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Döbeln: Naturtalent im Katastrophenschutz

Döbeln: Naturtalent im Katastrophenschutz

Aus dem Goldenen Stiefel der Döbelner Allgemeinen Zeitung wird in diesem Jahr anlässlich des Hochwassers ein Flutstiefel.

Region Döbeln.

 

 

 

 

War Sven Weißflog während der Tage nach dem Juni-Hochwasser ein Tausendsassa, so muss Marc Borchert als Hansdampf in (fast) allen Döbelner Gassen bezeichnet werden. Der 26-Jährige zögerte nicht lange, als sich die Flut anbahnte und mobilisierte ein Team aus Helfern und Sponsoren, welches mit einem regelrechten Maschinenpark in Döbeln anrückte und dankbaren Händlern die Läden aufräumte.

Die ersten, die von seinem Einsatz profitierten, waren Cornelia und Benjamin Brambor, Chefs des gleichnamigen Pflegedienstes aus Roßwein und zugleich Großsponsor des dortigen Sportvereins, bei dem Borchert am Wochenende für die Fußballer aufläuft. "Als am Freitag vor dem Hochwasser die Dresdener Straße überflutet wurde, da war schon klar: Die Flut kommt", erinnert sich Borchert. Am nächsten Morgen beginnt er mit Torsten Jentzsch vom Döbelner SC und der halben Mannschaft, die Brambor-Baustelle Sonne in der Döbelner Ritterstraße mit Sandsäcken über einen Meter hoch zu schützen. Dafür nominierten ihn Brambors für den Flutstiefel.

Doch das war erst der Anfang. "Unser RSV-Abteilungsleiter Jens Arnold meinte, er kümmert sich um Roßwein, ich sollte nach Döbeln gehen", sagt Borchert pragmatisch. Noch am Sonnabend helfen er und die DSCler beim Ausräumen des Fitnessstudios Feminin Bodies. Dabei kommt er ganz nebenbei noch seiner jetzigen Freundin näher, die als Fitnesstrainerin dort arbeitet. Nach der Flut hilft er beim Renovieren des Partnerstudios Masculinbodies in der Bäckerstraße, das am 1. Juli schon wieder eröffnet.

Doch zuvor ist Borchert überall in Döbeln gefordert. Noch am Sonnabend vor der Flut organisiert er bei fünf Sponsoren des Roßweiner SV, die über Baugerät verfügen, alle notwendigen Maschinen und Mitarbeiter. "Die haben sofort den Abzug von ihren Baustellen vorbereitet, so dass sie am Dienstag einsatzbereit waren", erzählt er noch immer mit leuchtenden Augen. Vom Adrenalin spricht er, dass ihn die ganze Flutwoche hindurch begleitet habe. "Wenn du den Leuten in die Augen siehst, wie dankbar sie sind, dass du hilfst, dass motiviert extra", sagt er.

Beim Arbeitgeber Debeka in Waldheim meldet sich Borchert kurzerhand ab, bekommt sofort Sonderurlaub. Von Beginn an vertrauen die Mitarbeiter des Döbelner Bauhofs dem früheren Berufssoldaten, "obwohl ich die vorher gar nicht gekannt habe." Sand und Säcke werden geliefert, ebenso Hilfsmaterialien. Am Dienstag rücken die bestellten Firmen gratis mit Baggern, Pumpen, Trocknern und anderem Gerät an. An einem Tag ist die Bäckerstraße entmüllt. Es folgen Läden am Ober- und Niedermarkt, in der Ritterstraße und der Wappenhenschstift.

"In so einem Job würde ich richtig aufblühen", sagt Borchert grinsend und meint eine Stelle als Koordinator in Katastrophenfällen wie in Döbeln, auch wenn er jetzt froh sei, dass wieder Normalität eingekehrt ist - im Waldheimer Job, beim Roßweiner Fußball und im Döbelner Wohnort. Sebastian Fink

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