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Döbeln: Reger Geist auf schwachen Knien

Döbeln: Reger Geist auf schwachen Knien

Boxen und Fußball im Fernsehen sind seine Leidenschaft. Seine Lokalzeitung liest er jeden morgen noch selbst. Nur die Knie schränken seine Beweglichkeit mittlerweile erheblich ein: Gestern feierte Ewald Nehrlich in Döbeln-Nord seinen 100. Geburtstag.

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Ewald Nehrlich feierte gestern in Döbeln-Nord seinen 100. Geburtstag. Seit zwölf Jahren ist der Jubilar mit seiner Frau Irmgard Weichert verheiratet.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Bis vor zwei Jahren war Ewald Nehrlich noch regelmäßig in seinem Garten hinter dem Keglerheim in Döbeln anzutreffen. Doch so weit tragen ihn seine Füße heute nicht mehr. Der Jubilar kommt heute nur noch in seiner Wohnung herum und wird zwei Mal täglich von einem Pflegedienst unterstützt. Die alten Skatfreunde Günther und Werner Scholz erinnerten den Jubilar gestern an seinen Garten. Denn Werner Scholz war als einstiger Lehrer mit dem Schulgarten ein Gartennachbar von Ewald Nehrlich. Aus Nachbarn wurden später Freunde, die regelmäßig einen zünftigen Skat miteinander spielten. "Ich kenne alle Skatkarten auch heute noch. Vielleicht können wir mal wieder ein Spielchen machen", sagte der Jubilar gestern. Seine beiden Skatfreunde waren zum Gratulieren in den Doblina-Weg in Döbeln-Nord gekommen. Ebenso Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU).

Nach der Flut 2002 war Ewald Nehrlich in die Plattenbauwohnung in den dritten Stock umgezogen. So hoch sollte es sein, nachdem er in dem im Volksmund als Blindenheim bezeichneten, mittlerweile abgerissenen Wohnblock an der Fronstraße ordentlich "abgesoffen" war. Nicht nur die Möbel seiner Parterre-Wohnung fielen der Flut zum Opfer. Noch viel schlimmer empfindet es der Hundertjährige, dass er seither keine Erinnerungsfotos mehr besitzt. Doch seine Erinnerungen im Kopf funktionieren dafür um so besser. Mit neun Geschwistern war er in Schlesien aufgewachsen, hatte die Mutter mit vier Jahren verloren. Er war in der Landwirtschaft tätig und ging nach dem Krieg zur Deutschen Reichsbahn, wo er 29 Jahre als Lokführer arbeitete. Seit 1977 ist er Rentner.

Nach dem Tod seiner ersten Frau blieb Ewald Nehrlich lange allein. Kinder hatte er in seiner ersten Ehe keine. Doch im Jahr 2000, mit 88 Jahren, heiratete er noch einmal und lebt seitdem mit seiner Frau Irmgard Weichert zusammen. Mit ihren beiden Kindern, den Enkeln sowie weiteren Verwandten und Bekannten wird der 100. Geburtstag nun in mehreren familiären Runden gefeiert. Gestern waren extra auch Irmgard Weicherts Tochter und der Schwiegersohn aus Frankreich angereist. Von Ewald Nehrlichs Geschwistern lebt heute nur noch eine Schwester.

Thomas Sparrer

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