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Döbeln Döbeln: Ladendetektiv als Ladendieb verurteilt
Region Döbeln Döbeln: Ladendetektiv als Ladendieb verurteilt
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Ein Ehepaar soll im Döbelner Netto Kosmetika gestohlen haben. Weil sich die Frau gegen den Ladendetektiv wehrte, lautet die Anklage auf räuberischen Diebstahl. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln

In seinem Heimatland fängt er selbst Ladendiebe – in Deutschland hat Wojciech W. jetzt eine Verurteilung als Ladendieb kassiert. 70 Tagessätze zu zehn Euro Geldstrafe soll der Mann nach dem Willen des Schöffengerichtes zahlen. Für das Gericht stand fest, dass er am 6. Dezember gemeinsam mit seiner Frau Paulina etliche Drogerieartikel, darunter Zahnbürstenköpfe und Rasierklingen, im Netto in Döbeln gestohlen hat. Die Frau traf eine härtere Strafe. Sie hat sich nach Ansicht des Gerichtes gegen Ladendetektiv gewehrt, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu halten. Darum lautete ihr Schuldspruch auf räuberischen Diebstahl. Acht Monate Haft mit Bewährung verhängte das Gericht als Rechtsfolge. Weil es einen minder schweren Fall annahm, konnte die Strafe niedriger ausfallen, als die mindestens zwölf Monate Haft, die das Gesetz für das Verbrechen des räuberischen Diebstahls vorsieht.

Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, hob das Engagement der Verteidiger hervor. In zwei aufeinanderfolgenden Hauptverhandlungen habe sie erlebt, wie Anwälte überragenden Einsatz für ihre Mandanten zeigen. „Gestern war eine Kollegin von Ihnen hier, die eine Fußmatte zu Beweiszwecken angebrannt hat“, sagte die Vorsitzende mit Blick auf den Prozess am Montag, als das Schöffengericht zwei Harthaer wegen versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt hat. Rechtsanwältin Mandy Schützel verteidigte einen der Angeklagten und hatte zu Versuchszwecken einen Abstreicher angezündet (die DAZ berichtete).

Rechtsanwältin Dr. Kamila Matthies und ihr Kollege Andreas Wutzmer hatten den Netto-Markt gründlich besichtigt und Fotos angefertigt. Sie konnten nachweisen, dass der Ladendetektiv vom Büro aus gar nicht gesehen haben kann, wie Wojciech W. die Drogerieware aus Regalen an der Kasse in einen Karton raffte und zu seiner Frau in die Drogerieabteilung schaffte. Dort verstaute sie das Diebesgut in ihrer Handtasche. „Macht es meinen Mandanten verdächtig, Ehemann einer Diebin zu sein? Macht es ihn verdächtig, Pole zu sein? Das ist zugegebenermaßen polemisch. Aber es fehlt jeder Tatnachweis“, sagte Rechtsanwalt Wutzmer und beantragte Freispruch. „Ich gebe Rechtsanwalt Wutzmer recht, dass der Ladendetektiv in seiner Aussage viele Rückschlüsse gezogen hat. Den Bereich hinter der Kasse konnte er nicht sehen. Den Bereich hinter der Drogerieware hat er aber gesehen“, sagte Richterin Fahlberg, als sie die Schuldsprüche des Schöffengerichtes begründete. Woicech W. hatte den Tatvorwurf bestritten. Das Gericht konnte ihm aber keinen eigenen Tatbeitrag am räuberischen Diebstahl nachweisen. Darum verurteilte es ihn nur wegen Diebstahls.

Seine Frau hatte das Stehlen der Drogerieartikel eingeräumt – nicht aber die Gewalt gegen den Ladendetektiv. Die sah aber das Gericht aufgrund der Aussage des Mannes als erwiesen und dadurch den Tatbestand des räuberischen Diebstahls als erfüllt an. Weil es sich aber nur um ein Gezerre um Tasche handelte, in der die Beute verstaut war, konnte das Gericht einen minder schweren Fall annehmen und vom Strafrahmen nach unten abweichen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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