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Döbeln Döbeln: Messer-Kosovare soll ins Gefängnis
Region Döbeln Döbeln: Messer-Kosovare soll ins Gefängnis
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17:00 08.10.2018
Tatort Berufsschule Döbeln: Mit einem Messer war ein Kosovaner im Januar 2017 auf einen Kurden losgegangen. Nun beschäftigte der Fall die Justiz in der zweiten Instanz. Quelle: Symbolbild/Archiv
Döbeln/Chemnitz

Der Messermann von der Berufsschule soll ins Gefängnis. Das Landgericht Chemnitz hat nun das Urteil des Amtsgerichtes Döbeln bestätigt. Das sah wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung eine Haftstrafe von anderthalb Jahren für den 46-jährigen Kosovaren vor. Dieser war am 17. Januar 2017 auf dem Gelände der Berufsschule Döbeln auf einen türkischen Kurden mit dem Messer losgegangen und hatte den Mann ins Gesäß, den Rücken und den linken Oberschenkel gestochen. Acht Einstiche zählten die Mediziner im Krankenhaus. Für den Geschädigten war es wohl ein großes Glück, dass er dicke Wintersachen trug, sagte Richterin Marion Zöllner. Sie verhandelte den Fall Anfang Dezember im Amtsgericht Döbeln.

Genick brechen mit dem Knie

Mit ein Grund für den Angriff war wohl ein Streit, den die Teenager-Söhne der Kontrahenten untereinander hatten. Der Sohn des Kosovaren rief an jenem verhängnisvollen Januartag aus der Berufsschule seinen Vater an. Der Sohn des Kurden würde ihn bedrohen. Der 46-Jährige fuhr daraufhin von Frankenberg nach Döbeln. Wutentbrannt habe er in der Tür des Klassenraumes gestanden und gerufen: „Du schlägst meinen Sohn nicht nochmal.“ Bei einem Wortgefecht zwischen dem Kurdensohn und dem Kosovaner fiel dann der Satz, der als Bedrohung ins Urteil einging: „Ich breche Dir das Genick mit meinem Knie.“ Aus Angst um den Kurden rief die Sozialarbeiterin der Schule dessen Vater an. Der ist Inhaber eines Dönerladens in einer Kleinstadt im Altkreis Döbeln. Kurze Zeit nach dem Telefonat traf er in der Berufsschule ein, wo ihn der Kosovare mit dem Messer angreifen sollte.

Hass auf Kurden

Im Prozess am Amtsgericht zeigte sich auch, welch großen Hass der Kosovare offenbar auf Kurden hat. Ob dieser aus dem längeren Streit der Söhne resultierte, der schon in der Oberschule begann, oder ob er aus einer tiefen Abneigung gegen Kurden entstanden war, ist unklar. „Die Familie hat etwas gegen türkische Kurden, das hatte er mir selber einmal gesagt“, sagte die Sozialarbeiterin als Zeugin im Prozess. In diesem berief sich der Kosovare auf Notwehr. Der Kurde habe ihn mit einem Eiskratzer und einem Messer angegriffen.

Verhandlung geschwänzt

Nun hätte der Mann im Landgericht Chemnitz die Gelegenheit gehabt, diese entlastende Version in seiner Berufungsverhandlung vorzutragen. Aber diese schwänzte er. Und so geschah folgendes: „Die Berufung wurde verworfen“, teilt Marika Lang, Richterin am Landgericht und dessen Pressesprecherin, auf Nachfrage der DAZ mit. Nun kann der 46-Jährige nur noch beantragen, das Verfahren im vorigen Stand wieder einzusetzen. Hat er damit Erfolg, wird erneut verhandelt.

Von Dirk Wurzel

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