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Döbeln: Raupenalarm im Gewerbegebiet-Ost

Döbeln: Raupenalarm im Gewerbegebiet-Ost

Die Parkplätze im Betriebsgelände der Metallveredlung Döbeln GmbH sind restlos gefüllt. Unter den Eichen entlang der Straßen im Gewerbegebiet Döbeln-Ost sind die Parkplätze am Straßenrand indessen wie leer gefegt.

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So tummeln sich die Raupen zu tausenden in den etwa 200 Eichen an den Straßenrändern des Gewerbegebietes Döbeln-Ost 1B. Frank Scharschmidt, Schlosser bei der Metallveredelung Döbeln, machte bereits die unangenehme Bekanntschaft der reizenden Insekten.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Frank Scharschmidt ist Schlosser bei der Metallveredlung. Ihn hat eine der scheinbar nicht ungefährlichen Raupen am letzten Mittwoch erwischt. "Ich war zu unserer Produktionsanlage in der Halle der Oberflächentechnik zu Fuß unter den Bäumen unterwegs und spürte ein unangenehmes Kratzen auf dem Rücken", schildert der 53-Jährige. Aus dem T-Shirt fällt schließlich eine der langhaarigen Raupen. Die Haut beginnt zu brennen und zu jucken. Pusteln und Bläschen entstehen in kürzester Zeit am Rücken, am Bauch, an den Armen. "Ein bisschen erinnert es an die Röteln und es fühlt sich sehr unangenehm an." Der Hausarzt von Frank Scharschmidt vermutet den Eichenprozessionsspinner hinter der Attacke und verschreibt zur Linderung Kortisonsalbe. 14 Tage etwa wird der Schlosser wohl noch an die Raupe denken müssen. In der Oberflächentechnik gibt es mittlerweile einen zweiten Fall mit offenbar schwereren allergischen Reaktionen.

Rainer Just, Technischer Leiter der Metallveredelung, informierte am Freitag das Ordnungsamt der Stadt Döbeln über den Befall der städtischen Straßenbäume. Gerd Lauterbach, der Leiter der Stadtgärtnerei, nahm vor Ort einige der Raupen samt Gespinst mit. Noch am Freitag brachte er die Proben ins Labor des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Nossen. "Es wäre der erste Fall in Döbeln mit dem Eichenprozessionsspinner. Doch eigentlich befallen die Raupen nur altehrwürdige Rieseneichen und nicht solche 20 Jahre alten, also noch recht jungen Bäume", meint der Stadtgärtner. Auch die Experten in Nossen geben ihm am Nachmittag recht: Es handele sich nicht um den berüchtigten Eichenprozessionsspinner. Doch eine genaue Bestimmung des Tieres wird noch vorgenommen. Zu welcher Art die Raupen gehören, lassen die Biologen des Landesamtes noch offen.

Im vergangenen Sommer wurden in Sachsen in der Dresdener Heide sowie im bebauten Bereich der Stadt Dresden die markanten Gespinstnester, welche die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) an den Stämmen der Eichenbäume anlegen, entdeckt und beseitigt. "Über das Ausmaß des diesjährigen Auftretens können derzeit keine Prognosen abgegeben werden. Dennoch ist angesichts der erheblichen Gesundheitsgefahr, welche von den Tieren ausgeht, Vorsicht geboten", sagt Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß.

Es wird dringend angeraten, Abstand zu den Tieren und deren Gespinsten zu halten und jeglichen Kontakt zu vermeiden. Die Bekämpfung des EPS sollte fachkundigen Personen bei entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen (Vollschutzanzüge und technische Geräte) vorbehalten bleiben. Als Ansprechpartner zur Abwehr von Gesundheitsgefahren stehen für Vorkommen innerhalb des Waldes die Forstbehörden und außerhalb des Waldes die kommunalen Ordnungsbehörden zur Verfügung. Darüber hinaus stehen auch die Gesundheitsämter den Betroffenen beratend zur Seite.

 

 

Die Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang und haben eine dunkle, breite Rückenlinie mit samtartig behaarten Feldern und rotbraunen, langbehaarten Warzen. Sie begeben sich, aneinandergereiht in Form einer Prozession, auf Nahrungssuche. Sie ernähren sich von Eichenblättern. Die Raupen bilden feine Gift- und Brennhaare mit Widerhaken aus. Die brechen leicht ab und können durch Luftströmungen auch weite Strecken fliegen. Sie halten sich in Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührung durch das darin enthaltene Nesselgift (Thaumetopein) allergische Reaktionen aus. Zu den Symptomen zählen Hautrötungen, leichte Schwellungen, starker Juckreiz und Brennen. Nach dem Einatmen kann es zu Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut, schmerzhaftem Husten und Asthma kommen. Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung können hinzutreten. Sollten allergische Symptome auftreten, wird empfohlen, den Arzt aufzusuchen. Nach der Verpuppung schlüpft der EPS als unscheinbarer grau gefärbter Nachtfalter, von welchem keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Gespinstnester und Haare bleiben gefährlich.

Thomas Sparrer

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