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Döbeln Döbeln: Neue Muldebrücke ist auf dem Behördenweg
Region Döbeln Döbeln: Neue Muldebrücke ist auf dem Behördenweg
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23:00 07.01.2013
So wird die neue Brücke zwischen der Schillerstraße und der Sörmitzer Straße einmal aussehen. Sie liegt auf drei Pfeilern, wobei kein Pfeiler im Flussquerschnitt steht. Wenn das Planfeststellungsverfahren gut läuft, könnte 2014 Baubeginn für die neue Muldenquerung sein. Zeichnung: VIC Brücken und Ingenieurbau GmbH, Niederlassung Dresden
Döbeln

Bis zum 6. Februar läuft diese öffentliche Auslegung, die Bestandteil des bereits gestarteten Planfeststellungsverfahrens für das Vorhaben ist.

Am 11. Oktober 2012 hatte der Stadtrat die Brückenbaupläne beschlossen. Eine Woche später hatte das Bauamt die kompletten Planungsunterlagen bei der Landesdirektion Chemnitz eingereicht. "Dass wir jetzt schon mit der öffentlichen Auslegung der Pläne starten können, spricht für die Qualität und Vollständigkeit der gesamten Unterlagen. Es gab keine Rückfragen aus der Landesdirektion", lobt Döbelns Planungsamtsleiter Thomas Hanns das mit den Planungen beauftragte Ingenieurbüro VIC aus Dresden.

Im Stadtrat hatte die Detailtreue und Akribie der Planer für Schmunzeln gesorgt. Doch Andreas Mickel vom Dresdener Ingenieurbüro VIC Verkehrsanlagen meinte es völlig ernst, wenn er für ein faunistisches Gutachten die Tierarten im Baugebiet zählen ließ. Biber, Fischotter oder Fledermäuse spielen keine Rolle. Bei Brutvögeln zählte der Naturschutzexperte nur überall vorkommende Vogelarten. Doch 14 Zauneidechsen leben in dem Gebiet. Und für die wird in den Planungen ein wenig flussaufwärts ein neues Reservat geschaffen. Mit solchen Details versuchen die Planer und die Stadt als Bauherr auszuschließen, dass im Planfeststellungsverfahren für die Brücke noch aus irgendwelchen Richtungen Hürden aufgebaut werden.

Zu den Bauplänen, den Verkehrsuntersuchungen, Kosten- und Lageplänen gehört auch die Landschaftspflegerische Begleitplanung im Rahmen der Umweltuntersuchungen. Darin enthalten ist auch das Thema Artenschutz.

Aber auch die menschliche Art wurde nicht vergessen. Besonders die Anwohner der neuen Brücke und der neuen Verkehrlösungen auf der anderen Uferseite an der Sörmitzer Straße bis nach Döbeln-Ost I und Hermsdorf spielen in den Planungsunterlagen eine entscheidende Rolle.

"Es sollen möglichst von vornherein Probleme ausgeschlossen werden, die unsere Brückenbaupläne verzögern können", sagt Thomas Hanns. Parallel zur Offenlegung der Pläne für die Bürger werden jetzt die sogenannten Träger öffentlicher Belange einbezogen, so etwa Naturschützverbände, Wasser- und Abwasserentsorger und alle, die irgendwie von Amts wegen vom Brückenbau betroffen sein könnten.

Ab Februar sollen dann eventuelle Hinweise oder Einwände von Bürgern und Beteiligten in die Waagschale geworfen und geprüft werden. Sind sie berechtigt, werden noch Änderungen eingearbeitet. Wenn diese Schritte erledigt sind, steht der Planfeststellungsbeschluss an. Mit diesem besteht das Baurecht für die Brücke und könnten die in Aussicht gestellten Fördermittel beantragt werden. Genau das soll alles 2013 über die Bühne gehen. Wenn alles weiter so glatt läuft wie bisher, wäre ein Baustart im Jahre 2014 realistisch.

Gesamtbaulänge 350 Meter, davon 260 Meter Schillerstraße inklusive neuer Brücke sowie 90 Meter Sörmitzer Straße

Brückenbauwerk: 93 Meter mit vier Feldern asymmetrisch

Gesamtkosten: 4,3 Millionen Euro, davon 2,1 Millionen Euro für die Brücke, 516 000 Euro für Straßen und Wegebau, etwa 530 000 Euro für Lärmschutz, 366 000 für Leitungen, 136 000 Euro für Grunderwerb und Vermessung, 60 000 Euro für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, 35 000 Euro für Landschaftsbau und 64 000 Euro für Straßenbeleuchtung.

Gefördert vom Freistaat werden voraussichtlich 75 Prozent der Baukosten. So wird der Eigenanteil, den die Stadt Döbeln aus dem Stadtsäckel aufbringen muss, bei rund einer Million Euro liegen. Die soll aus der Rücklage kommen.

Für die Anlieger ist ein aufwendiger Lärmschutz vorgesehen. So wird es auf der Brücke und an der Schillerstraße eine 180 Meter lange, transparente und 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand in Richtung Uferstraße geben. Das ist mehr als die Hälfte des rund 350 Meter langen Baufeldes. Da, wo eine Lärmschutzwand nichts nützt, ist passiver Lärmschutz in Form von Lärmschutzfenstern vorgesehen.

Thomas Sparrer

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