm die Niederlage seiner Mannschaft am Sonnabendabend gegen den amtierenden Deutschen Meister sportlich.

Döbeln.

 

 

 

 

Aufregung und erwartungsfrohe Spannung machen sich schon lange vor dem Anstoßbully breit. Wird der Einmarsch des heimischen Teams schon bei "normalen" Spielen zelebriert, setzen die UHC-Cracks diesmal noch einen drauf. "Licht aus, Spot an", heißt es, als das Döbelner Team vor das jubelnde Publikum tritt und Hallensprecher Stephan Müller die einzelnen Spieler vorstellt. Die Trommeln und Tröten werden an diesem Abend kaum mehr verstummen. Nur in den Drittelpausen herrscht ein wenig Ruhe in der Halle, die zumindest anfänglich erfüllt ist von dem Gedanken, dass den Döbelnern heute vielleicht eine Überraschung gelingen könnte.

Die Hoffnung, dass Wernigerode nicht auf dem Posten sein könnte, wird schon nach 62 Sekunden zerstört. Einer der beiden Finnen, Juha-Pekka Kuittinen, schießt das 0:1. Grenzenloser Jubel wenige Sekunden später, als Verteidiger Stefan Liers zum 1:1 einnetzt. Doch schon jetzt wird deutlich, was die Döbelner Spieler bereits vor der Partie wussten: Es wird für sie knochenhart. Wernigerode ist schnell, spielt technisch sauber und dominiert mit seinen individuellen Spitzen die Begegnung. Bei den Döbelnern hingegen fehlen wichtige Spieler. Der lauffreudige Michael Schulz ist krankheitsbedingt nicht einsetzbar und muss von den Zuschauerrängen aus zusehen, wie die roten Teufel noch im ersten Drittel auf 1:3 erhöhen. Routinier Ricardo Franze fehlt verletzungsbedingt. Und dann auch das noch: Torschützenkönig Rico Haase muss wegen einer Rückenverletzung schon Mitte des ersten Drittels aus dem Spiel - das kommt einer kleinen Katastrophe gleich.

Ein anderer hingegen lässt die Zuschauer immer wieder jubeln: UHC-Torhüter Stephan Richter hat heute einen außerordentlich guten Tag erwischt und hält sensationell. Fünf Treffer der Gäste allerdings muss er im zweiten Abschnitt in sein Tor lassen (1:8). Es scheint, als sei der Riemen runter auf Döbelner Seite. Ein Durchkommen zum Devils-Tor - schier unmöglich.

Doch es gibt ein drittes Drittel. Und wenigstens ein Tor wollen die Fans auf den Rängen von den Döbelnern noch sehen. Zunächst aber erhöhen die Devils durch ihren Finnen Markus Skippari auf 1:9. Aber dann: Stefan Barthel gelingt nach zähem Kampf und 48 torlosen Minuten das 2:9 - ein Tor, das gefeiert wird wie der Siegtreffer. Nur zwei Minuten später sorgt Rico Haase für den nächsten Aufschrei, mit dem 3:9 (51.). "Danke Rico! Danke Ines!", lässt sich Stephan Müller am Mikro hinreißen, der Physiotherapeutin des Teams für ihren Einsatz am verletzten Spieler zu danken. Trommelschläge, Sprechchöre, Tröten begleiten ihn.

Ein weiteres Tor gelingt den Döbelnern allerdings nicht. Derjenige, der den Torreigen an diesem Tag eröffnete, setzt auch den Schlusspunkt unter die sehr faire Partie: Juha-Pekka Kuittinen mit seinem dritten Tor und dem 3:10. Wernigerode löst damit erstmals das Final-Ticket - verdient. Döbeln muss in diesem Jahr draußen bleiben. Doch Trübsal blasen auf UHC-Seite ist nicht angesagt. Schon nächstes Wochenende haben die Döbelner ihre nächste Herausforderung zu meistern: Als Sieger der 2. Bundesliga Staffel Ost treten sie in Bonn im Relegationsspiel gegen den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga Staffel Nord an. Nur eine Woche später folgt das Rückspiel. Im besten Fall muss es keine dritte Begegnung geben - wenn Döbeln beide Spiele für sich entscheiden kann.

Bei aller Euphorie und Spielfreude hat das Viertelfinalspiel gegen Wernigerode auch gezeigt, was die Muldestädter in der kommenden Saison erwartet und dass es es bei einem Wiederaufstieg in die Königsklasse alles andere als leicht für den UHC wird. Personelle Verstärkung ist zwingend erforderlich - mit dem aktuellen Kader, der vor Ausfällen - wie am Sonnabend gesehen - natürlich nicht gefeit ist, wird ein Überleben in der 1. Bundesliga nahezu unmöglich.

Manuela Engelmann

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