Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Döbeln: Raoul Grüneis ist neuer GMD der Mittelsächsischen Philharmonie
Region Döbeln Döbeln: Raoul Grüneis ist neuer GMD der Mittelsächsischen Philharmonie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:00 30.08.2013
GMD Raoul Grüneis im Döbelner Theater. Quelle: Sven Bartsch

Eine wichtige Erfahrung hat der 49-Jährige schon vor langer Zeit gemacht: "Für einen Musiker gilt das selbe wie für einen Sportler. Es gibt keinen Stillstand. Entweder man wird schlechter, oder man tut etwas, um besser zu werden. Status quo geht nicht." Raoul Grüneis will mit "seinem" Klangkörper natürlich besser werden, weshalb er sich für seine Zeit in Mittelsachsen viel vorgenommen hat.

"Ich bin gerne hier, ich freue mich auf die Arbeit an beiden Theaterhäusern und ich fühle mich herausgefordert, die letzte Spielzeit unter Jan Michael Horstmann zu toppen", so Grüneis. Er wolle sich anstrengen, die Arbeit seines beliebten Vorgängers fortzuführen, er wolle aber das, was gut gelaufen ist, keineswegs imitieren. "Sie werden von mir keine Chansons von Jacques Brel hören. Es wird bei meinen Konzerten auch weg von "Bunten Abenden" gehen." Das seien Formate, die ihm nicht liegen. Er werde es zudem riskieren, die Musik des Barock - ein Schwerpunkt Horstmanns - zurückzufahren und der klassischen Moderne mehr Platz einzuräumen. Grüneis: "Ich bin ein neues Gesicht, ich habe meine persönlichen Stärken." Diese Stärken liegen auch darin, dass der neue GMD als Dirigent viel im Ausland unterwegs war, vor allem in Venezuela und in der Türkei. "Von dort werde ich etwas in die Konzerte hier hineintragen. Die Musik dieser Länder wird zu wenig wahrgenommen. Doch es lohnt sich, diese hier vorzustellen." Ganz konkret plant Grüneis zum Beispiel, dem mittelsächsischen Publikum zwei türkische Komponisten näher zu bringen, einen Klassiker und einen ganz jungen Komponisten, der bei Aufführungen persönlich dabei sein werde. Übrigens: Für seine Arbeit mit dem Presidental Orchester in Ankara sowie in den Opernhäusern von Ankara und Istanbul hat Grüneis mit Hilfe eines Privatlehrers die türkische Sprache erlernt. Grüneis weist auf die besondere Bedeutung hin, die klassische Musik in der Türkei, anders als bei uns, spielt. "Klassische Musik hat dort eine kulturkämpferische, richtungsweisende Dimension." In der jetzt beginnenden neuen Spielzeit werde sich der Dirigent jedoch weniger im Ausland aufhalten.

Der gebürtige Würzburger möchte auch "wesentlich mehr" für den Jugendbereich arbeiten. Das soll sich in einer erhöhten Zahl von Kinder- und Jugendkonzerten ausdrücken. Diese sollen keinesfalls musikwissenschaftlichen oder pädagogischen Charakter haben, sondern kurzweilig und unterhaltend Musik und Wissen vermitteln. Zudem plant er mehr Musiktheater für verschiedene Altersgruppen.

In einem Punkt kann Raoul Grüneis bereits einen Erfolg am Mittelsächsischen Theater verbuchen. Er will mehr mit dem Orchester arbeiten und hat bereits mehr Probezeit erwirkt. "Es wird etwa ein Drittel mehr geprobt, als bisher." Olaf Büchel

Der Dirigent Raoul Grüneis wurde 1964 in Würzburg geboren. Er studierte an der Universität der Künste Berlin. Zwei Schwerpunkte in seinem bisherigen Repertoire stellen die französische Moderne und das Werk Richard Wagners dar. Engagements an den Theatern Freiburg und Mannheim folgten an den Staatstheatern Oldenburg und Darmstadt Anstellungen als erster Kapellmeister. Von 2005 bis 2009 war er Generalmusikdirektor in Regensburg und von 2010 an leitete er als GMD die Staatsoper Istanbul. Grüneis ist verheiratet, hat eine Tochter und ist bereits mit Familie nach Freiberg gezogen.

Die Gesellschafter der Mittelsächsischen Theater und Philharmonie Gesellschaft hatten Raoul Grüneis bereits zum Jahreswechsel auf Vorschlag des Intendanten und mit mehrheitlicher Zustimmung des Orchesters zum GMD berufen. Er erhielt damit den Vorzug vor der Dirigentin Oksana Lyniv aus der Ukraine und dem Dirigenten Martin Braun aus Berlin. Alle drei hatten sich für den Posten des Musikgenerals beworben und in Konzerten dem mittelsächsischen Publikum vorgestellt.

Sein erstes Sinfoniekonzert als GMD der Mittelsächsischen Philharmonie dirigiert Grüneis am 19. September in Freiberg und einen Tag später um 20 Uhr in der Döbelner Nicolaikirche.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Prinzen gehen wieder auf Tour. Die bekannte Band aus Leipzig steuert keine großen Hallen an. Geht diesmal wieder in die kleinen Orte, spielt in den dortigen Kirche.

30.08.2013

Seit gestern Abend ist aus dem bärtigen Holzmichl wieder der Kneiper vom Döbelner Old Town Pub geworden. Friseurin Simone Richter aus Ostrau stutzte die Matte und den roten Bart von Wirt Markus Weinert.

30.08.2013

Am vergangenen Wochenende gingen die Sommerferien zu Ende. Seitdem besuchen die Kinder und Jugendlichen in der Oschatzer Region wieder die Schule.

30.08.2013
Anzeige