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Döbeln Döbeln: Lenin zwischen Schnee und Absperrgittern
Region Döbeln Döbeln: Lenin zwischen Schnee und Absperrgittern
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23:00 21.01.2013
Das Sandsteindenkmal des autoritären Staatsgründers liegt im Döbelner Bauhof unter Schnee und hinter Absperrzäunen. Er hat das 20. Jahrhundert maßgeblich mit geprägt.

In Döbeln liegt Lenin auch noch herum - unter einer dichten Schneedecke auf dem Gelände des Bauhofes an der Dresdner Straße. Das drei Meter große Lenindenkmal war am 14. Oktober 1977 auf dem Leninplatz in Döbeln, dem heutigen Wettinplatz, enthüllt worden. Anlass war der 60. Jahrestag der Oktoberevolution. Der Bildhauer Hans-Joachim Förster und der Steinmetzmeister Lothar Franz schufen die Statue. Die Stadt Döbeln hatte dafür tief in die Tasche gegriffen. 81 000 DDR-Mark bezahlte die Kommune damals für das Auftragswerk. Lange sollte es allerdings nicht stehen. Mit der Wende wurde das Denkmal wieder abgebaut.

"Wir verwahren den Lenin nach wie vor hier im Bauhof, nachdem vor einigen Jahren die Aufstellung des Sandsteindenkmals als Dauerleihgabe bei einem privaten Interessenten gescheitert war", sagte gestern Jürgen Aurich, Leiter des Baubetriebsamtes der Stadt, auf Nachfrage der DAZ.

Ende 2006 war Lenin in Döbeln noch einmal ins Gerede gekommen. Der Beichaer Reiner Geßner hatte Interesse an dem Denkmal angemeldet. Er wollte es als Dauerleihgabe von der Stadt haben und auf seinem Grundstück aufstellen. Plötzlich erinnerten sich auch andere an den "Genossen Lenin". So stellten die Kegelfreunde aus der Engen Gasse beim damaligen Bürgermeister Axel Buschmann (SPD) einen schriftlichen Antrag. Sie wollten die Skulptur auf eigene Kosten vom Bauhof abholen und auf einer Freifläche in der Engen Gasse postieren. Weder das eine noch das andere kam zustande. Die Kegelbrüder zogen zurück, als es harsche Reaktionen auf ihr Ansinnen gab. Der Stadtrat stimmte im Mai 2007 zu, dass Reiner Geßner aus Beicha den Lenin als Dauerleihgabe erhalten sollte. Doch auch dieser machte kurz darauf einen Rückzieher. Offenbar war man sich über Versicherungsfragen im Leihvertrag nicht einig geworden. So schlummert Wladimir Illitsch Lenin auch weiterhin im Bauhof vor sich hin, als Kunstbesitz der Stadt, mit dem offenbar keiner so recht etwas anfangen kann. Nur die Kämmerei wird ihn für die Einführung der doppischen Haushaltführung im nächsten Jahr vermessen und bewerten müssen. Man darf gespannt sein, mit welchem Wert der Sandsteinlenin dann einmal in der Eröffnungsbilanz berücksichtigt wird.

Wladimir Iljitsch Lenin (22. April 1870 bis 21. Januar 1924) war ein russischer kommunistischer Politiker und Revolutionär, sowie marxistischer Theoretiker, Vorsitzender der Bolschewiki-Partei und der aus ihr hervorgegangenen Kommunistischen Partei Russlands, Regierungschef Sowjetrusslands (1917-1922) und danach der Sowjetunion (1922-1924), als deren Begründer er gilt.

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