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Döbeln Döbeln: Messerstecher vom Kaufland schrammt knapp am Gefängnis vorbei
Region Döbeln Döbeln: Messerstecher vom Kaufland schrammt knapp am Gefängnis vorbei
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Weil er den ehemaligen Döbelner Großdealer Frank M. mit einem Messer verletzte, hat das Schöffengericht einen 35-jährigen Döbelner zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Döbeln

Das Verfahren um die Messerstecherei auf dem Kauflandparkplatz im Mai 2015 ist am Dienstag im Amtsgericht Döbeln zu Ende gegangen. Das Schöffengericht sprach den 35-jährigen Angeklagten der gefährlichen Körperverletzung, Sachbeschädigung, eines Drogen- sowie eines Waffenvergehens schuldig und verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft. Ins Gefängnis muss der Döbelner nicht. Das Gericht setzte die Vollstreckung zur Bewährung aus. Drei Jahre dauert die Frist, innerhalb derer sich der 35-Jährige nichts zu Schulden kommen lassen darf, wenn er nicht ins Gefängnis will.

Vor Wut die Reifen zerstochen

„Sie haben es geschafft, in der Hauptverhandlung den Eindruck zu hinterlassen, so dass wir jetzt sagen, okay, wir wollen Ihnen noch eine letzte Chance geben“, begründete das Gericht sein Urteil und weshalb es aufgrund des Geständnisses des Angeklagten darauf verzichtete, ihn trotz seiner vielen und einschlägigen Vorstrafen ins Gefängnis zu schicken. Der 35-Jährige hatte am zweiten Verhandlungstag in recht vernünftigen Worten eingeräumt, auf dem Kauflandparkplatz mit dem Messer auf Drogendealer Frank M. eingestochen zu haben, der mittlerweile wegen Drogenverbrechen und Raubes in der JVA Waldheim in Strafhaft sitzt. „Mein Bruder hatte mich benachrichtig, dass es Stress mit dem Herrn M. gibt. Ich habe ihn auf dem Kaufland-Parkplatz geschubst, er hat auf mich mit einer Gasdruckwaffe geschossen. Blöderweise hatte ich das Messer dabei. Ich war so ein Idiot, habe es genommen und zugestochen“, so der 35-Jährige. Vor Wut hat er auch noch die Reifen des Quads zerstochen und gegen das Fahrzeug getreten. Mit diesem war M. an jenem Tag auf dem Parkplatz. Grund für die Taten war, dass M. ein Verbot verhängt hatte, an den Angeklagten und seinen Bruder Drogen zu verkaufen, weil dieser Schulden bei ihm hätte. M. war nicht zimperlich mit Leuten, von denen er Geld zu kriegen hatte. Er sperrte einen seinen Abnehmer in den Kofferraum des Autos des Mannes, hatte ihn zuvor geschlagen und beraubt. Auch deswegen sitzt er gerade. Der 35-Jährige hatte ebenfalls schon Ärger mit M..

Wahrscheinlich hätte er nicht zum Messer gegriffen und wäre womöglich gar nicht erst zum Kaufland gegangen, wenn er gewusst hätte, dass sein Bruder M. an jenem Tag im Mai beleidigt hatte. „Davon hat er mir nichts erzählt“, sagte der Mann, der derzeit eine geförderter Beschäftigung nachgeht. Was seinen Drogenkonsum angeht, war er ebenfalls ehrlich und gab an, hin und wieder Heroin zu nehmen. Er weiß, dass er ein Problem hat, will es in den Griff bekommen. Nur hat es bis zu den endgültigen Schritten in die Therapie noch nicht gereicht.

Bessern, ohne einzusperren

„Was bringt es, ihn einzusperren?“, fragte der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag. „Dass jemand im Vollzug gebessert wird, glaube ich schon lange nicht mehr“, sagte der Staatsanwalt und hielt dem Angeklagten sein Geständnis zugute und die Tatsache, dass er Arbeit hat. „Eine große Gefahr für die Bevölkerung ist der Angeklagte nicht. Die Taten spielten im Drogenmilieu. Er hat niemanden vor die U-Bahn geschubst oder ist wahllos mit dem Messer auf Passanten losgegangen“, sagte der Anklagevertreter. Knast bringt nichts, lautete sein Fazit. Man müsse nochmal versuchen, den Angeklagten zu bessern, ohne ihn einzusperren.

Als er vor Jahren mal in der JVA Zeithain saß, hat er sich dort der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Zwei andere Mithäftlinge hatten sich einen Insassen vorgenommen, den sie für einen Sexualstraftäter hielten. Der Döbelner stand dabei und unternahm nichts dagegen, als der angebliche Sittlichkeitsverbrecher, im Knastjargon Sittich genannt, auf die Mappe bekam. Das war 2012, das Urteil des Amtsgerichtes Dresden fiel 2013. „Gut, im Strafvollzug ticken die Uhren anders. Außerdem liegt das schon drei Jahre zurück“, ordnete der Staatsanwalt diese Straftat ein. Im Gefängnis könne man solchen Situationen auch nicht so leicht aus dem Weg gehen.

Von Dirk Wurzel

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