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Döbeln: Ordnungsamt blitzt jetzt per Funk

Döbeln: Ordnungsamt blitzt jetzt per Funk

2250 Raser und 3700 Parksünder hat das Döbelner Ordnungsamt in diesem Jahr schon erwischt. Die rathauseigene Bußgeldstelle bat mit Strafgeld zur Kasse.

Döbeln. Vier Mal trat Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller in diesem Jahr schon selbst an den Besuchertresen der Bußgeldstelle im Untergeschoss des Rathauses, um für kleine Verkehrssünden zu blechen. "Drei Mal war es falsches Parken. Einmal ging es um etwas zu viel auf dem Tacho", gesteht er und kommt um ein wenig Spott der Kollegen nicht herum. Sauer ist er aber nicht. "Wer etwas falsch macht, muss dafür gerade stehen und kann nicht auf die Ordnungshüter schimpfen." Er wünscht sich sehr, dass das manche Verkehrssünder auch so sehen, wenn sie in der Bußgeldstelle wütend auflaufen.

Dank der neuen Funkübertragungstechnik kann der stadteigene Blitzer jetzt zehn bis 30 Meter vom Fahrzeug entfernt sein. Der Vorteil für die Ordnungshüter: Sie stehen mit dem Auto nicht im Verkehrsraum herum. Außerdem können sie jetzt auch an Stellen blitzen, an denen dies sonst wegen der Platzverhältnisse nicht möglich war. Der vermeintliche Nachteil für die Autofahrer: Jetzt ist die Kontrollstelle noch schwieriger erkennbar. "Wir liegen aber nicht versteckt auf der Lauer und betreiben Wegelagerei. Da, wo wir unsere Apparatur aufstellen, ist das auch vernünftig zu begründen", sagt Jürgen Müller.

Aktueller Schwerpunkt ist die Bundesstraße 169. Häufig klingelte es in den letzten Tagen in den beiden 70-er-Zonen bei Vergölst (ehemals Reifen Meng) und weiter oben in den Einmündungsbereichen von Mannsdorf und Neudorf. "Unseren Bediensteten standen oft die Haare zu Berge, weil sie haarsträubende Szenen und wilde Überholmanöver zu sehen bekamen. Diese Beinahe-Unfälle beweisen, dass die 70er Bereiche dort berechtigt sind, weil sonst Links- und Rechtsabbieger auf der Bundesstraße 169 oder weiter oben an der Schulbushaltestelle irgendwann sogar Kinder über den Haufen gefahren werden", schildert Jürgen Müller.

Neu auf der Blitzerliste ist Dank der Funktechnik nun auch die Gake B 175. Da war bisher für das Blitzerauto am Straßenrand zu wenig Platz. Durch waghalsige Überholmanöver kam es in der Vergangenheit im Bereich des Abzweiges nach Oberranschütz schon zu schweren Unfällen. Deshalb ist die Geschwindigkeit dort auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzt. In dieser Woche blitzten Müllers Mitarbeiter an dieser Stelle einen Autofahrer, der mit 130 Kilometer pro Stunde fuhr. "Das tut dem sicher weh. Doch wer die schweren Unfälle an der Stelle noch vor Augen hat, versteht unser Blitzen dort keinesfalls als Abzocke", sagt Müller.

Ein weiterer neuer Schwerpunkt ist die Fußgängerzone der Innenstadt. Passanten sahen dort Ordnungsamtsmitarbeiter auf der Lauer liegen. "Das stimmt. Hier geht es um Leute, die durch die Fußgängerzone fahren und das nicht zu langsam", erklärt Jürgen Müller. Nach einigen Bürgerbeschwerden versucht das Ordnungsamt, solche Autos zu fotografieren, den Halter festzustellen und anzuzeigen. 20 solcher Falschfahrten zählte das Ordnungsamt in diesem Jahr bereits. Da wird am Niedermarktrondell durch die Fußgängerbereiche gefahren. Ganz Dreiste kürzen über Niedermarkt, Breite Straße und Fronstraße ab, um auf den Obermarkt zu gelangen. "Eilige Arzneifahrer, die den kürzesten Weg zwischen Rosenapotheke und Löwenapotheke durch die Fußgängerzone wählen, sind bei unseren Ordnungshütern sehr beliebt. Das sind keine Notfalldienste. Auch sie müssen außen herum fahren", so Müller.

 

 

Die Döbelner Blitzer-Hitliste:

1. B 169 mit beiden 70-er Zonen, Abzweige Mannsdorf/Neudorf und bei Reifen Meng.

2. Abzweig Oberranschütz/B175 (Gake, 70 km/h.)

3. Chausseehaus/ B175 (50 km/h wegen Bushaltestellen und fehlendem Geweheg)

4. Leipziger Straße stadteinwärts gerade 50-er Strecke Richtung Esso-Tankstelle.

5. Bahnhofstraße/Kunzemannstraße und der Muldenterasse wegen der Schulen (30 km/h).

6. Roßweiner Siedlung (50 km/h).

Thomas Sparrer

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